Blogs 2026 2026.07.19_Aus dem Gewürzschrank Karls des Großen: Bergkümmel 2026.06.11_Urlaubsfeeling mit Zistrosen, den Schönen des Tages 2026.05.03_Nennen wir sie einfach Mloko! 2026.04.19_Wulfenia, der Pflanzenmethusalem wünscht sich Kuhtritte 2026.03.25 Veilchen wie Vrühling 2026.02.16_Ein seltener Gartengast, die Ungarische Zeitlose, gen. Velebit Star Aus dem Gewürzschrank Karls des Großen: Bergkümmel 2026.07.19
Das „Capitulare de villis“ Karls des Großen (um das Jahr 795) zeigt, dass der Grundgedanke des Sozialstaats aber viel älter ist. Der Erlass Karls regelte eigentlich die Hofhaltung der Krongüter Karls des Großen, hatte aber darüber hinaus Wirkung auf die Untertanen. Die Weisung für den Anbau eines Katalogs von 79 Pflanzen sollte auch der Gesundheit, also der Wohlfahrt, der Bediensteten und der Untertanen dienen. (Das legendäre öffentliche Kartoffelspeisen von Friedrich dem Großen lässt grüßen.) Der Gartenpflanzenkatalog Karls wurde sicher von gärtnerisch erfahrenen Mönchen zusammengestellt. Eine der 79 Pflanzen in der Liste heißt dort lat. Silum, dessen botanischer Name heute Laserpitum siler lautet, früher Siler montanum. Es gibt auch zwei deutsche Bezeichnungen Berg-Laserkraut oder besser Bergkümmel. Die Staude gehört zur großen Familie der Doldenblütler, deren 2900 Arten in unseren Ziergärten praktisch keine Rolle spielen. Das ist schade. Der Bergkümmel ist ein gutes Beispiel für den außergewöhnlichen Blütenaufbau der meisten Doldenblütler. Genau genommen handelt es sich bei dem Blütenstand von Laserpitum siler um eine Doppeldolde, denn die aus dem Grund der Dolde aufsteigenden Stiele tragen wiederum kleine Döldchen, deren winzige Blütchen sich auf kleinen Stielen gleichmäßig verteilen. Das Ganze macht einen etwas steifen, feierlichen Eindruck, zumal die Blütenfarbe weiß ist.
Die Blütenstängel trotzen stolz jedem Sturm und werden ca 90 cm hoch. Zurzeit sind sie schon verblüht. Das macht aber nichts, weil die Fruchtstände genau eindrucksvoll sind, nur das Weiß ist zu Grün-beige mutiert.
Erst bei der Recherche zu diesem Blog habe ich herausgefunden, dass die Samen tatsächlich als Gewürz nutzbar sind. Wegen der langen Entwicklungszeit der Pflanze ist der Anbau als Gewürz wohl aus der Mode gekommen. Ich habe die fast reifen Samen probiert. Sie haben eine kümmelähnlich Form, duften ähnlich wie Kümmel und vom Geschmack bin positiv überrascht: Sehr würzig und pfeffrig, ohne unangenehmen Nebengeschmack und stärker als Kümmel. Es gab also Gründe für Karls Mönchsgärtner, „Siler“ in die Liste der 79 aufzunehmen und vermutlich lohnt es, dieses heimische Gewürz wieder zu entdecken. Deswegen hoffe ich, die Samenreife nicht zu verpassen,um den Bergkümmel ernten zu können. Den Katalog der 79 Pflanzen des Capitulare kann man im Internet mit den heutigen Namen nachlesen. Mich hat die Vielfalt der aufgeführten Nahrungs-, Gewürz- und Medizinalpflanzen beeindruckt. Eigentlich ist alles, was wir heute in der Küche nutzen, von der Petersilie über Dill, Kerbel, Bohnenkraut, Porree, Bärlauch, Salbei bis zu verschiedensten Zwiebelarten dabei. Das Überraschendean der Liste ist, dass viele weitere Küchenkräuter darüber hinauserwähngt werden, die die meisten sicher nicht in ihren Gärten haben und die auch kaum auf dem Markt zu kaufen sind. Wer hat schon Kümmel, Anis, Bärwurz, Brunnenkresse oder Pferde-Eppich in seinem Garten? An die hohe kulturelle Bedeutung des Capitulare de villis erinnern heute eine Reihe von Karlsgärten. In und um Aachen gibt es gleich zwei: einen kleinen an historischer Stätte an der ehemaligen Kaiserpfalz sowie am Gut Melaten hinter dem Uniklinikum, wo alle 79 Pflanzen zu finden sind. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich das sehen muss. Literatur: https://www.naturadb.de/pflanzen/laserpitium-siler/; Apiaceae - Doldengewächse, hrsgg. von der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde 2006 Bezugsquellen: Rühlemann's https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de; https://www.stauden-stade.de; https://www.gaertnerei-strickler.de
