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Blog 2021

Sumpfspaltgriffel für frühlingsfrohe Farben im Herbst                                                                                                                                                               2021-08-23

Keine Angst vor dem Kerzenknöterich - trotz "böser Verwandtschaft"                                                                                                                                2021-08-23

Agapanthus - vielgeliebte Liebesblume                                                                                                                                                                                              2021-07-27

Welche  Iris verdient den Regenbogen?                                                                                                                                                                                              2021-06-12

Meine Muhe mit mittelhohen Maiphloxen                                                                                                                                                                                         2021-05-23

Zwei Gesichter - die Schachbrettblume                                                                                                                                                                                              2021-04-25

 Chartreuse - Farbe der Vorfrühlingsnieswurze                                                                                                                                                                                2021-03-14

Nach dem Frost                                                                                                                                                                                                                                             2021-02-28 Wintergrüne Farne für schattige Stellen                                                                                                                                                                                             2021-01-04

 

Sumpfspaltgriffel für frühlingsfrohe Farben im Herbst                                    28.09.2021

 Roter Sumpfspaltgriffel, Sorte 'Major' (Schizostylis cocciinea 'Major')Roter Sumpfspaltgriffel, Sorte 'Major' (Schizostylis cocciinea 'Major')Der Sumpfspaltgriffel (Schizostylis coccinea, manchmal auch Hesperantha c.) heißt so merkwürdig, weil sein Griffel, also der Teil der Blüte, der die weiblichen Organe trägt, tief in drei Teile gespalten ist. Um eine gängigere Bezeichnung zu haben, wir oft der Begriff Sumpfgladiole verwendet. Den  sollte man aber für die heimische  Sumpfgladiole (Gladiolus palustris) reservieren, denn  der Sumpfspaltgriffel kommt aus einer anderen Pflanzengattung, wie man beim Blick auf die Blüte schnell erkennt. Diese besteht aus sechs sternförmig angeordneten Blütenblättern, knallrot oder rosa. Auch weiße Sorten gibt es. Der Pflanzanaufbau, das ist einzuräumen, ähnelt aber mit den schwertförmigen Blättern und den entlang des Blütenstiels von unten nach oben angeordneten Blüten stark dem von Gladiolen.

Morgens um neun Uhr noch SchlafmützeMorgens um neun Uhr noch SchlafmützeBeim Sumpfspaltgriffel ist mir besonders aufgefallen, was vielen Pflanzen zu eigen ist: Er öffnet seine Blüten nur tagsüber, möglichst bei Sonne. Auch dann, wenn bei Tag die Wolken zunehmen, schließen sich oft die Blüten. Mir wurde das  wahrscheinlich deswegen bewusst, weil ich mehrfach versucht hatte, die Blumen zu fotografieren, sie dann aber immer gerade ihren Schlafmützenzustand zeigten. Die Botaniker erklären den Vorgang so, dass die Blüten Photo- und Thermosensoren haben, die bei Sonne oder steigender Wärme Signale an die Zellen im inneren Blütenboden aussenden, damit diese den Druck des  Zellsaftes erhöhen. Dann strecken sich die Zellen der Innenseite der Blüte. Die Blüte öffnet sich.

 Schizostylis coccinea kommt aus dem südlichen Afrika und liebt Sonne und feuchten Boden. Es muss aber nicht gerade Sumpf sein und auch gelegentliche Trockenheit wird akzeptiert. Die Staude blüht von August bis September und bereichert insbeondere mit dem roten Farbton der Sorte 'Major' die eher gedämpfte spätsommerliche udn herbsltiche Farbpalette des Gartens. Auch jetzt, Ende September, treiben noch einzelne Blütenstiele aus.

Man erkennt gut neben den Staubfäden die drei langen Griffeläste, die der Pflanze den Namen geben.Man erkennt gut neben den Staubfäden die drei langen Griffeläste, die der Pflanze den Namen geben.Zwei Nachteile werden der Pflanze  nachgesagt. Zum einen, wie bei Südafrika-Plfanzen häufig, die Frostempfindlichkeit.   Dazu muss ich sagen, dass meine Pflanzen ohne Frostschutzmaßnahmen den harten Frost von - 15 Grad Celsius im Februar gut überstanden haben (sh. auc h Blog 2021-02). Zum anderen haben ihre Rhizome einen gewissen Ausbreitungsdrang und könnten benachbarten Pflanzen zu schaffen machen.  Auch sollen sie sich relativ stark versamen.  Das muss ich noch genauer beobachten, weil ich die Pflanzen erst vier oder fünf Jahre im Garten habe. An einer Stelle hat sie sich allerdings in diesem Jahr nur spärlich zurückgemeldet, weil sich dort eine daneben stehende Anemone leveillei  breit gemacht hat. So stark scheint der Ausbreituungsdrang also vielleicht doch nicht zu sein.

Noch einmal zur (echten) Sumpfgladiole.  Sie ist im Garten nicht ganz einfach zu halten und meine bisherigen Versuche sind leider schief gegangen. Weil sie eine der attraktivsten heimischen Pflanzen ist, will ich es aber erneut versuchen. Sollte sich diesmal der Erfolg einstellen, werde ich berichten.Ensemble aus roten und rosa blühenden Pflanzen des Spaltgriffels, dahinter Begonia grandisEnsemble aus roten und rosa blühenden Pflanzen des Spaltgriffels, dahinter Begonia grandis

Bezugsquelle: https://www.stauden-stade.de/index.cfm; ferner viele Gartencenter

 


 

Keine Angst vor dem Kerzenknöterich - trotz "böser Verwandtschaft"  23.08.2021

Beim Namen Knöterich rümpfen viele Hobbygärtner die Nase: "Das ist doch diese wüste Schlingpflanze, die nicht zu bändigen ist ." Oder: "Das ist doch das Zeug am Straßenrand, das alles andere  verdrängt." Stimmt beides , oder auch nicht. In der Tat, wenn man den Schlingknöterich (Fallopia aubertii) pflanzen will, muss man sich den Pflanzplatz genau überlegen. Nicht umsonst nennt man ihn auch "Architektentrost", weil er innerhalb eines Jahres bis zu 3 m an Länge zunehmen kann und insgesamt eine solche von 12 m erreicht, wobei er alles zudeckt, was ihm in die Quere kommt  einschließllich hässlicher Gebäudeteile.

Bistorta amplexicaulis 'Fat Domino' - Der Blütenstand ist Grund für den deutschen Namen KerzenknöterichBistorta amplexicaulis 'Fat Domino' - Der Blütenstand ist Grund für den deutschen Namen KerzenknöterichAuch einen anderen Knöterich möchten Gartenbesitzer auf keinen Fall in ihren Gärten sehen, den Japanknöterich (Fallopia japonica). Als  Philipp Franz von Siebold ihn 1825 zu Zier- und Viehfutterzwecken in Europa einführte, ahnte er nicht, dass sein Schützling sich so wohl fühlen würde, dass der ungehemmte Ausbreitungsdrang des sog.  Neophyten insbesondere an Flußufern, Autobahnauffahrten und Böschungen, ihn  zu einer der unerwünschtesten Pflanzen in Europa machen würden. Die Bekämpfung ist fast unmöglich und die friedliebende Schweiz hat ihm sogar den Krieg erklärt. Da hilft es auch wenig, dass man die jungen Sprosse essen kann - so viel schafft keiner.   Ich bin nur froh, dass dieser Knöterich nicht nach dem klugen Kosmopoliten, Arzt, Naturforscher und Begründer der Japanologie  Philipp Franz von Siebold benannt worden ist. Denn es tragen viele Tiere und Pflanzen in ihrer botanischen Artbezeichnung seinen Namen, z.B. auch die in meinem Garten sich wohlfühlende Primula sieboldii. (Näheres zum romanhaften Lebens Siebolds  unter https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Franz_von_Siebold).

