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Blog 2021

 

Zwei Gesichter - die Schachbrettblume                                                                                                                                                                                             2021-04-25

 Chartreuse - Farbe der Vorfrühlingsnieswurze                                                                                                                                                                               2021-03-14

Nach dem Frost                                                                                                                                                                                                                                             2021-02-28

 Wintergrüne Farne für schattige Stellen                                                                                                              2020-01-04

 

 

Zwei Gesichter - die Schachbrettblume

In der Literatur stehen Doppelgänger oft  für Gegensätze, z.B. gut und böse, die zwei  Seiten ein und derselben Person repräsentieren, wie in Stevensons schauriger Geschichte von Dr. Jekill und Mr Hyde.   Beim doppelten Lottchen Erich Kästners sind es Zwillinge mit  ganz  unterschiedlichen Charakteren: Extrovertiert und  lebhaft versus still und nach innen gekehrt.

Die einmalige Zeichnung der Schachbrettblume ist gut zu erkennen. Die Pflanze hat eine, manchmal, wie hier, zwei Blüten.Die einmalige Zeichnung der Schachbrettblume ist gut zu erkennen. Die Pflanze hat eine, manchmal, wie hier, zwei Blüten.Die Schachbrettblume (Frittilaria meleagris) ist eine von wenigen Pflanzen mit zwei Blütengesichtern, die in der Natur fast gleich häufig vorkommen - farbig und weiß.  Mir fällt es schwer, diesen unterschiedlichen Varianten der Blüte  eindeutlige Charaktere im Sinne des doppelten Lottchens zuzuschreiben. Das Muster der farbigen Blüte ist auffälliger, aber im Beet  ist die Wirkung eher die einer diskreten Schönheit, hingegen sticht die weiße Form im Beet hervor, in sich aber ist die Ausstrahlung dere einzelnen Blüte ruhiger als bei der farbigen.

Farbig bedeutet eine rosa bis purpurbraune Grundfarbe, die von einem feinen helleren Muster fast schachbrettartig durchzogen wird.  Mich würde interessieren,  inwieweit sich diese Muster, die im Farbton von Blüte zu Blüte unterschiedich stark ausgeprägt sind,  sich bei den einzelnen Pflanzen noch einmal unterscheiden. Dieses Muster ist etwas Besonderes, denn eine ähnliche Auch in Weiß eine elegante Erscheinung; ganz schwach erkennt mann auch hier die Zeichnung.Auch in Weiß eine elegante Erscheinung; ganz schwach erkennt mann auch hier die Zeichnung.feingliedrige Strukturierung auf einer  Blüte ist mir sonst in der Pflanzenwelt nicht bekannt. Wegen dieser Zeichnung der Blüten wird die Pflanze auch Kiebitzei genannt.  Ich habe noch keine echten Kiebitzeier gesehen;  die NABU App beschreibt sie als bräunlich mit schwarzen Flecken in einer Größe von 46 x 33 mm. Das kommt einigermaßen hin. M.E. stellt das die Art kennzeichnende Beiwort "meleagris" freilich den treffendsten Vergleich für die Zeichnung der Blüte an. "Meleagris" bezieht sich nämlich auf das Muster des Perlhuhngefieders. Es ginge also auch der Name Perlhuhnblume.

Auch  bei der weißen Blütenvariante lohnt sich der genaue Blick. Die Blüten sind nämlich nicht reinweiß; vielmehr sind die ungewöhnlichen Muster in  einem etwas helleren Weißton  ebenso vorhanden wie bei der anderen Variante, hier  noch begleitet von einem zarten Mittelstrich der Blütenblätter in hellstem Grün.