Urlaubsfeeling mit Zistrosen, den Schönen des Tages 2026.06.11 Wer kennt sie nicht aus dem Urlaub, die Zistrosen, die im ganzen Mittelmeerraum auf den steinigen, trockenen Böden der Garrigue, einer offenen, mit Zwergsträuchern bewachsenen Landschaft, vorkommen. Gemeinsam mit anderen trockenheitsliebenden Sträuchern und Halbsträuchern wie Rosmarin, Lavendel oder Thymian duften sie dort um die Wette, Wobei der Duft nicht von den Blüten, sondern von den Blättern ausgeht. Den besonderen Charme der Zistrosen machen jedoch ihren „zerknitterten“ Blüten aus, die dadurch noch einmal zarter wirken und die den Strauch über und über bedecken. Lange war klar, dass unsere Gärten für Zistrosen wegen der fehlender Winterhärte nicht geeignet sind, vielleicht mit Ausnahme der lorbeerblättrigen Zistrose (Cistus laurifolius) deren Winteraspekt ich im Blog 2020.12 beschrieben habe. Von einem Botanikerfreund meines Sohnes bekam ich 2021 einen kleinen Steckling der Purpurzistrose (Cistus purpureus) und ein Jahr später einen weiteren Steckling einer seltenen Zistrosenhybride Cistus x dansereaui ‘Jenkyn Place‘ geschenkt. Bei aller Freude, war ich etwas ratlos im Hinblick auf die Frage „Wohin damit?“ Meinen Grundsatz „Nicht noch mehr Kübel“ wollte ich unbedingt einhalten. Die Purpurzistrose, deren Blütenfarbe nicht purpurn, sondern tiefrosa ist, bekam dann einen Platz direkt an der südseitigen Hausecke, im oberen Bereich meines kleinen Steingartenhangs. Für die Hybride fiel mir nur noch die schmale Trockenmauerkrone an der Auffahrt der Nachbargrenze ein. Beide habe ich nur im ersten Standwinter gegen Fröste geschützt. Sie sind jetzt beide einen Meter hoch und auch breit.
Übrigens: Die im Blog 2020.12 erwähnte Lorbeerzistrose (weiße Blüten) ist im Winter eingegangen, wohl weil der Standort am unteren Ende des Steingartenhangs zu feucht war. Klugerweise hat sie mir einen Sämling hinterlassen, der sich am Hang etwas weiter oben platziert hat. Mal sehen, ob er es schafft. Wer also den richtigen Standort findet - viel Sone und ein Boden ähnlich der Garrigue - bei dem steht dem Mittelmeerfeeling im eigenen Garten nichts im Wege. Im Handel stehen ausreichend Zistrosenarten und -sorten zur Verfügung. Die Winterhärte muss man einfach ausprobieren. Literatur: https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/zistrosen; https://www.gaissmayer.de/web/welt/gartenmagazin/die-schoenen-des-tages-zistrosen/ (Autor: Ludwig Fischer) Bezugsquellen: Viele Staudengärtnereien und Baumschulen z.B. https://gaertnerei-bender.shop/Kraeuter/A-Z-Sortenliste-Deustch/Zistrosen