Dei Blätter sehen anderen Knöterichblättern ähnlich, die oberen greifen um den Stängel herumDei Blätter sehen anderen Knöterichblättern ähnlich, die oberen greifen um den Stängel herum

Kein Wunder also, dass mich der Besuch eines eigentlich sehr pflanzenkundigen Famililenmitglieds  die erste Pflanze des Kerzenknöterichs (Bistorta amplexicaulis) in meinem Garten gekostet hat. Flugs wurde der Kerzenknöterich, bevor ich eingreifen konnte,  bei dessen Gartenbesichtigung gutmeinend sofort ausgerissen - die Blätter sehen den Blättern des Japanknöterichs durchaus ähnlich und im nichtblühenden Zustand  kann man sie schon mal verwechseln. 

Der Kerzenknöterich ist  - anders als die vorgenannten Knöteriche -  meiner Meinung nach eine fast unverzichtbare Gartenpflanze und hat nicht umsonst in den letzten Jahren eine große Gartenkarriere gemacht, so dass zahlreiche Sorten von ihm entstanden sind. Er wuchert nicht, sondern wächst staudig und seine Horste breiten sich nur langsam aus.  In Die Sorte 'Alba' wächst im Schatten nur schwachDie Sorte 'Alba' wächst im Schatten nur schwachseiner Standfestigkeit, seinem Habitus und seiner langen Blüte passt er perfekt zu den gestalterischen Ideen, die  man unter Dutch Wave und New German Style zusammenfasst.  Aber auch wenn man für solche eher großflächigen Gartenkonzepte keinen Platz im Hausgarten hat, lässt sich der Kerzenknöterich gut mit Spätsommer- und Herbstblühern vergesellschaften. Wirkung entfaltet er aber auch hier am besten, wenn man ihm wenigstens einen halben Quadratmeter Fläche gibt.

Wie der deutsche Name sagt, sind die meist purpurrote Blütenrispen hier  kerzenförmig reduziert, während die vorgenannte  "böse Verwandtschaft" klassische weiße Blütenrispen trägt. Der Artbeiname "amplexicaulis" bedeutet stängelumfassend und in der Tat lässt sich gut erkennen, dass die oberen Blätter den Stängel im Ansatz vollständig umfassen.

Rechts der verblühende Pflanzpartner Phlox paniculata, eine weiß blühende Flammenblume Rechts der verblühende Pflanzpartner Phlox paniculata, eine weiß blühende Flammenblume Kerzenknöteriche lieben volle Sonne oder wenigstens Halbschatten; irrtümlich hatte ich sie zunächst für Schattenpflanzen gehalten; dort haben sie zwar überdauert, aber als eher mickrige Gestalten. Die Pflanze fühlt sich offenkundig in dem schweren, das Wasser haltenden  Boden meines Gartens wohl. Schädlinge habe ich nicht gefunden, und auch Schnecken und Wühlmäuse haben sie bisher in Ruhe auf ihre Höhe von 1,30 m wachsen lassen. 

Bei der Sortenwahl  habe ich mich auf 'Fat Domino' konzentriert, eine Sorte, wohl die dicksten dunkelroten Blütenkerzen zeigt.  Die Sorte 'Alba', mit weißen Kerzen im Schatten stehend, muss ich dringend umpflanzen.

Zu Blühbegimn Mitte Juli paart sich der Knöterich schön mit einer weißen, duftenden Flammenblume (Phlox paniculata),  um jetzt Mitte August nach deren Abblühen bis Blühende im Oktober  zur neuen Blumenpartnerin Herbstanemone, der ebenfalls weißen Anemone japonica 'Honorine Jobert' (Blog 2020-10), zu wechseln. Wer hätte das gedacht, ein Knöterich, gleich von zwei Schönheiten umgarnt, ist diesen ebenbürtig.

 Unter dem Birnbaum mit Anemone japonica 'Honorine Jobert' - gemeinsame Blüte bis OktoberUnter dem Birnbaum mit Anemone japonica 'Honorine Jobert' - gemeinsame Blüte bis Oktober

 

Literatur: Torsten Matschiess, Avant Gardening, 2017, mit  einer Bewertung verschiedener Sorten, https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/knoeterich/kerzenknoeterich

Bezugsquellen: z.B. https://www.stauden-stade.de/ mit 17 Sorten, https://www.gaissmayer.de/web/shop/ mit 11 Sorten

 

 


 

Agapanthus - vielgeliebte Liebesblume

Großblütiger Agapanthus im Kübel verblüht Ende Juli - vor dem Vasenschnitt mit 16 BlütenständenGroßblütiger Agapanthus im Kübel verblüht Ende Juli - vor dem Vasenschnitt mit 16 BlütenständenAgapanthus, mit dem deutschen Namen Schmucklilie, ist ein besonderer Hingucker in Kübelgärten, z.B. vor der Cafeteria des Rombergparks in Dortmund. Wortlich übersetzt heißt Agapanthus Liebesblume, was  mir noch besser gefällt, auch weil es sich botanisch nicht um eine Lilie handelt. Die blau oder weiß blühende Pflanze aus Südafrika hat sich in manchen subtropischen Ländern  wild ausgebreitet. Unvergesslich sind für mich z.B. die zur Jahreswende auf Madeira blühenden Agapanthussäume der Art Agapanthus praecox im Halbschatten entlang der  berühmten künsttlichen Wassergräben Madeiras, der Levadas.*

In der Botanik unterscheidet man sieben Arten des Agapanthus, was für Hobbygärtner weniger wichtig ist, da im Handel praktisch ausschließlich Hybriden, also Sorten, erhältlich sind. Entscheidend ist vielmehr der Verwendungszweck: Freiland oder Kübel (d.h. Frost A. 'Mr. Brouwer' steht trotz Regengüssen stramm aufrechtA. 'Mr. Brouwer' steht trotz Regengüssen stramm aufrechtverträglich, ja oder nein, meist gleichbedeuternd mit  im Winter einziehend oder wintergrün), groß oder klein, Farbe blau oder weiß.

Ich selbst habe  vier verschiedene blau blühende Agapanthus, zwei im Kübel und zwei im Freiland. Das Wichtigste vorweg: Alle gedeihen weitgehend problemlos.

Eine ziemlich groß werdende und relativ großblütige  Kübelpflanze bekam ich vor Jahren geschenkt. Deswegen ist es mir ausnahmsweise nicht unangenehm, die Sorte nicht zu wissen. Diese Kübel-Liebesblume blüht ab Anfang Juni, was sich lange vorher durch  das allmähliche Wachstum der Stängel und der Knospen ankündigt und dazu verleitet, immer wieder nachzuzählen, wieviele Blütenstände es wohl werden dürften.  Diese Pflanze ist ein Blühwunder. In den letzte beiden Sommern  hatte sie jeweils 16 Blütenstände.  Damit nicht Die dunklen Pollensäcke heben sich gut von den mittelblauen Blüten von A. 'Mr. Brouwer' ab.Die dunklen Pollensäcke heben sich gut von den mittelblauen Blüten von A. 'Mr. Brouwer' ab.genug. Nach dem Abschneiden der Stängel nach dem Verblühen gibt es eine Nachblüte mit  mehreren Blütenständen und auch im Winterquartier, dem frostfrei,  aber kalt gehaltenen Winterrgarten, treiben einzelne neue Blütenstände. Da sie den Raum im Kübel inzwischen voll in Anspruch nimmt, ist es kaum möglich,  von oben zu gießen. Also gieße ich in den Untersetzer, wo das Wasser oft auch länger steht,wenn es regnet. Die bei nassen Füße oft beschworene Wurzelfäule hat sich bisher erfreulicherweise nicht gezeigt.