Guter Parttner: VergissmeinnichtGuter Parttner: VergissmeinnichtEtwas Besonderes ist für mich die Schachbrettblume auch wegen ihrer grazilen, anmutigen  Gestalt. Über  einem extrem dünnen Stängel und sehr schmalen linealischen Blättern schwebt  geradezu die glockenförmige bis  vier cm lange und dreieinhalb cm breite Blüte, die sich aus sechs aneinanderliegenden, in stumpfen Spitzen auslaufenden Blütenblättern zusammensetzt. Trotz des zerbrechlichen Aussehens sind die  Stängel sehr standfest und  knicken selbst bei Sturm oder starkem Regen nicht um. 

Nach der  Blüte verlässt der Fruchtstand die hängende Position, richtet sich auf  und es entsteht eine Kapselfrucht, so dass die Pflanze an  einen  Laternenmast erinnert.  Leider habe ich aus den letzten Jahren davon kein Foto, denn auch das sieht apart aus. Im Sommer öffnet sich die Kapsel, streut ihre platten Samen und die Pflanze beendet den Zyklus. Wegen des schmalen Blattwerkes fallen die vergilbenden Stängel, anders als etwa Narzissen,  kaum auf und sind sowieso schon meist durch andere Pflanzen verdeckt. 

 In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Vorkommen der streng geschützten Pflanze in der Natur, das größte in der Rhön, aber auch im Münsterland ist sie zu finden. Die Gemeinde Hetlingen imLandkreis Pinneberg hat die Schachbrettlblume aufgrund des dortigen Vorkommens an der Niederelbe sogar in ihr Wappen aufgenommen. Indem dieses Wappen auch die Kopfweide zeigt, gibt es auch einen HinweIs auf das Biotop, in dem sich die Schachbrettblume natürlicherweise wächst, nämlich die feuchten Wiesen.  

Die Schachbrettblume ist eine Zwiebelpflanze und mit der bekannten Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) eng verwandt. Anders als viele andere Fritillaria Arten ist sie in meinem Garten leicht zu ziehen und der Boden muss auch nicht, wie für Tulpen, durch groben Splitt, Sand, Perlite oder Bimskies  wasserdurchlässig gemacht werden. Wikipedia schreibt, dass sie einen "luftarmen" Boden mag. Die weißblütigen Pflanzen stehen bei mir im Vorgarten an der Nordseite des Hauses, wo es nur Morgensonne gibt. Erstaunlicherweisee funktioniert das, obwohl die Blume als sonnenhungrig gilt. Rot- und gemischtblütige Schachbrettblumen habe ich im südlich gelegenen Beet und  in der Wiese, die erst im Juli/August gemäht wird, wo sie sich hauptsächlich am Rand findet. Offenkundig fühlt sie sich dort am wenigsten wohl, obwohl es eigentlich anders sein müsste, denn durch den daneben liegenden Graben gibt es dort ausreichend Feuchtigkeit. Ob das daran liegt, dass ich jahrelang versucht habe, die Wiese mit Sandauflagen abzumagern? 

Am Rand der Wiese mit Hohlem Lerchensporn (Corydalis cava)Am Rand der Wiese mit Hohlem Lerchensporn (Corydalis cava)Laut demZwiebelpflanzenbuch von Elisabeth Schmid sollen sich die Schachbrettblumen im Garten nicht vermehren. Bei mir tun sie es doch, vermutlich durch Brutzwiebeln, wobei ich den Eindruck habe, dass der Besatz mit Pflanzen von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist.  Gelegentlich pflanze ich daher auch nach.

Übrigens, ich finde es schöner, wenn man das doppelte Lottchen nicht im gemischten Satz pflanzt, sondern die Gruppen farblich nach weiß und rot trennt.  Irgendwie mögen sich die beiden doch nicht so gerne und stören gegenseitig die Harmonie.

Bezugsquellen: Angetriebene Pflanzen im zeitigen Frühjahr im Gartencenter, Zwiebeln im Herbst bei Zwiebelpflanzenhändeln, z.B. www.treppens.de ;  nicht empfehlenswert sind die abgepackten Zwiebeln beim Gartencenter, da sie meist nicht frisch genug sind.