Nennen wir sie einfach Mloko! 2026.05.03 „This species is probably one of the most beautiful plants that can be grown in the garden[1].“Diesem Satz des britischen Autors David Page stimme ich gerne zu und viele Pfingstrosenliebhaber bekommen beim Gedanken an diese Pflanze glänzende Augen. Wäre da nicht der Name: in voller Länge „Paeonia daurica subsp. mlokosewitschii (Lomakin)“. Englischsprachige Gärtner haben daraus den sinnfernen Spitznamen „Molly the Witrch“. Dabei hat die Pflanze nichts hexenartiges und man sollte besser bei den Bezeichnungen „Kaukasische Pfingstrose“ oder „Goldene Pfingstrose“, die es auch in englischsprachiger Form gibt, bleiben. Denn das hat der Namensgeber, der polnische Naturforscher Ludwik Mlokosiewiecz (1831-1909), der die Pflanze in der Lagodekhi-Schlucht im heutigen Georgien zum ersten Mail fand, nicht verdient. Der Russe A.A. Lomakin hat sie später erstmals beschrieben und nach ihm benannt.[2]
Bleiben wir also bei „Mloko“. Was macht die Pflanze so besonders. Die sehr früh Ende April/Anfang Mai blühende Päonie ist die einzige Staudenpfingstrose, die gelbe Blüten hat. Die schalenförmigen, hellgelben Blüten erreichen einen Durchmesser von 10 cm und die Blütenblätter scheinen fast durchsichtig zu sein. In der Mitte der Blüte zeigt sich ein dickes Bündel von tiefgelben Staubfäden, an welchen sich bei schönem Wetter unermüdlich Insekten laben. Während sonst die Farbe Gelb von manchen Gärtnerinnen und Gärtnern abgelehnt wird, ist sie hier die Besonderheit und macht die Pflanze deswegen begehrt. Aber auch der buschige Habitus der 60 cm hohen Staude und die Blätter sind ein Hingucker. Diese sind recht groß und rundoval gefiedert. Im Austrieb sind sie zunächst rötlich gefärbt, dann nehmen sie eine schöne bläulichgrüne Farbe an und vergrünen zur Blütezeit, wobei die Aderung der Blätter und die Stängel fein rötlich gezeichnet sind. Die Unterseite der Blätter überrascht mit einem flaumigen Blaugrau.
Letzteres kann ich nur zitieren, denn bei mir blühen die Mlokos seit etwa einer Woche zum ersten Mal. Leider lassen die Blüten angesichts der hohen Temperaturen schon die Blütenblätter fallen. Man sagt ja vielem Schönen nach, dass es nur von kurzer Dauer sei. Ich habe drei Mlokos in einem eher sonnigen Beet nicht weit voneinander entfernt gepflanzt. Eine hat fünf Blüten, die, wie oft beschrieben, in der Knospe leicht rötlich waren, die zweite Pflanze hat eine Blüte, der dieses Merkmal der Knospe fehlte und die beim Aufblühen ein noch helleres Gelb hatte als die fünf anderen. Und bei der dritten warte ich auf das nächste Jahr. Sonst wird umgepflanzt. Den schweren Boden hatte ich beim Pflanzen mit Sand etwas durchlässiger gemacht und zu Beginn des Austriebs etwas Dünger gestreut (Ich glaube pflanzlichen Dünger). Zu Standort und Boden findet man bei Online-Staudengärtnereien verwirrend unterschiedliche Hinweise. Von Sonne und Halbschatten bis zu Schatten, von saurem (mit dringender Warnung vor Kalk) bis zu kalkhaltigem Boden. Sauren Boden würde ich allerdings angesichts der Herkunft aus den Bergschluchten des Kaukasus nicht gerade nehmen. Ich wollte schon lange Mlokos im Garten haben, aber drei blühfähige Exemplare kosten etwa 100 €. Und - beim Anpflanzen neuer Stauden bin ich nicht besonders erfolgreich. Die Anwachsrate im Folgejahr ist gefühlt 50 % und wurde auch durch Erfahrung nicht besser. Und sie steigt auch nicht parallel zum Preis der Pflanzen. Da warnt mein Gärtnergeiz vor Verlusten. Also habe ich 2022 beim Samentausch der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) Samen bestellt, was fast nicht kostet. Drei der keimenden Sämlinge haben das Pikieren in Töpfe und vor allem die Vernachlässigung in den folgenden Wintern überstanden. Im letzten Jahr habe ich sie ausgepflanzt. Als ich die Knospen sah, war die Spannung groß. Denn Mlokos haben auch am Naturstandort Farbvarianten von pink, weiß und rot. Ich wollte natürlich die gelbe! Bei der dritten Mloko freue ich dann auf eine andere Farbe.