Ein zweiter im Kübel gehaltener, aber im Winter einziehender Agapanthus, den ich schon am längsten habe (Sorte?),  ist viel niedriger, die Blätter sind nur gut 1 cm breit und 20 cm lang.  Obwohl er im Winter einzieht, sind Auspflanzversuche bisher misslungen. Erstmals scheint er in diesem Jahr nicht blühen zu wollen; vermutlich ist es ihm im Topf zu eng und A. 'Northern Star'A. 'Northern Star'ich muss ihn im Frühjahr teilen. Dann werde ich wieder einmal ein Teilstück auspflanzen. 

Die beiden im Freliand stehenden Sorten sind  A. 'Northern Star', gekauft 2014 auf der Raritätenbörse der Essener Gruga, und  A. 'Mr. Brouwer', gekauft 2015 bei Sarastro. Beide haben bisher alle Winter, auch den letzten mit Minus  15  Grad, unter einem leichten Sctutz aus Laub und grober Pinienrinde unbeschadet überstanden, wobei im letzten Winter die in unserer Region seltene Schneedecke  geholfen haben dürfte (vgl.  Blog 2021-02).

Die Blütezeit beider beginnt gerade jetzt Ende Juli. Mr. Brouwer hat in diesem Jahr 11 Blütenstände, Northern Star noch ein paar mehr, wobei die Zahl der Einzelblüten pro Blütenstand deutlich geringer ist. Für mich unterscheiden sie sich nur wenig. Die Blätter sind 2 cm breit und 40 cm lang, die Blütenstände sind etwa 80-90 cm  hoch. Die Blüten von Mr. Brouwer sind außen udn innen mittelblau mit einen klaren dunkelblauen Mittelstrefien, während Northern Star eine Die Knospen und Außenseiten der Blüten von A. 'Northern Star' sind dunkelblauDie Knospen und Außenseiten der Blüten von A. 'Northern Star' sind dunkelblaudeutlich dunklere Blütenfarbe, insbesondere außen hat.  .Bei dieser Pflanze ist an einigen Blütenständen eine  auf 10-20 cm verlängertes Kelchblatt festzustellen. Der Grund ist mir unklar. Die Blütenstände beider stehen auf  straff  aufrechten Stängeln, besonders bei Mr. Brouwer,  und lassen sich auch durch die starken Regenfälle der letzten Tage nicht beeindrucken. 

 Agapanthusfreunde brauchen demnach auf diese schöne Pflanze nicht zu verzichten, auch wenn  sie nicht die Möglichkeit haben, sie im Kübel zu halten. Ich finde, die Freiland-Agapanthus sind unbedingt empfehlenswert und durch ihre etwas geringere Größe fügen sie sich besonders gut ins Beet ein.  Schädlinge habe ich bisher nicht bemerkt, Schnecken scheinen sie nicht zu mögen und darüber hinaus sind es langhaltende Vasenblumen.

Literatur: https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/schmucklilie-agapanthus

Bezugsquellen: Viele Staudengärtnereien; große Auswahl z.B. bei https://www.michaelcamphausen.de/pflanzen/  mit unbedingt lesenswerter Website zu Agapanthus; ferner  https://www.sarastro-stauden.com

*Nachtrag 10.08.: Von den Levadas auf Madeira hatte ich kein Foto, weil mir damals der Fotoapparat dort abhanden kam.  Wie schön, dass mir jetzt eine Leserin soz. als Beweis ein von ihr gemachtes  Foto mit Agapanthus am Rande einer Levada zugeschickt hat. Danke!

 

 

 

 

 



 

Welche  Iris verdient den Regenbogen?Hohe Bartiris (Iris barbata Sorte)Hohe Bartiris (Iris barbata Sorte)

Iris  der botanische Name der Schwertlilie, kommt aus dem Griechischen  und bedeutet  "Regenbogen". Sie heißt so,  weil die Blüten der Iris einen so großen Farbenreichtum haben.  Es stimmt, allein bei der Iris barbata, der Bartschwetlilie gibt es Blüten in fast alle Farben, abgesehen, so viel ich weiß, von einern richtig reinen Rot, sowie Zweit- und Drittfarben. Kein Wunder, dass sich Heerscharen von Züchtern einschließlich Hobbyzüchtern benühen, immer neue Farbvarianten und immer noch mehr Rüschen in die Blüte zu zaubern.  Ich  räume ein, dass ich  mich um die Neuzüchtungen  nicht kümmere, weil ich mich seit langem bei den hohen Sorten mit den 90 cm langen Blütesntielen mit einer tiefblauen Sorte, die beim Zerreiben der Blüte die Finger blau färbt, und einer weißen Sorte begnüge.  Aber ich verstehe natürlich, dass es  Spaß macht, noch mehrr Bunte Iris (Iris variegata)Bunte Iris (Iris variegata)Varianten herauszuzüchten.

Die ähnliche, viel kleinere Zwergiris (Iris barbata nana) blüht in meiner Trockenmauer, allerdings bereits Anfang Mai, also längst verblüht, in dunklem Blau.

Auch von der Iris sibirica, stehen in meinem Garten mehrere  Sorten in mittelblau, marineblau, weiß und aubergine.  Schließlich finden sich noch im feuchten Graben stehend die heimische gelbe Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und die später blühende Japaniris (Iris ensata), ferner habe ich im Garten die Koralleniris (I. foetidissima) und die Bunte Iris (I. variegata). Alle diese Irisarten und Sorten haben Rhizome, mit denen sie nach und nach den Horst vergrößern. Übrigens, es wird immer empfohlen, die Rhizome nach der Blüte aufzunehmen, die schwertförmigen Blätter einzukürzen und an neuem Standort einzupflanzen. Dann würden die Iris reicher blühen und nie versagen. Das ist mir viel zu lästig. Sie blühen auch so, vielleicht nicht in jedem Jahr, Wieseniris (Iris sibirica 'Ruffled Velvet') - ausnahmsweise weiß ich die SorteWieseniris (Iris sibirica 'Ruffled Velvet') - ausnahmsweise weiß ich die Sorteaber wenn man genug davon hat , stört das nicht. Es hilft, beim Austrieb zu düngen.

Alle Iris halten sich ewig im Garten. Bei mir stehen alle schon so lange, das ich die meisten Sorten nicht mehr nachvollziehen kann.

Unglaublich klare Farben haben schließlich die Sorten der Hollandiris (Iris x Hollandica), Hybridsorten, die keine Rhizome, sondern  Zwiebeln als Speicherogane besitzen: bei mir gelb, weiß und blau mit sehr schönen zusätzlichen Zeichnungen.

Leider ist in diesem Blog nicht Platz für Fotos von allen Iris. Vielleicht habe ich mal Zeit, mehr Fotos in den Menüpunkt Fotogalerie einzustellen.