 Literatur:: https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/schachbrettblume-kaiserkrone/schachbrettblume, Roland Beck, Renaissance der Schachblumen, Gartenpraxis 2010, 1, S. 15-17

 


 

Chartreuse - Farbe der Vorfrühlingsnieswurze          2021-03-14

Dass es die Farbe Chartreuse gibt,  habe ich bis vor kurzem nicht gewusst. Gelernt habe ich es in einem der kenntnisreichen und bestens mit Chartreuse Likör grün und gelb, dazwischen zum Vergleich das Gelb einer NarzisseChartreuse Likör grün und gelb, dazwischen zum Vergleich das Gelb einer NarzisseBildern aufbereiteten Vorträge von Gartenreferentin Monika Müller in der Dortmunder Regionalgruppe der Gesellschaft der Staudenfreunde.  Sie kombiniert Chartreusefarbiges am liebsten mit Purpur. Wobei: eigentlich ist Chartreuse ein Likör. Nein, eigentlich  ist Chartreuse das Stammkloster der Kartäusermönche. Nein, eigentlich ist Chartreuse eine Bergkette in den französischen Kalkalpen in der Nähe von Grenoble.  Andersherum: In den Bergen von Chartreuse hat Bruno von Köln als Ordensgründer im Jahre 1084 das Kloster La Grande  Chartreuse gegründet, die Mönche hießen Chartreux und damit ihr Leben bei dem strengen Schweigegelübde etwas leichter wurde, kreierten sie einen süßen Kräuterlikör namens Chartreuse, dessen Farbe die Referenz für die Farbe Chartreuse ist. Das Schweigegelübde bezieht sich nicht auf das Internet. Deswegen kann man auf der Homepage des Klosters in fünf Sprachen - als wäre Pfingsten -  alles Wissenswerte aus der Sicht der Mönche nachlesen.

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)Der Likör zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass  eine geheime Mischung von 130 Kräutern, die nur zwei Mönche kennen (vgl. SZ Magazin), sein Aroma bestimmen, sondern dass es ihn in zwei Farben Grün (55% Alkohol !) und  Gelb (40 % Alkohol) gibt.  Das Pantone Farbsystem, auf das mich ebenfalls Monika Müller aufmerksam gemacht hat, unterscheidet sogar fünf verschiedene Chartreuse Farben:  Ch. grün, Ch. gelb, Birne,  grün-gelb und gelb-grün.

Bei vielen Hobbygärtnern ziemlich unbekannt ist, das es bei den Nieswurzen (Helleborus) nicht nur  die weiß blühende Christrose und die in vielen Farbvarainten blühende Lenzrose (Helleborus orientalis Hybriden) gibt, sondern auch eine ganze Reihe von Nieswurzarten (Helleborus),  die im Spätwinter bzw. Vorfrühling blühen. Viele von ihnen haben Blüten im Grüne Nieswurz (Heleborus viridis) am Naturstandort Strundetal - Foto: Florian Kirchhof Grüne Nieswurz (Heleborus viridis) am Naturstandort Strundetal - Foto: Florian Kirchhof Farbspektrum des Pantone  Chantreuse.  

Heimisch ist die stattliche Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), die  beim Zerreiben der Blätter (Wer macht das schon - ich nicht) unangenehm riechen soll. Deswegen hat Karl Förster  ihr den schönen Namen Palmblattnieswurz  gegeben. Das ist  eine gute Idee, denn die Pflanze sieht mit ihren relativ hochaufragenden geschlitzten Blättern mit etwa Phantasie tatsächlich wie eine kleine Palme aus. In meinem Garten  öffnen sich gerade  ihre chartreusefarbigen Blüten (gelbgrün), die hoch über dem Laub stehen. Spannend finde ich,  dass die Blüten über eine Heizung verfügen sollen. Indem Hefekulturen den Nektar fermentieren, wird Wärme erzeugt, so dass die Temperatur in der Blüte bis zu 6 °C über der Umgebungstemperatur liegen kann und  Hummeln, die sich wärmen wollen, angelockt Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)werden. Diese Nieswurzart ist auch eine der wenigen sog. stammbildenden  Nieswurze, weil ihre Laubblätter nicht direkt  aus dem Boden entspringen. Ein wichitger Vorteil der Pflanze ist, dass sie ihr prächtiges Blätterkleid auch im Winter zeigt und die Blütenknospen schon  zum Jahresende erscheinen.

