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Blog 2021

Wintergrüne Farne für schattige Stellen                                                                                                              2020-01-04

 

Wintergrüne Farne für schattige Stellen  2020-01-04                                                                 

Mein Vorgarten liegt an der reinen Nordseite. Während der östliche Bereich immerhin einiges an Morgensonne mitbekommt,  kennt die westliche Seite nahezu immer nur Schatten. Hinzu kommt, dass ganz im Westen zur Abschirmung des Grundstücks ein breit ausladender Mispelbaum steht (Blog 2018-11-20 im Archiv). Etwas Struktur bringen im schneelosen Winter in diesen Bereich die Hortensien und ein immergrüner 1 m  hoher und breiter  Seidelbast (Daphne tangutica).  Dennoch blieben in der Vergangenheit im Winter größere Bereiche ziemlich kahl bis sich Schneeglöckchcn und Staudenaustriebe im Vorfrühling zeigten. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht.  

Zetischriftenartikel brachten mich dann auf die  Idee, wintergrüne Farne einzusetzen. Obwohl ich mit Farnen bis heute etwas fremdle, da ich Probleme habe, sie auseinander zu halten, wollte ich das einmal ausprobieren. Nach zwei, drei Jahren glaube ich, sagen zu können, dass die Idee gar nicht so schlecht war.

Kein Problem mit dem Auseinanderhalten der Farne habe ich allerdings mit dem heimischen Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), der meinen Garten schon lange besiedelt. Die  sattgrünen, ganzrandigen bis 50 cm langen Blätter bilden  einen schönen Trichter, wenn nicht mehrere Exemplare ineinanderwachsen.  Durch seine glatten, glänzenden, zungenförmigen Blattwedel unterscheidet er sich deutlich von allen gefiederten Farnverwandten. Die Hirschzunge mag denKalkboden meines Gartens sehr, sät sich daher auch gerne  aus und ist inzwischen an verschiedensten Stellen im Garten zu finden, da sie Sonne und Schatten verträgt. Weil groß gewordene Exemplare sich nicht so leicht wieder entfernen lassen, sollte man an unpassenden Stellen die kleinen Pflanzen zeitig entfernen. Desto mehr freue ich mich, wenn der Farn plötzlich eine Stelle gefunden hat,  in die er sich wunderbar einfügt und auf die ich nie gekommen wäre. Vor dem Neuaustrieb der Blätter schneide ich die des Vorjahres ab in der Hoffnung , dass dadurch weniger Sporen für Jungpflanzen sorgen.  Vom Hirschzungenfarn gibt es Sorten mit stärker gewellten oder auch  krausen Wedeln und auch unter meinen Jungpflanzen finden sich immer wieder solche Exemplare. Ich persönlich finde allerdings, dass die Eleganz des Blattwerks durch glatte, allenfalls leicht gewellte  Blätter am besten zum Ausdruck kommt. Hirschzungein einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.Hirschzungein einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.  

 Neu gekauft habe ich vor drei Jahren, um den Vorgarten im Winter interessanter zu machen, zwei andere Farne. Der Ilexfarn (Cyrtomium fortunei) hat dunkle, immergrüne,  bis 70 cm lange Blätter. Auffällig sind die großen, sichelförmigen ungeteilten Blattfiedern. Auch er bildet einen schönen Trichter. Der Ilexfarn verträgt sehr viel Schatten, denn zusätzlich zum Haus- und Baumschatten steht ein Exemplar noch unter dem breit ausladenden  Seidelbast.Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride. Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride.

Ganz so tiefen Schatten mag der ebenfalls damals neu gekaufte Schwertfarn ( Polystichum munitum) nicht, sonst bildet er nur halbe Wedeltrichter aus oder wächst etwas mickrig. Seine ledrigen, glänzenden, mittelgrünen, bis  50 cm langen Wedel sind einfach gefiedert, haben eine straffen Wuchs und hängen nur leicht über. Beim Schwertfarn und den anderen einen Wedeltrichter bildenden Farnen nehme ich das Herbstlaub aus dem Trichter"nest" heraus, nicht weil es sein muss, sondern weil diese Pflanzen ja gerade im Winter ihren Gartenhöhepunkt feiern.  Ansonsten mögen sie natürlich das Humus bildende Laub, denn es handelt sich ja um Waldbewohner.

Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Von einem Gartenfreund erhielt ich einen weiteren Farn, der jetzt meinen Vorgarten belebt, den Ketten- ,  oder schöner, Perlenfarn (Woodwardia unigemmata 'Crispa'). Erst wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen; aber jetzt bin ich ganz stolz auf ihn. Seine zweifach gefiederten, flach liegenden Wedel mit langen Stielen werden bis zu 1,50 m lang. Bei der Sorte 'Crispa' sind die Fiederspitzen gewellt (sh. Foto auf der Start-Seite). Wirklich wunderschön ist der leuchtend rotbraune Austrieb. Da die Wedel nach und nach über einen längeren Zetiraum erscheinen, kann man sich an deren Aufrollen immer wieder erfreuen. Aber auch im Winter gibt der Farn ein gutes Bild ab.
 
Woodwardia unigemmata kann sich nciht nur über Sporen, sondern auch über Brutbulbillen vermehren. Es soll sich jeweils eine Bulbille pro Wedel unterhalb der Achsenspitze der oberen Fieder bilden. Bei meiner Der noch junge Perlenfarn im WinterDer noch junge Perlenfarn im WinterPflanze habe ich noch keine solchen Brutknospen gefunden. Vermutlich ist die Pflanze noch zu jung, um sie auszubilden, denn die Wedel erreichen erst eine Länge von maximal 50 cm.   Sollten sich Brutknospen einstellen, werde ich einmal einen Vermehrungsversuch wagen. Die Fähigkeit, Brutbulbillen zu bilden, dürfte der Grund für das Epitheton "unigemmata" der botanischen Bezeichnung sein, was ja so viel heißt wie "mit einer Perle ausgestattet". Und deswegen, nicht nur weil es schöner klingt, sollte sich im Deutschen der Name Perlenfarn statt Kettenfarn durchsetzen.
 

Die wintergrünen Farne haben also einen festen Platz in meinem Garten erobert und ich finde, dass sie sich gut machen.  Mein Problem ist  jetzt, aufzupassen,  dass mich nicht die Sammelleidenchaft  erfasst,  zu der ich neige. Drei weitere wintergrüne Farnarten habe ich schon im Blick.  Aber dann muss Schluss sein.

Bezugssquellen: Stauden Junge https://www.bluetenblatt.de/ Staudengärtnerei Kirschenlohr https://www.stauden-kirschenlohr.de/

 

 


 

 

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