Wenn ich alle diese Irisarten und Sorten aufzähle, die ja nur einen winzigen Ausschnitt aus dem Sortiment der Züchter und den 200 natürlichen Arten darstellen, dann hat das den Grund,  dass ich danach gesucht habe, welche von ihnen den Namen Regenbogen am meisten verdient. Gibt es eine Iris , deren Einzelbüte den Regenbogen erahnen lässt. Das sehe ich persönlich bei einer anderen als den bisher genannten Sorten und Arten.Im Vordergrund blaue Iris sibirica, daneben Etagenprimeln im Graben, Gelbe Taglilien, Akeleiblättrige Wiesenraute, gelb im Hintergrund Sumpfiris (Iris pseucacorus)Im Vordergrund blaue Iris sibirica, daneben Etagenprimeln im Graben, Gelbe Taglilien, Akeleiblättrige Wiesenraute, gelb im Hintergrund Sumpfiris (Iris pseucacorus)

 Ich meine  dass eine eher unbekannte Iris den Regenbogen verdient hat, die zudem noch eher bescheiden auftritt:  die Pflaumeniris (Iris graminea). Natürlich akzeptiere ich gegenteilige Meinungen, denn es gibt ja viele wunderschöne Iris. Für die Iris graminea will ich ein wenig  Werbung machen. Das Beiwort graminea bedeutet  grasartig und in der Tat kann man sie, wenn sie nicht blüht, vielleicht für eine Segge  halten, weil die Blätter nicht breiter sind und ihre Rhizome sich so ausbreiten, dass ein  rundes Enseble entsteht, das biszu 20 cm Durchmesser hat. Allerdings  ist der Blattaustrieb nicht grasartig, sondern typisch für Iris, also immer schwertförmig. Die Plaumeniris wird nur etwa 30-40cm hoch und versteckt sich gerne am Rand von Sträuchern. Vermutlich werden die Samen von Vögeln verbreitet, denn sie hat sich an ganz unterschiedlichen Stellen im Garten angesiedelt, eine sogar unter einem Johannisbeerstrauch.  Insgesamt haben sich aus der Mutterpflanze im Garten ca. sieben Exemplare ausgesät, man muss also kein Angst vor einer Invasion haben.Pflaumeniris (Iris graminea) Blüte im Detail Pflaumeniris (Iris graminea) Blüte im Detail

Nun zur Blüte, denn darum geht es ja. Diese ist ein Kuriosum, weil sie in etwa zwei Driitel Höhe der Blätter erscheint, also zunächst nicht auffällig ist. Ein Pflanzenversender wünscht sich auf seiner Website, die Züchtung möge dies ändern. Da bin ich anderer Meinung. Der Reiz daran ist ja Die Blüten der Pflaumenris auf zwei Drittel Höhe der BllätterDie Blüten der Pflaumenris auf zwei Drittel Höhe der Bllättergerade, dass man näher hinschauen muss. Tut man das, das sieht man das schöne Farbspiel der Blüte. Die drei Hochblätter sind im Vergleich zu anderen Irisarten klein und lila gefärbt,  die  drei Hängeblätter zeigen eine feine, klar abgegrenzte, iristypische  Zeichnung in Blau und Weiß  und die darüber liegende, wie ein Blütenblattt geformte Narbe ist auberginenfarbig, schimmert wegen einer unterschiedlich kräftigen Farbrtönung und geht sanft in eine im Lila der Hochblätter  gehaltene Mittelrippe über, die wieder an der Narbenspiize  in der gleichen Farbe breit oder  blattförmig ausläuft. 

Diese Farb-und Formkonbination könnte sich niemand ausdenken, finde ich.

Ach ja, und warum Pflaumeniris: Sie soll nach Pflaumen duften. das scheint bei meinem Klon leider nicht gut zu klappen, wie nicht nur ich meine.

Bezugsquellen: https://www.gaissmayer.de/web/shop/;  https://www.syringa-pflanzen.de

Literatur zu Iris: Heidi Howcroft, Christa Brand, Iris in bester Gesellschaft, 2019

 


 

 Meine Mühe mit mittelhohen Maiphloxen

Wie kleine Windräder - die Blüten des WadlphloxesWie kleine Windräder - die Blüten des WadlphloxesSie drehen sich nicht im Wind, sie  wiegen sich darin - die Blüten des Waldphloxes (Phlox divaricata) sehen aus wie kleine Holland-Windräder. Dieser Phlox und sein naher Verwandter, der Ausläuferphlox (Phlox stolonifera) bilden hinsichtlich der Blütezeit und der Pflanzenhöhe die Mitte zwischen den Polsterphloxen  (Phlox subulata) und den hohen Phloxen (Phlox paniculata).

Vom Waldphlox, der, wie alle Phloxe, in Nordamerika zuhause ist und dort helle, sommergrüne  Wälder  bewohnt, bin ich schon immer begeistert. Ich mag die lichtblaue Farbe seiner Blüten, die im Mai in großer Zahl über mehrere Wochen lang dichte Wolken bilden.  Mit seinen 30 cm  hohen dünnen Blütenstängeln ist er auch gut in der Vase zu gebrauchen. Etwas schwieriger ist es bei mir im Garten mit dem viel gerühmten Duft, der Waldphlox neben Siebolds Primel (Primula sieboldii)Waldphlox neben Siebolds Primel (Primula sieboldii)fliederähnlich sein soll. Wahrscheinlich stehen die Pflanzen zu weit vom Weg entfernt. Nach der Blüte ist von den Pflanzen nur noch wenig zu sehen, da die zarten Triebe dann knapp über dem Boden liegen. 

Leider tanzten die Blüten des Waldphloxes in der Vergangenheit bei mir immer nur einen Frühling. Die ersten habe ich als blühende Wolken in einem Gartencenter in Recklinghausen gekauft. Da schob ich ihr Verschwinden auf die Vorstellung, dass sie wohl vorgetrieben waren und deswegen geschwächt den Sommer nicht überstanden haben. Später bestellte ich bei Staudengärtnern. Es wurde nicht besser. Einmal glaubte ich, ich hätte dem Phlox zu viel Schatten zugemutet, dann dachte ich, er sei vielleicht aus Versehen gejätet worden, denn blütenlos ist er unscheinbar und man könnte ihn mit der Vogelmiere verwechseln, schließlich hielt ich auch einen Tod durch Schneckenfraß für denkbar. Jetzt habe ich die Hoffnung, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Es dürfte der Boden sein. Der ist in meinem Garten schwer und kalkhaltig. Zufälllig hatte ich einige Pflanzen in die Nähe einer kleinen Rhododendroninsel gesetzt, wo ich den Boden durch Sand und kalkfreie Erde etwas rhododendronfähiger gmacht hatte (Das gelingt mir nur mäßig). Und siehe da, hier hat mein Phlox mehrfach schon überwintert. Beruhigt hat mich, dass ich im Internet einen Chat gefunden habe, der sich nur um das Thema drehte, dass der wunderschöne Phlox nicht wiederkommt.

Ausläuferphlox, leider ist die blaue Farbe bei der Nahaufnahme verfälschtAusläuferphlox, leider ist die blaue Farbe bei der Nahaufnahme verfälschtSelbst schuld, muss ich sagen. Denn seit langem steht in meiner Gartenbüchersammlung  die Monographie von Hermann Fuchs  über die Pflanzengattung der Phloxe. In diesem akribisch geschriebenen Buch wird erläutert, dass Phlox divaricata und  viele anderen  Phloxe leicht sauren Boden mögen. Vermutlich muss ich mit dem Boden gar nicht so viel nachhelfen, denn auch in 1 m Abstand vom Rhododendron hält sich noch ein Phlox und umkränzt einen noch nicht blühenden Ritttersporn. Es gibt eine Reihe von Sorten und Unterarten des Waldphloxes, von denen ich schon verschiedene in unterschiedlichen Jahren bestellt habe. Leider kann ich meine Pflanzen daher sortenmäßig nicht mehr exakt zuordnen, vermute aber stark, dass es die Sorte 'Cloud of Perfume' sein dürfte (obwohl ich den Duft kaum merke).

Ausläuferphlox,  links unten blüht weiß das Große Windröschen (Anemone sylvestris)Ausläuferphlox, links unten blüht weiß das Große Windröschen (Anemone sylvestris)Beim Ausläuferphlox (Phox stolonifera), der etwa genauso hoch wird, bin ich mir dagegen des Sortennamens ganz sicher: Es ist die Sorte 'Blue Ridge'. Zwar habe ich ihn schon mindestens 10 Jahre, aber es ist die einzige erhältliche Sorte dieser  Art, die blau blüht, und bei mir muss es in solchen Fällen blau sein, auch wenn die eigentliche Art alle Farbschattierugen von weiß über rosa bis blau zeigt.  Auch die zahlreichen Einzelblüten des Ausläuferphloxes sind etwa  3 cm breit, aber die Blütrenblätter stehen hier dicht beieinander, so dass sich der Windradeffekt nicht ergibt. Trotz des Namens ist der Phlox kein schlimmer Wucherer,  sondern seine Ausläufer verhalten sich recht bescheiden, so dass es lange braucht bis ein halber Quadratmeter bedeckt ist. Er steht schon lange in der Nähe der Rhododendroninsel und siehe da, ich musste noch nie nachpflanzen.