Nicht in meinem Garten, aber für Wanderfreunde z.B. im Bergischen Land zu finden,  ist die Grüne Nieswurz (Helleborus viridis). Ihre Blüten sind klar dem grünen Chartreuse Spektrum zuzuordnen. Sie ist eine Pflanze des lichten Waldes und liebt Laubmull. Im Internet werden auch weißgrüne Blüten beschrieben, die aber wohl eher selten vorkommen.

Eine dunkles Grüngelb hat die Blüte der Duftenden Nieswurz (Helleborus odorus), deren Duft bei meiner Pflanze eher schwach ausgeprägt ist.  In milden Wintern (nicht in Vielspaltige Nieswurz (Helleborus multifidus subspec. bocconei)Vielspaltige Nieswurz (Helleborus multifidus subspec. bocconei)diesem)  können die Vorjahresblätter überwintern, aber das Reizvolle ist  natürlich der Neuaustrieb, wobei zuerst die Blütentriebe  erscheinen und dann erst die grundständigen Blätter. Das herrliche Chartreuse Farbspiel der Einzelblüte erkennt man auf dem Foto  der Start-Seite der Homepage sehr gut.

Auch bei der Vielspaltigen Nieswurz (Helleborus multifidus) kommen die namensgebenden Blätter erst nach dem Blütenstängel aus dem Boden. Ihre Blattsegmente (nicht die am Blütenstiel) spalten sich im Vergleich zu den anderen Arten besonders vielfältig nochmals auf. Ich habe neu eine Pflanze der Unterart "bocconei" erworben. Es gibt noch mindestens zwei weitere Unterarten. Meine Pflanze zeigt verdächtig große Blüten (nicht die Art, sondern eine Hybride?) in einem hellgelben Chartreuse, das in einem Mittelstreifen  des  Blütenblatts sich in grüngelb wandelt.  Man wird im nächsten Frühjahr, wenn die Sehr helles Charteuse einer ZuchtsorteSehr helles Charteuse einer ZuchtsorteStaude ausgepflanzt ein Jahr im Garten steht,  sehen, ob die Vermutung, dass es eine Habride ist,  stimmt.

Eindeutig eine gezüchtete Pflanze, vemutlich der Firma Heuger, ist die letzte chartreusefarbige, die ich vorstellen möchte, und zwar mit sehr schönen hellgelben, zahlreichen großen Blütenschalen. Mit Sicherheit scheint mir, dass Gene der Korsischen Nieswurz (Helleborus argutifolius) bei ihr vertreten sind. Dafür sprechen, dass sie sonnigen Stand  genießt, und das stark gezackte, wintergrüne Laub, das um der Wirkung der Blüten willen allerdings vor dem Foto abgeschnitten wurde.

Es gibt noch weitere  chartreusefarbige  Nieswurzarten. Oft haben sie  wie H. viridis, odorus und multifidus ihre Heimat in Südosteuropa, vor allem auf dem Balkan, mögen Halbschatten und eher feuchte, aber durchlässige,  kalkhaltige Standorte.   Genannt - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - seien die Helleborusarten cyclophyllus und dumetorum.  Auch in Italien sind mit H. liguricus und siculus, beheimatet in Ligurien und Sizilien,  chartreusefarbige Nieswurze zu finden. In den Jahren 1995 und 1996 hat die legendäre Helleborus Kennerin Gisela Schmiemann in einer Artikelserie in der Gartenpraxis viele dieser Arten beschrieben. Sie hatte viele Standorte in der Natur  persönlich aufgesucht und war auch bereit, vertrauenswürdigen Pflanzenliebhabern einmal einen "geheimen" Standort mitzuteilen.