Bezugsquellen: Viele Staudengärtnereien sowie spezielle Pfingstrosengärtnereien
Literatur: https://www.gaissmayer.de/web/welt/pflanzenwissen/stauden/sortiment/pfingstrosen/paeonia-mlokosewitschii/ mit guten Fotos auch von Aufwuchs und Samenständen; https://www.uni-potsdam.de/de/botanischer-garten/aktuelles/pflanze-des-monats/archiv/paeonia-mlokosewitschii
[1] Martin Page, The gardeners Guide to growing peonies, David& Charles Publishers, 1997, 2002, S. 63 [2] Im Internet findet sich ein bewegender Bericht über das Leben dieses bescheidenen Allround-Naturforschers, der 50 Publikationen veröffentlicht hat, vom Zaren wegen angeblicher Verbindungen zu Aufständischen in der Bergen für vier Jahre in die Verbannung geschickt wurde, und trotz aller Misshelligkeiten in Lagodekhi einen Park und einen botanischen Garten aufgebaut hat https://www-polonia--baku-org.translate.goog/pl/mlokosiewicz.phtml?_x_tr_sch=http&_x_tr_sl=pl&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc. [3] Irmgard Rieck, Friedrich Hertle, Strauchpfingstrosen, Ulmer 2002, S.46
Wulfenia, der Pflanzenmethusalem wünscht sich Kuhtritte 2026.04.19 Das nötigt Respekt ab: Rund 10 Mio. Jahre gibt es sie schon nahezu unverändert die Pflanzengattung Wulfenia. D.h. sie existierte schon in der feuchten subtropischen Warmzeit des Miozäns (frühere Bezeichnung Tertiär) und sie hat die anschließende Eiszeit knapp, ja ziemlich knapp, überlebt, nämlich in Europa in nur zwei sehr kleinen Arealen am Gartnerkofel in den Karnischen Alpen und im Prokletije-Gebirge in Albanien. Die rührigen Kärntner Tourismusmanager haben aus der „Kärntner Landesblume“ oder „Wunderblume“ oder auch fälschlich „Eiszeitblume“ (da voreiszeitlich) eine Tourismusattraktion gemacht, einschließlich eines Wulfeniafestes. Das hatte mich misstrauisch gemacht. Vielleicht könnte das große Alter der Wulfenia carinthiaca (so der korrekte botanische Name) nur eine gute Tourismusidee sein , zumal die Website des Kärntner Landesmuseums zurückhaltend mitteilt, „die Wulfenia gilt als Tertiärrelikt“. Vorsichthalber habe ich deswegen beim Kärntner Landesmuseum nachgefragt. Die Antwort kam prompt am nächsten Tag, was mir große Achtung abverlangt, durch Mag. Dr. Roland K. Eberwein, Abteilungsleiter Botanik des Museums: „Keine Tourismusmasche, sondern wissenschaftlich belegt.“ Ein seiner Mail beigefügter Artikel internationaler Autoren hat unter Nutzung einer Reihe von wissenschaftlichen Methoden nicht nur das Allter bestimmt, sondern auch festgestellt, dass es sich bei den beiden europäischen Vorkommen um die gleiche Wulfenia-Art handelt. Im Garten zählt die Wulfenia eher zu den bescheideneren Pflanzen, gehört sie doch in die Familie der Wegerichgewächse. Am ehesten erkennt man diese Verwandtschaft an der Blattrosette, die sich aus 4 cm breiten, gekerbten, wintergrünen Blättern zusammensetzt. Aus der Mitte der Rosette erhebt sich im Garten schon jetzt im April der 20 cm hohe Blütenstand mit den dicht gedrängten blauen. traubenförmig angeordneten Blüten. Diese sind röhrenförmig, 3cm lang mit einem Durchmesser von 2 mm und weitgehend nach einer Seite ausgerichtet. In meinem Garten im Tiefland erreichen die Blüten nicht ganz die Farbtiefe wie am Naturstandort. Diese Erscheinung ist bei manchen alpinen Stauden zu beobachten. Grund ist das viel intensivere Licht in den Bergen. Nach und nach breitet sich die Staude durch Tochterpflanzen sehr langsam aus. Wulfenias wünschen sich humosen, nicht ganz austrocknenden Boden, denn im Miozän herrscht ein feuchtes Klima. In meinem Garten fühlt sich die Wulfenia carinthiaca am unteren Ende des nach Osten ausgerichteten Steingartenhangs wohl, wo sich fast immer etwas Feuchtigkeit ansammelt. Aus dem Vermehrungsmaterial habe ich ein Paar Pflänzchen vor fünf Jahren an den Rand des halbschattigen Vorgartens gesetzt. Dort haben sie sich zwar angesiedelt, aber in diesem Jahr blüht die Wulfenia an diesem Standort endlich zum ersten Mal. Man sieht, eine zähe und langlebige Pflanze.