 

Lesen bildet! Eigentlich weiß ich das doch.

 Deswegen will ich mich im nächsten Jahr an weitere mittelhohe Phloxe heranwagen: z.B. Phlox glaberrima, Phlox idahonis oder Phlox 'Arendsii'.

vorne Waldphlox, rechts und links vom Rittersporn Ausläuferphloxvorne Waldphlox, rechts und links vom Rittersporn AusläuferphloxLiteratur: Hermann Fuchs, Stauden- und Polsterphloxe, Ulmer, 1994 

 Bezugsquellen: https://www.gaissmayer.de/web/welt/wissen/stauden/sortiment/phlox/sortiment/phlox-divaricata/; https://www.stauden-stade.de/shop

 

 


 

 

Zwei Gesichter - die Schachbrettblume

In der Literatur stehen Doppelgänger oft  für Gegensätze, z.B. gut und böse, die zwei  Seiten ein und derselben Person repräsentieren, wie in Stevensons schauriger Geschichte von Dr. Jekill und Mr Hyde.   Beim doppelten Lottchen Erich Kästners sind es Zwillinge mit  ganz  unterschiedlichen Charakteren: Extrovertiert und  lebhaft versus still und nach innen gekehrt.

Die einmalige Zeichnung der Schachbrettblume ist gut zu erkennen. Die Pflanze hat eine, manchmal, wie hier, zwei Blüten.Die einmalige Zeichnung der Schachbrettblume ist gut zu erkennen. Die Pflanze hat eine, manchmal, wie hier, zwei Blüten.Die Schachbrettblume (Frittilaria meleagris) ist eine von wenigen Pflanzen mit zwei Blütengesichtern, die in der Natur fast gleich häufig vorkommen - farbig und weiß.  Mir fällt es schwer, diesen unterschiedlichen Varianten der Blüte  eindeutlige Charaktere im Sinne des doppelten Lottchens zuzuschreiben. Das Muster der farbigen Blüte ist auffälliger, aber im Beet  ist die Wirkung eher die einer diskreten Schönheit, hingegen sticht die weiße Form im Beet hervor, in sich aber ist die Ausstrahlung dere einzelnen Blüte ruhiger als bei der farbigen.

Farbig bedeutet eine rosa bis purpurbraune Grundfarbe, die von einem feinen helleren Muster fast schachbrettartig durchzogen wird.  Mich würde interessieren,  inwieweit sich diese Muster, die im Farbton von Blüte zu Blüte unterschiedich stark ausgeprägt sind,  sich bei den einzelnen Pflanzen noch einmal unterscheiden. Dieses Muster ist etwas Besonderes, denn eine ähnliche Auch in Weiß eine elegante Erscheinung; ganz schwach erkennt mann auch hier die Zeichnung.Auch in Weiß eine elegante Erscheinung; ganz schwach erkennt mann auch hier die Zeichnung.feingliedrige Strukturierung auf einer  Blüte ist mir sonst in der Pflanzenwelt nicht bekannt. Wegen dieser Zeichnung der Blüten wird die Pflanze auch Kiebitzei genannt.  Ich habe noch keine echten Kiebitzeier gesehen;  die NABU App beschreibt sie als bräunlich mit schwarzen Flecken in einer Größe von 46 x 33 mm. Das kommt einigermaßen hin. M.E. stellt das die Art kennzeichnende Beiwort "meleagris" freilich den treffendsten Vergleich für die Zeichnung der Blüte an. "Meleagris" bezieht sich nämlich auf das Muster des Perlhuhngefieders. Es ginge also auch der Name Perlhuhnblume.

Auch  bei der weißen Blütenvariante lohnt sich der genaue Blick. Die Blüten sind nämlich nicht reinweiß; vielmehr sind die ungewöhnlichen Muster in  einem etwas helleren Weißton  ebenso vorhanden wie bei der anderen Variante, hier  noch begleitet von einem zarten Mittelstrich der Blütenblätter in hellstem Grün.

Guter Parttner: VergissmeinnichtGuter Parttner: VergissmeinnichtEtwas Besonderes ist für mich die Schachbrettblume auch wegen ihrer grazilen, anmutigen  Gestalt. Über  einem extrem dünnen Stängel und sehr schmalen linealischen Blättern schwebt  geradezu die glockenförmige bis  vier cm lange und dreieinhalb cm breite Blüte, die sich aus sechs aneinanderliegenden, in stumpfen Spitzen auslaufenden Blütenblättern zusammensetzt. Trotz des zerbrechlichen Aussehens sind die  Stängel sehr standfest und  knicken selbst bei Sturm oder starkem Regen nicht um. 

Nach der  Blüte verlässt der Fruchtstand die hängende Position, richtet sich auf  und es entsteht eine Kapselfrucht, so dass die Pflanze an  einen  Laternenmast erinnert.  Leider habe ich aus den letzten Jahren davon kein Foto, denn auch das sieht apart aus. Im Sommer öffnet sich die Kapsel, streut ihre platten Samen und die Pflanze beendet den Zyklus. Wegen des schmalen Blattwerkes fallen die vergilbenden Stängel, anders als etwa Narzissen,  kaum auf und sind sowieso schon meist durch andere Pflanzen verdeckt. 

 In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Vorkommen der streng geschützten Pflanze in der Natur, das größte in der Rhön, aber auch im Münsterland ist sie zu finden. Die Gemeinde Hetlingen imLandkreis Pinneberg hat die Schachbrettlblume aufgrund des dortigen Vorkommens an der Niederelbe sogar in ihr Wappen aufgenommen. Indem dieses Wappen auch die Kopfweide zeigt, gibt es auch einen HinweIs auf das Biotop, in dem sich die Schachbrettblume natürlicherweise wächst, nämlich die feuchten Wiesen.  

Die Schachbrettblume ist eine Zwiebelpflanze und mit der bekannten Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) eng verwandt. Anders als viele andere Fritillaria Arten ist sie in meinem Garten leicht zu ziehen und der Boden muss auch nicht, wie für Tulpen, durch groben Splitt, Sand, Perlite oder Bimskies  wasserdurchlässig gemacht werden. Wikipedia schreibt, dass sie einen "luftarmen" Boden mag. Die weißblütigen Pflanzen stehen bei mir im Vorgarten an der Nordseite des Hauses, wo es nur Morgensonne gibt. Erstaunlicherweisee funktioniert das, obwohl die Blume als sonnenhungrig gilt. Rot- und gemischtblütige Schachbrettblumen habe ich im südlich gelegenen Beet und  in der Wiese, die erst im Juli/August gemäht wird, wo sie sich hauptsächlich am Rand findet. Offenkundig fühlt sie sich dort am wenigsten wohl, obwohl es eigentlich anders sein müsste, denn durch den daneben liegenden Graben gibt es dort ausreichend Feuchtigkeit. Ob das daran liegt, dass ich jahrelang versucht habe, die Wiese mit Sandauflagen abzumagern? 

Am Rand der Wiese mit Hohlem Lerchensporn (Corydalis cava)Am Rand der Wiese mit Hohlem Lerchensporn (Corydalis cava)Laut demZwiebelpflanzenbuch von Elisabeth Schmid sollen sich die Schachbrettblumen im Garten nicht vermehren. Bei mir tun sie es doch, vermutlich durch Brutzwiebeln, wobei ich den Eindruck habe, dass der Besatz mit Pflanzen von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist.  Gelegentlich pflanze ich daher auch nach.