In der Zwischenzeit ist das Interesse an diesen "grün" blühenden Stauden eher abgeflaut, wohl weil damals die Karriere der vielfarbigen  Helleborus orientalis Hybriden unter dem Namen Lenzrosen in den Gärten  startete. Vielleicht verhilft ihnen die Farbbezeichnung "Chartreuse"   zu neuer Aufmerksamkeit des Publikums. Schließlich ist es ziemlich einmalig, bereits im Spätwinter und Vorfrühling nicht nur unter den Zwiebelpflanzen, sondern unter den "normalen"  Stauden  blühende Arten zu finden, deren Blütezeit außerdem noch mindestens zwei Monate  dauert, weil nicht jeder Tag schön genug ist, damit Hummeln zu Besuch kommen. Eigentlich solle man sich das im Garten nicht entgehen lassen.

Ach so, und wie schmeckt Chartreuse?  Keine Ahnung,  dies ist kein Spirituosenblog,  sondern ein Gartenblog. 

Bezugsquellen: Staudengärtnerei Wichmann http://www.stauden-wichmann.de/;  Soltauer Baumschule Nielsen https://baumschule-nielsen.de/; Sarastro  Stauden  https://www.sarastro-stauden.com/

 


 

 

Völlig braun sind die Blätter der Clematis armandiiVöllig braun sind die Blätter der Clematis armandiiNach dem Frost                                                           2021-02-28

Der Klimawandel  führt im Garten nicht nur wegen der größeren Trockenheit zu Besorgnis, sondern schafft  auch neue Möglichkeiten, habe ich gedacht, und in den letzten Jahren zunehmend auch  Gehölze und Stauden integriert, die als grenzwertig frosttolerant gelten. Seit Jahren hatte ich Gladiolen oder erst recht Montbretien nicht mehr im Winter aus dem Boden geholt, weill sie sich vermehrten und immer neu erblühten. Im letzten Herbst habe ich sogar überlegt, die Dahlien im Boden zu lassen, tat es dann doch nicht, weil ich den Platz anders nutzen wollte. Offenkundig war ich zu sorglos hinsichtlich eines anderen Aspekts des Klimawandels, den schnell schwankenden, starkenTemperaturwechseln. Mit Die duftenden Blüten der Clematis armandii im März 2020Die duftenden Blüten der Clematis armandii im März 2020einer Frostperiode von Minus 15 Grad Celsius  hatte ich ernsthaft nicht gerechnet. Man kann sich ja auch kaum vorstellen, dass man kurz darauf bei 20 Grad draußen sitzt und die Zitronenfalter um einen herumgaukeln, obwohl der strenge Frost erst wenige Tage vorüber ist.

Zeit also, eine erste Schadensbilanz zu ziehen.  Seit Jahren hatte eine Clematis armandii einen toten Baumstamm überwuchert und ihm  einen richtig dicken Pelz aus ihren langen Lianen verpasst. Eigentlich wollte ich sie in meinem Märzblog vorstellen, weil sie zu diesem Zeitpunkt  über und über mit duftenden weißen Blüten hätte übersät sein sollen.  Ihr Blattwerk ist jetzt total erfroren und ich werde alles abschneiden. Theroetisch könnte die Clematis von unten neu austreiben, aber ich glaube nicht daran. 

Camellia sasanqua 'Hinode-gumo' im BettbezugCamellia sasanqua 'Hinode-gumo' im BettbezugGrößer ist die Wahrscheinlichkeit des Neuaustriebs bei dem Feigenbaum. Er steht zwar an einer geschützten Stelle, dürfte dennoch nach den Erfahrungen früherer Jahre oberirdisch erfroren sein.  Diese Erfahrung lässt aber auch erwarten, dass er ziemlich spät im Jahr neu ausschlagen wird. Dann habe ich keinen Baum mehr, sondern ein paar dünne verholzende Stängelchen und vor allem gibt es nicht die sonst zu erwartenden Hunderte an Feigenfrüchten zu ernten.