Im Garten kann man Wulfenien halten, auch ohne dass zugleich Kühe dort herumwandeln. Die Pflanzen sollten jedoch nicht von wüchsigen Nachbarn bedrängt werden. Dann bleibt der Methusalem als Gartenpflanze sehr lange quicklebendig. Wer die „Wunderblume“ am Naturstandort sehen will, kann sich noch in diesem Jahr vom Überleben des Pflanzenmethusalems überzeugen. Denn dort liegen der Blütezeitraum (und das Wulfeniafest) im Juni, etwa zurzeit der Sonnenwende. Für die Wissenschaft sind zwar viele, aber noch längst nicht alle Rätsel, welche die Wulfenia aufgibt, geklärt. So kann kein Botaniker den Grund dafür erkennen, warum die Pflanze sich nicht längst an anderen, vergleichbaren Standorten der Alpen angesiedelt hat. Infos: https://landesmuseum.ktn.gv.at/DE/repos/files/landesmuseum/DATEIEN/KBZ%20Highlights/Highlights%2004%20April_Wulfenia%20carinthiaca.pdf?exp=1020836&fps=07cbc46fea8d183147fc7fc3d1c258161396ea80, https://wulfen-wiki.de/index.php/Wulfenie
Bezugsquellen: Staudengärtnereinen bieten oft Sorten an, die sich aber nur wenig von der Art Wulfenia carinthiaca unterscheiden, z.B. https://www.sarastro-stauden.com; https://www.staudenspatz.de. Meine Pflanzen stammen von der Pflanzenbörse des Botanischen Gartens Düsseldorf und sind die echte Art Wulfenia carinthiaca.
Veilchen wie Vrühling 2026.03.25
Keine Zweifel aber lässt der Duft. Er hat das Duftveilchen (Viola odorata) zum Hauptdarsteller gemacht und das Hundsveilchen (Viola canina) zum Komparsen. Viele berühmte Parfums enthalten Veilchenduft und das Internet hält einen Vergleich der 10 besten Veilchenduftparfums bereit. Beide Veilchenarten sind essbar und können z.B. kandiert werden oder als Dekoration dem Salat beigegeben werden. Die Blüten schmecken nicht nur uns Menschen. Über Nacht kann es passieren, dass ganze Veilchenteppiche ihrer Blüten ledig geworden sind, weil sich die Schnecken an ihnen gelabt haben. Deswegen hatte ich kaum Fotomaterial, als ich mich für den Veilchenblog entschieden habe. Die Schnecken waren schneller.