Übrigens, ich finde es schöner, wenn man das doppelte Lottchen nicht im gemischten Satz pflanzt, sondern die Gruppen farblich nach weiß und rot trennt.  Irgendwie mögen sich die beiden doch nicht so gerne und stören gegenseitig die Harmonie.

Bezugsquellen: Angetriebene Pflanzen im zeitigen Frühjahr im Gartencenter, Zwiebeln im Herbst bei Zwiebelpflanzenhändeln, z.B. www.treppens.de ;  nicht empfehlenswert sind die abgepackten Zwiebeln beim Gartencenter, da sie meist nicht frisch genug sind.

 Literatur:: https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/schachbrettblume-kaiserkrone/schachbrettblume, Roland Beck, Renaissance der Schachblumen, Gartenpraxis 2010, 1, S. 15-17

 


 

Chartreuse - Farbe der Vorfrühlingsnieswurze          2021-03-14

Dass es die Farbe Chartreuse gibt,  habe ich bis vor kurzem nicht gewusst. Gelernt habe ich es in einem der kenntnisreichen und bestens mit Chartreuse Likör grün und gelb, dazwischen zum Vergleich das Gelb einer NarzisseChartreuse Likör grün und gelb, dazwischen zum Vergleich das Gelb einer NarzisseBildern aufbereiteten Vorträge von Gartenreferentin Monika Müller in der Dortmunder Regionalgruppe der Gesellschaft der Staudenfreunde.  Sie kombiniert Chartreusefarbiges am liebsten mit Purpur. Wobei: eigentlich ist Chartreuse ein Likör. Nein, eigentlich  ist Chartreuse das Stammkloster der Kartäusermönche. Nein, eigentlich ist Chartreuse eine Bergkette in den französischen Kalkalpen in der Nähe von Grenoble.  Andersherum: In den Bergen von Chartreuse hat Bruno von Köln als Ordensgründer im Jahre 1084 das Kloster La Grande  Chartreuse gegründet, die Mönche hießen Chartreux und damit ihr Leben bei dem strengen Schweigegelübde etwas leichter wurde, kreierten sie einen süßen Kräuterlikör namens Chartreuse, dessen Farbe die Referenz für die Farbe Chartreuse ist. Das Schweigegelübde bezieht sich nicht auf das Internet. Deswegen kann man auf der Homepage des Klosters in fünf Sprachen - als wäre Pfingsten -  alles Wissenswerte aus der Sicht der Mönche nachlesen.

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)Der Likör zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass  eine geheime Mischung von 130 Kräutern, die nur zwei Mönche kennen (vgl. SZ Magazin), sein Aroma bestimmen, sondern dass es ihn in zwei Farben Grün (55% Alkohol !) und  Gelb (40 % Alkohol) gibt.  Das Pantone Farbsystem, auf das mich ebenfalls Monika Müller aufmerksam gemacht hat, unterscheidet sogar fünf verschiedene Chartreuse Farben:  Ch. grün, Ch. gelb, Birne,  grün-gelb und gelb-grün.

Bei vielen Hobbygärtnern ziemlich unbekannt ist, das es bei den Nieswurzen (Helleborus) nicht nur  die weiß blühende Christrose und die in vielen Farbvarainten blühende Lenzrose (Helleborus orientalis Hybriden) gibt, sondern auch eine ganze Reihe von Nieswurzarten (Helleborus),  die im Spätwinter bzw. Vorfrühling blühen. Viele von ihnen haben Blüten im Grüne Nieswurz (Heleborus viridis) am Naturstandort Strundetal - Foto: Florian Kirchhof Grüne Nieswurz (Heleborus viridis) am Naturstandort Strundetal - Foto: Florian Kirchhof Farbspektrum des Pantone  Chantreuse.  

Heimisch ist die stattliche Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), die  beim Zerreiben der Blätter (Wer macht das schon - ich nicht) unangenehm riechen soll. Deswegen hat Karl Förster  ihr den schönen Namen Palmblattnieswurz  gegeben. Das ist  eine gute Idee, denn die Pflanze sieht mit ihren relativ hochaufragenden geschlitzten Blättern mit etwa Phantasie tatsächlich wie eine kleine Palme aus. In meinem Garten  öffnen sich gerade  ihre chartreusefarbigen Blüten (gelbgrün), die hoch über dem Laub stehen. Spannend finde ich,  dass die Blüten über eine Heizung verfügen sollen. Indem Hefekulturen den Nektar fermentieren, wird Wärme erzeugt, so dass die Temperatur in der Blüte bis zu 6 °C über der Umgebungstemperatur liegen kann und  Hummeln, die sich wärmen wollen, angelockt Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)werden. Diese Nieswurzart ist auch eine der wenigen sog. stammbildenden  Nieswurze, weil ihre Laubblätter nicht direkt  aus dem Boden entspringen. Ein wichitger Vorteil der Pflanze ist, dass sie ihr prächtiges Blätterkleid auch im Winter zeigt und die Blütenknospen schon  zum Jahresende erscheinen.

Nicht in meinem Garten, aber für Wanderfreunde z.B. im Bergischen Land zu finden,  ist die Grüne Nieswurz (Helleborus viridis). Ihre Blüten sind klar dem grünen Chartreuse Spektrum zuzuordnen. Sie ist eine Pflanze des lichten Waldes und liebt Laubmull. Im Internet werden auch weißgrüne Blüten beschrieben, die aber wohl eher selten vorkommen.

Eine dunkles Grüngelb hat die Blüte der Duftenden Nieswurz (Helleborus odorus), deren Duft bei meiner Pflanze eher schwach ausgeprägt ist.  In milden Wintern (nicht in Vielspaltige Nieswurz (Helleborus multifidus subspec. bocconei)Vielspaltige Nieswurz (Helleborus multifidus subspec. bocconei)diesem)  können die Vorjahresblätter überwintern, aber das Reizvolle ist  natürlich der Neuaustrieb, wobei zuerst die Blütentriebe  erscheinen und dann erst die grundständigen Blätter. Das herrliche Chartreuse Farbspiel der Einzelblüte erkennt man auf dem Foto  der Start-Seite der Homepage sehr gut.

Auch bei der Vielspaltigen Nieswurz (Helleborus multifidus) kommen die namensgebenden Blätter erst nach dem Blütenstängel aus dem Boden. Ihre Blattsegmente (nicht die am Blütenstiel) spalten sich im Vergleich zu den anderen Arten besonders vielfältig nochmals auf. Ich habe neu eine Pflanze der Unterart "bocconei" erworben. Es gibt noch mindestens zwei weitere Unterarten. Meine Pflanze zeigt verdächtig große Blüten (nicht die Art, sondern eine Hybride?) in einem hellgelben Chartreuse, das in einem Mittelstreifen  des  Blütenblatts sich in grüngelb wandelt.  Man wird im nächsten Frühjahr, wenn die Sehr helles Charteuse einer ZuchtsorteSehr helles Charteuse einer ZuchtsorteStaude ausgepflanzt ein Jahr im Garten steht,  sehen, ob die Vermutung, dass es eine Habride ist,  stimmt.

Eindeutig eine gezüchtete Pflanze, vemutlich der Firma Heuger, ist die letzte chartreusefarbige, die ich vorstellen möchte, und zwar mit sehr schönen hellgelben, zahlreichen großen Blütenschalen. Mit Sicherheit scheint mir, dass Gene der Korsischen Nieswurz (Helleborus argutifolius) bei ihr vertreten sind. Dafür sprechen, dass sie sonnigen Stand  genießt, und das stark gezackte, wintergrüne Laub, das um der Wirkung der Blüten willen allerdings vor dem Foto abgeschnitten wurde.