Sowohl die frühjahrs- als auch die herbstblühenden Kamelien sehen sehr mitgenommen aus.  Ich mag besonders die beiden herbstblühenden kleinen Bäumchen von 1,50 udn 1,80 m Höhe, die ich versucht hatte,  mit alten Bettbezügen gegen den Frost  zu schützern. Jetzt rieseln die Blätter und auch wenn einzelne Zweige noch ganz gut aussehen, bin ich Wenig Hoffnung für meine Lieblingskameliie Cammellia  sasanqua 'Narumigata', ein Bäumchen von 1,80 cmWenig Hoffnung für meine Lieblingskameliie Cammellia sasanqua 'Narumigata', ein Bäumchen von 1,80 cmskeptisch, ob das fürs Überleben reicht.  Das giltt vor allem für die Camellia sasanqua 'Narumigata', die im Herbst noch wunderbar drei Monate lang geblüht hat, während C. sasanqua 'Hinode-gumo' es vielleciht schafft (vgl. Archiv, Blog 2018/12). Eine Herbstkamelie der Gruppe der Ackermannhybriden scheint hingegen den Ruf dieser Kameliensorten zu bestätigen, dass sie relativ frostfest sind - leider gefällt mir ihre Blüte nicht so gut.

Zwei menschenhohe Rosmarinbüsche hatten vor dem Frost zu blühen begonnen. Jezt sind die Nadeln trotz Schutzmaßnahmen  ganz grau, nur einige  innere Zweige sehen noch grün aus. Und auch die Stämme zeigen am Grund tiefe Risse, die vom Frost herrühren dürften. Das nächste Mal werde ich darauf achten, möglichst frostresistente Rosmarinsorten zu Holland-Iris, oberhalb dess Schnees abgestorbenHolland-Iris, oberhalb dess Schnees abgestorbenkaufen.

Nicht recht einschätzen kann ich, wie Dierama igneum (Trichterschwertel), die einen leichten Schutz hatte, den Frost überstanden hat. Ein Großteil der Blätter sieht  zwar grün aus, aber ich bin nicht überzeugt.

Es gibt freilich auch erstaunlich positive Beipiele. Die 1 m hohe Lorbeerblättrige Cistrose hatte ich vergessen zu schützen, sie ist aber völlig unbeschadet, ebenso sind es die im letzten Jahr  gepflanzten Kleinsträucher Sarcococca humilis (mit dem unerfindlich häßlichen deutschen Namen Fleischblume) und Strauchwinde (Convulvus cneorum), die beide als frostempfiindlich gelten. Sie hatten einen leichten Winterschutz mit Sackleinen.

Die herbstblühenden Mittelmeer- Zwiebelpflanzen Acis und das Schneeglöckchen Galanthus reginae Olgae stehen geschützt und blieben unbeschadet, erst recht der Herbst-Goldbecher (Sternbergia lutea), dessen grünes Laub seit dem Herbst  unbeinflusst von allen Unbilden überdauert.

Bei vielen begrenzt winterharten Stauden und Zwiebelblumen muss ich abwarten, ob sie austreiben: "winterharte" Fuchsien, Montbretien, Nerinen, Gladiolen, Kronenanemonen usw. Die Holland-Iris bestätigen die alte Gärtnerweisheit, dass Schnee gegen den Frost schützt. Ihre langen riemenartigen Triebe waren bereits an milden Wintertagen aus dem Boden gekommen; exakt gleichmäßig sind diejenigen Teile, die die Schneedecke überragen, abgefroren.  Krokuswiese am 21.02.2021, wenige Tage nach dem Frost Krokuswiese am 21.02.2021, wenige Tage nach dem Frost

Sieht der Garten also nach dem Frost  trostlos aus. Keineswegs. Kaum waren Schnee und Frost verschwunden, standen Wnterlinge, Frühlingsalpenveilchen,  Schneeglöckchen und Märzenbecher wieder da als wäre nichts geschehen, die Krokusse öffneten ihre Blüten und jetzt, zum Ende des meteorologischer Winters, werden sie alle von den  Narzissen abgelöst.