Die Blüte des Duftveilchens ist ein kleines Kunstwerk der Natur. Es hat die typische Stiefmütterchenform (aber als Miniatur) und die fünf dunkelviolettfarbenen Kronblätter bilden eine 2 cm große Krone. Auf dem hellen Grund der Blüte finden sich die orangenen Geschlechtsorgane, von denen aus eine dünne blassviolette Aderung entspringt. Die zwei seitlichen Blütenblätter sind mit einem kurzen weißen Bart geschmückt. Es gibt unzähliger Sorten des Duftveilchens, von denen die bekannteste „Königin Charlotte“ ist. Angesichts der Versamungsfreudigkeit des
Veilchens ist es jedoch schwer, Sortenreinheit zu erhalten. Denn im Garten ist das Duftveilchen nicht berechenbar. Die Ameisen tragen die Samen irgendwohin und oft finden sie sich dann zum Ärger des Gärtners mitten in anderen Stauden. Veilchen wieder zu entfernen ist Weniger bekannt ist, dass es noch rund 500 anderer Veilchenarten gibt, darunter zwölf, die in Deutschland vorkommen. In meinem Garten habe ich davon nur das Sumpfveilchen (Viola palustris) in der kleinen Wiese nahe dem wechselfeuchten Graben, das im Sommer altrosa blüht (Leider kein Foto). Auf Hinweis der Website der Gärtnerei Gaißmayer habe ich Engelstrompeten (Datura) im Topf mit Parmaveilchen (Viola suavis) unterpflanzt. Das Ziel, durch dichten Wuchs unerwünschte Gräser etc. zurückzuhalten, wurde zwar erreicht. Bislang hat das Parmaveilchen aber noch nie geblüht, so dass ich auch nicht über den angeblich einmaligen Duft berichten kann. Die Befassung mit dem Blog bringt mich jetzt auf den Gedanken, es einmal im Wintergarten und draußen auszupflanzen – vielleicht kann ich dann auf Duft hoffen. Wie anpassungsfähig die Natur ist, zeigt das Galmeiveilchen, von dem es eine gelbe Variante aus dem Raum Stolberg/Eifel ((Viola calaminaria) und eine blaue aus dem Kreis Paderborn (Viola guestfalica) gibt. Das Besondere: Dieses Veilchen verträgt nicht nur das Gift von Schwermetallen wie Zink und Blei, sondern es braucht geradezu schwermetallbelastete Böden, um gedeihen zu können. Galmei ist Zahlreiche Veilchenarten gibt es im alpinen Raum. Eines der schönsten ist Dubys Veilchen. „Veilchen wie Vrühling“ habe ich getitelt. Stimmt nicht ganz. Denn es gibt viel mehr Veilchenarten als nur das Duftveilchen und es gibt auch Arten, die erst später blühen. Zur Galmeivegetation: https://www.umwelt.nrw.de/themen/naturschutz/natur/biologische-vielfalt-und-biodiversitaetsstrategie-nrw/artenhilfsprogramme/galmeivegetation Bezugsquellen: Duftveilchensorten u.a. https://www.gaissmayer.de; Parmaveilchen Rühlemann’s https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de
Ein seltener Gartengast, die Ungarische Zeitlose, gen. Velebit Star 2026.02.16 Die Anzahl der bereits im Januar/Februar im Garten blühenden Staudenarten hält sich in Grenzen. Mit Ausnahme der wintergrünen Christrose, (Helleborus niger) zählen alle zur Gruppe der Geophyten, also der Pflanzen, die frühzeitig austreiben und blühen und sehr schnell ihre Vegetationsperiode wieder beenden, wenn der Lichteinfall geringer wird, weil sich an ihrem Naturstandort das Blätterdach der Bäume schließt oder die Grasnarbe zu hoch wird. Schneeglöckchen, Krokusse, Frühlingsalpenveilchen und Märzenbecher sind es, die uns mit ihren kleinen Blüten bereits Anfang Februar erfreuen. Das war es dann aber auch. Umso mehr finde ich es schade, dass man sie nur in wenigen Gärten sieht. Angesichts der geringen Zahl von Jahresanfangblühern unter den Stauden ist es kein Wunder, dass sich die Liebe vieler Gartensüchtiger auf das Schneeglöckchen stürzt, mit der Folge, dass neben den 24 Wildarten inzwischen mehr als 1000 Schneeglöckchensorten entstanden sind.
Ich habe den Star erst im zweiten Versuch erkannt; so klein waren zu diesem Zeitpunkt die Blüten. Maximal 1 cm maßen die sechs Blütenblätter. Aber im Lauf der langen Blütezeit der Pflanze - denn nicht täglich kommt in Winter ein bestäubungswilliges Insekt vorbei - sind die sich sternförmigen flach ausbreitenden Blütenblätter auf etwa 2 cm Länge angewachsen, so dass die kleine Zeitlose bei der Blütengröße mindestens mit den im Garten in der Nähe stehenden Winterlingen mithalten können. Auffällig sind in der weißen Blüte die schwarz-purpurfarbenen Staubbeutel. In Deutschland ist der Velebit Star nicht ganz einfach zu erwerben. Erst recht gilt das für eine schwach violett blühende Sorte namens ‚Valentine‘, die neben der weißen Blütengrundform gelegentlich im Handel sein soll.