Es gibt noch weitere  chartreusefarbige  Nieswurzarten. Oft haben sie  wie H. viridis, odorus und multifidus ihre Heimat in Südosteuropa, vor allem auf dem Balkan, mögen Halbschatten und eher feuchte, aber durchlässige,  kalkhaltige Standorte.   Genannt - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - seien die Helleborusarten cyclophyllus und dumetorum.  Auch in Italien sind mit H. liguricus und siculus, beheimatet in Ligurien und Sizilien,  chartreusefarbige Nieswurze zu finden. In den Jahren 1995 und 1996 hat die legendäre Helleborus Kennerin Gisela Schmiemann in einer Artikelserie in der Gartenpraxis viele dieser Arten beschrieben. Sie hatte viele Standorte in der Natur  persönlich aufgesucht und war auch bereit, vertrauenswürdigen Pflanzenliebhabern einmal einen "geheimen" Standort mitzuteilen.

In der Zwischenzeit ist das Interesse an diesen "grün" blühenden Stauden eher abgeflaut, wohl weil damals die Karriere der vielfarbigen  Helleborus orientalis Hybriden unter dem Namen Lenzrosen in den Gärten  startete. Vielleicht verhilft ihnen die Farbbezeichnung "Chartreuse"   zu neuer Aufmerksamkeit des Publikums. Schließlich ist es ziemlich einmalig, bereits im Spätwinter und Vorfrühling nicht nur unter den Zwiebelpflanzen, sondern unter den "normalen"  Stauden  blühende Arten zu finden, deren Blütezeit außerdem noch mindestens zwei Monate  dauert, weil nicht jeder Tag schön genug ist, damit Hummeln zu Besuch kommen. Eigentlich solle man sich das im Garten nicht entgehen lassen.

Ach so, und wie schmeckt Chartreuse?  Keine Ahnung,  dies ist kein Spirituosenblog,  sondern ein Gartenblog. 

Bezugsquellen: Staudengärtnerei Wichmann http://www.stauden-wichmann.de/;  Soltauer Baumschule Nielsen https://baumschule-nielsen.de/; Sarastro  Stauden  https://www.sarastro-stauden.com/

 


 

 

Völlig braun sind die Blätter der Clematis armandiiVöllig braun sind die Blätter der Clematis armandiiNach dem Frost                                                           2021-02-28

Der Klimawandel  führt im Garten nicht nur wegen der größeren Trockenheit zu Besorgnis, sondern schafft  auch neue Möglichkeiten, habe ich gedacht, und in den letzten Jahren zunehmend auch  Gehölze und Stauden integriert, die als grenzwertig frosttolerant gelten. Seit Jahren hatte ich Gladiolen oder erst recht Montbretien nicht mehr im Winter aus dem Boden geholt, weill sie sich vermehrten und immer neu erblühten. Im letzten Herbst habe ich sogar überlegt, die Dahlien im Boden zu lassen, tat es dann doch nicht, weil ich den Platz anders nutzen wollte. Offenkundig war ich zu sorglos hinsichtlich eines anderen Aspekts des Klimawandels, den schnell schwankenden, starkenTemperaturwechseln. Mit Die duftenden Blüten der Clematis armandii im März 2020Die duftenden Blüten der Clematis armandii im März 2020einer Frostperiode von Minus 15 Grad Celsius  hatte ich ernsthaft nicht gerechnet. Man kann sich ja auch kaum vorstellen, dass man kurz darauf bei 20 Grad draußen sitzt und die Zitronenfalter um einen herumgaukeln, obwohl der strenge Frost erst wenige Tage vorüber ist.

Zeit also, eine erste Schadensbilanz zu ziehen.  Seit Jahren hatte eine Clematis armandii einen toten Baumstamm überwuchert und ihm  einen richtig dicken Pelz aus ihren langen Lianen verpasst. Eigentlich wollte ich sie in meinem Märzblog vorstellen, weil sie zu diesem Zeitpunkt  über und über mit duftenden weißen Blüten hätte übersät sein sollen.  Ihr Blattwerk ist jetzt total erfroren und ich werde alles abschneiden. Theroetisch könnte die Clematis von unten neu austreiben, aber ich glaube nicht daran. 

Camellia sasanqua 'Hinode-gumo' im BettbezugCamellia sasanqua 'Hinode-gumo' im BettbezugGrößer ist die Wahrscheinlichkeit des Neuaustriebs bei dem Feigenbaum. Er steht zwar an einer geschützten Stelle, dürfte dennoch nach den Erfahrungen früherer Jahre oberirdisch erfroren sein.  Diese Erfahrung lässt aber auch erwarten, dass er ziemlich spät im Jahr neu ausschlagen wird. Dann habe ich keinen Baum mehr, sondern ein paar dünne verholzende Stängelchen und vor allem gibt es nicht die sonst zu erwartenden Hunderte an Feigenfrüchten zu ernten.

Sowohl die frühjahrs- als auch die herbstblühenden Kamelien sehen sehr mitgenommen aus.  Ich mag besonders die beiden herbstblühenden kleinen Bäumchen von 1,50 udn 1,80 m Höhe, die ich versucht hatte,  mit alten Bettbezügen gegen den Frost  zu schützern. Jetzt rieseln die Blätter und auch wenn einzelne Zweige noch ganz gut aussehen, bin ich Wenig Hoffnung für meine Lieblingskameliie Cammellia  sasanqua 'Narumigata', ein Bäumchen von 1,80 cmWenig Hoffnung für meine Lieblingskameliie Cammellia sasanqua 'Narumigata', ein Bäumchen von 1,80 cmskeptisch, ob das fürs Überleben reicht.  Das giltt vor allem für die Camellia sasanqua 'Narumigata', die im Herbst noch wunderbar drei Monate lang geblüht hat, während C. sasanqua 'Hinode-gumo' es vielleciht schafft (vgl. Archiv, Blog 2018/12). Eine Herbstkamelie der Gruppe der Ackermannhybriden scheint hingegen den Ruf dieser Kameliensorten zu bestätigen, dass sie relativ frostfest sind - leider gefällt mir ihre Blüte nicht so gut.

Zwei menschenhohe Rosmarinbüsche hatten vor dem Frost zu blühen begonnen. Jezt sind die Nadeln trotz Schutzmaßnahmen  ganz grau, nur einige  innere Zweige sehen noch grün aus. Und auch die Stämme zeigen am Grund tiefe Risse, die vom Frost herrühren dürften. Das nächste Mal werde ich darauf achten, möglichst frostresistente Rosmarinsorten zu Holland-Iris, oberhalb dess Schnees abgestorbenHolland-Iris, oberhalb dess Schnees abgestorbenkaufen.

Nicht recht einschätzen kann ich, wie Dierama igneum (Trichterschwertel), die einen leichten Schutz hatte, den Frost überstanden hat. Ein Großteil der Blätter sieht  zwar grün aus, aber ich bin nicht überzeugt.

Es gibt freilich auch erstaunlich positive Beipiele. Die 1 m hohe Lorbeerblättrige Cistrose hatte ich vergessen zu schützen, sie ist aber völlig unbeschadet, ebenso sind es die im letzten Jahr  gepflanzten Kleinsträucher Sarcococca humilis (mit dem unerfindlich häßlichen deutschen Namen Fleischblume) und Strauchwinde (Convulvus cneorum), die beide als frostempfiindlich gelten. Sie hatten einen leichten Winterschutz mit Sackleinen.

Die herbstblühenden Mittelmeer- Zwiebelpflanzen Acis und das Schneeglöckchen Galanthus reginae Olgae stehen geschützt und blieben unbeschadet, erst recht der Herbst-Goldbecher (Sternbergia lutea), dessen grünes Laub seit dem Herbst  unbeinflusst von allen Unbilden überdauert.