Allerdings, ausbreitungsfreudig könnte auch der Velebit Star sein. Auf der Website „Kroatiens Fauna und Flora“ findet sich der Hinweis, dass Dalmatiens Wiesen im Januar und Februar mit den kleinen weißen Sternen der Ungarischen Zeitlose übersät seien. Die Standortbedingungen in meinem kleinen Steingartenhang könnten passen: Sonne, kalkreicher, lockerer Boden, im Sommer eher trocken! Solche massenhaften Bestände kennt man auch von anderen Geophyten, wie den Schneeglöckchen, die deswegen zurzeit meinen Garten prägen.
Literatur mit vielen Details: https://kroatiens-fauna-und-flora.org/index.php?title=Colchicum_hungaricum_Janka,_1886 Bezugsquelle: Zwiebeln https://www.floralpin.de/
Gelbgrüne Heuchera: Eine Füllstaude als Star 2026.01.21 Der Begriff der „Füllstaude“ ist ein wenig unfreundlich. Er bedeutet, dass mit einer derartigen Pflanze Lücken im Beet geschlossen werden. Sie selbst soll eher unscheinbar sein, um die anderen Stauden desto besser hervorzuheben zu können. Gibt man den Begriff „Füllstaude“ im Internet ein, so wird unter anderem die Gattung Heuchera als ein Beispiel erwähnt.
Der Grund ist die außergewöhnlich kräftige, helle gelbgrüne Farbe der weichen, am Rand gelappten ganzjährigen Blätter. Jetzt im Winter Die Blüten erscheinen im Spätsommer und Herbst, sind nicht purpurn, sondern weiß bis cremegelb und winzig und stehen in hohen rispenförmigen Blütenständen bis 50 cm über den Blättern. Das sieht hübsch aus, aber dennoch machen die Blattfarben die Attraktivität der Pflanze aus. Die Heucherapflanzen machen kaum Probleme. Schnecken verschonen sie zwar nicht völlig, aber Heuchera gehören gewiss nicht zu ihrer Lieblingsspeise. Zum Blattwechsel im Frühjahr kann man die alten Blätter aus optischen Gründen zurückschneiden. Der Standort sollte nicht total austrocknen und nicht tiefschattig sein, weil die Farbe an lichteren Strandorten heller und vor allem gelber wirkt. Die heiße Sommersonne ist auf der andwren Seite erst recht nicht zuträglich, weil sie Sonnenbrandflecken auf den Blättern verursacht. Die Pflanzen bilden daumendicke kurze, ein wenig verholzende Rhizome, die sich allmählich unter- oder auch oberirdisch ausbreiten. Diese kann man dort, wo es nicht passt, abnehmen und, soweit sich schon Wurzeln gebildet, an anderer Stelle neu einpflanzen. Das ist kinderleicht. Alles in allem demnach eine sehr pflegeleichte Pflanze! Füllstaude hin oder her. In meinem Garten erfüllt sie eine wichtige Funktion und macht kaum Ärger. Möglich, liebe Leser, dass Sie jetzt nach so viel Lobpreisung gerne den Sortennamen wissen möchten. Da muss ich leider vorsichtig sein.. Ein Etikett war bei dem Geschenk nicht dabei und sähe in einer Bühnendekoration auch nicht gut aus. Das Bildmaterial im Internet Letztlich ist nicht die sichere Namensbestimmung, sondern die Qualität der Pflanze wichtig. Und die ist für mich in großem Ausmaß gegeben. Literatur: Heuchera-Sichtung in Erfurt zu 180 Heuchera-Sorten: Bezugsquelle für Heuchera villosa ‘Citronelle‘ :z.B.: https://www.stauden-stade.de; https://www.baumschule-horstmann.de/ mit netter Bescheibung.
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