Bei vielen begrenzt winterharten Stauden und Zwiebelblumen muss ich abwarten, ob sie austreiben: "winterharte" Fuchsien, Montbretien, Nerinen, Gladiolen, Kronenanemonen usw. Die Holland-Iris bestätigen die alte Gärtnerweisheit, dass Schnee gegen den Frost schützt. Ihre langen riemenartigen Triebe waren bereits an milden Wintertagen aus dem Boden gekommen; exakt gleichmäßig sind diejenigen Teile, die die Schneedecke überragen, abgefroren.  Krokuswiese am 21.02.2021, wenige Tage nach dem Frost Krokuswiese am 21.02.2021, wenige Tage nach dem Frost

Sieht der Garten also nach dem Frost  trostlos aus. Keineswegs. Kaum waren Schnee und Frost verschwunden, standen Wnterlinge, Frühlingsalpenveilchen,  Schneeglöckchen und Märzenbecher wieder da als wäre nichts geschehen, die Krokusse öffneten ihre Blüten und jetzt, zum Ende des meteorologischer Winters, werden sie alle von den  Narzissen abgelöst.

 


 

 

Wintergrüne Farne für schattige Stellen                                                                    2020-01-04                                                                 

Mein Vorgarten liegt an der reinen Nordseite. Während der östliche Bereich immerhin einiges an Morgensonne mitbekommt,  kennt die westliche Seite nahezu immer nur Schatten. Hinzu kommt, dass ganz im Westen zur Abschirmung des Grundstücks ein breit ausladender Mispelbaum steht (Blog 2018-11-20 im Archiv). Etwas Struktur bringen im schneelosen Winter in diesen Bereich die Hortensien und ein immergrüner 1 m  hoher und breiter  Seidelbast (Daphne tangutica).  Dennoch blieben in der Vergangenheit im Winter größere Bereiche ziemlich kahl bis sich Schneeglöckchcn und Staudenaustriebe im Vorfrühling zeigten. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht.  

Zetischriftenartikel brachten mich dann auf die  Idee, wintergrüne Farne einzusetzen. Obwohl ich mit Farnen bis heute etwas fremdle, da ich Probleme habe, sie auseinander zu halten, wollte ich das einmal ausprobieren. Nach zwei, drei Jahren glaube ich, sagen zu können, dass die Idee gar nicht so schlecht war.

Kein Problem mit dem Auseinanderhalten der Farne habe ich allerdings mit dem heimischen Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), der meinen Garten schon lange besiedelt. Die  sattgrünen, ganzrandigen bis 50 cm langen Blätter bilden  einen schönen Trichter, wenn nicht mehrere Exemplare ineinanderwachsen.  Durch seine glatten, glänzenden, zungenförmigen Blattwedel unterscheidet er sich deutlich von allen gefiederten Farnverwandten. Die Hirschzunge mag denKalkboden meines Gartens sehr, "sät" sich daher auch gerne  aus und ist inzwischen an verschiedensten Stellen im Garten zu finden, da sie Sonne und Schatten verträgt. Weil groß gewordene Exemplare sich nicht so leicht wieder entfernen lassen, sollte man an unpassenden Stellen die kleinen Pflanzen zeitig entfernen. Desto mehr freue ich mich, wenn der Farn plötzlich eine Stelle gefunden hat,  in die er sich wunderbar einfügt und auf die ich nie gekommen wäre. Vor dem Neuaustrieb der Blätter schneide ich die des Vorjahres ab in der Hoffnung , dass dadurch weniger Sporen für Jungpflanzen sorgen.  Vom Hirschzungenfarn gibt es Sorten mit stärker gewellten oder auch  krausen Wedeln und auch unter meinen Jungpflanzen finden sich immer wieder solche Exemplare. Ich persönlich finde allerdings, dass die Eleganz des Blattwerks durch glatte, allenfalls leicht gewellte  Blätter am besten zum Ausdruck kommt. Hirschzunge in einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.Hirschzunge in einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.  

 Neu gekauft habe ich vor drei Jahren, um den Vorgarten im Winter interessanter zu machen, zwei andere Farne. Der Ilexfarn (Cyrtomium fortunei) hat dunkle, immergrüne,  bis 70 cm lange Blätter. Auffällig sind die großen, sichelförmigen ungeteilten Blattfiedern. Auch er bildet einen schönen Trichter. Der Ilexfarn verträgt sehr viel Schatten, denn zusätzlich zum Haus- und Baumschatten steht ein Exemplar noch unter dem breit ausladenden  Seidelbast.Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride. Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride.

Ganz so tiefen Schatten mag der ebenfalls damals neu gekaufte Schwertfarn ( Polystichum munitum) nicht, sonst bildet er nur halbe Wedeltrichter aus oder wächst etwas mickrig. Seine ledrigen, glänzenden, mittelgrünen, bis  50 cm langen Wedel sind einfach gefiedert, haben eine straffen Wuchs und hängen nur leicht über. Beim Schwertfarn und den anderen einen Wedeltrichter bildenden Farnen nehme ich das Herbstlaub aus dem Trichter"nest" heraus, nicht weil es sein muss, sondern weil diese Pflanzen ja gerade im Winter ihren Gartenhöhepunkt feiern.  Ansonsten mögen sie natürlich das Humus bildende Laub, denn es handelt sich ja um Waldbewohner.

Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Von einem Gartenfreund erhielt ich einen weiteren Farn, der jetzt meinen Vorgarten belebt, den Ketten- ,  oder schöner, Perlenfarn (Woodwardia unigemmata 'Crispa'). Erst wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen; aber jetzt bin ich ganz stolz auf ihn. Seine zweifach gefiederten, flach liegenden Wedel mit langen Stielen werden bis zu 1,50 m lang. Bei der Sorte 'Crispa' sind die Fiederspitzen gewellt (sh. Foto auf der Start-Seite). Wirklich wunderschön ist der leuchtend rotbraune Austrieb. Da die Wedel nach und nach über einen längeren Zetiraum erscheinen, kann man sich an deren Aufrollen immer wieder erfreuen. Aber auch im Winter gibt der Farn ein gutes Bild ab.
 
Woodwardia unigemmata kann sich nicht nur über Sporen, sondern auch über Brutbulbillen vermehren. Es soll sich jeweils eine Bulbille pro Wedel unterhalb der Achsenspitze der oberen Fieder bilden. Bei meiner Der noch junge Perlenfarn im WinterDer noch junge Perlenfarn im WinterPflanze habe ich noch keine solchen Brutknospen gefunden. Vermutlich ist die Pflanze noch zu jung, um sie auszubilden, denn die Wedel erreichen erst eine Länge von maximal 50 cm.   Sollten sich Brutknospen einstellen, werde ich einmal einen Vermehrungsversuch wagen. Die Fähigkeit, Brutbulbillen zu bilden, dürfte der Grund für das Epitheton "unigemmata" der botanischen Bezeichnung sein, was ja so viel heißt wie "mit einer Perle ausgestattet". Und deswegen, nicht nur weil es schöner klingt, sollte sich im Deutschen der Name Perlenfarn statt Kettenfarn durchsetzen.
 

Die wintergrünen Farne haben also einen festen Platz in meinem Garten erobert und ich finde, dass sie sich gut machen.  Mein Problem ist  jetzt, aufzupassen,  dass mich nicht die Sammelleidenchaft  erfasst,  zu der ich neige. Drei weitere wintergrüne Farnarten habe ich schon im Blick.  Aber dann muss Schluss sein.

Bezugssquellen: Stauden Junge https://www.bluetenblatt.de/ Staudengärtnerei Kirschenlohr https://www.stauden-kirschenlohr.de/

 

 


 

 

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