 


 

 

Wintergrüne Farne für schattige Stellen                                                                    2020-01-04                                                                 

Mein Vorgarten liegt an der reinen Nordseite. Während der östliche Bereich immerhin einiges an Morgensonne mitbekommt,  kennt die westliche Seite nahezu immer nur Schatten. Hinzu kommt, dass ganz im Westen zur Abschirmung des Grundstücks ein breit ausladender Mispelbaum steht (Blog 2018-11-20 im Archiv). Etwas Struktur bringen im schneelosen Winter in diesen Bereich die Hortensien und ein immergrüner 1 m  hoher und breiter  Seidelbast (Daphne tangutica).  Dennoch blieben in der Vergangenheit im Winter größere Bereiche ziemlich kahl bis sich Schneeglöckchcn und Staudenaustriebe im Vorfrühling zeigten. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht. Vorne Hirschzunge, inder Mitte Ilexfarn, dahinter ein Exemplar des Ilexfarns, dass sogar unter dem Seidelbast gedeiht.  

Zetischriftenartikel brachten mich dann auf die  Idee, wintergrüne Farne einzusetzen. Obwohl ich mit Farnen bis heute etwas fremdle, da ich Probleme habe, sie auseinander zu halten, wollte ich das einmal ausprobieren. Nach zwei, drei Jahren glaube ich, sagen zu können, dass die Idee gar nicht so schlecht war.

Kein Problem mit dem Auseinanderhalten der Farne habe ich allerdings mit dem heimischen Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), der meinen Garten schon lange besiedelt. Die  sattgrünen, ganzrandigen bis 50 cm langen Blätter bilden  einen schönen Trichter, wenn nicht mehrere Exemplare ineinanderwachsen.  Durch seine glatten, glänzenden, zungenförmigen Blattwedel unterscheidet er sich deutlich von allen gefiederten Farnverwandten. Die Hirschzunge mag denKalkboden meines Gartens sehr, "sät" sich daher auch gerne  aus und ist inzwischen an verschiedensten Stellen im Garten zu finden, da sie Sonne und Schatten verträgt. Weil groß gewordene Exemplare sich nicht so leicht wieder entfernen lassen, sollte man an unpassenden Stellen die kleinen Pflanzen zeitig entfernen. Desto mehr freue ich mich, wenn der Farn plötzlich eine Stelle gefunden hat,  in die er sich wunderbar einfügt und auf die ich nie gekommen wäre. Vor dem Neuaustrieb der Blätter schneide ich die des Vorjahres ab in der Hoffnung , dass dadurch weniger Sporen für Jungpflanzen sorgen.  Vom Hirschzungenfarn gibt es Sorten mit stärker gewellten oder auch  krausen Wedeln und auch unter meinen Jungpflanzen finden sich immer wieder solche Exemplare. Ich persönlich finde allerdings, dass die Eleganz des Blattwerks durch glatte, allenfalls leicht gewellte  Blätter am besten zum Ausdruck kommt. Hirschzunge in einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.Hirschzunge in einer kleinen Stütz-Trockenmauer, die sich selbst den Platz ausgesucht hat, zusammen mit Lenzrosen und einem kleinen Milzfarn (dazu ein künfitger Blog). Man sieht die dicken Sporenlager.  

 Neu gekauft habe ich vor drei Jahren, um den Vorgarten im Winter interessanter zu machen, zwei andere Farne. Der Ilexfarn (Cyrtomium fortunei) hat dunkle, immergrüne,  bis 70 cm lange Blätter. Auffällig sind die großen, sichelförmigen ungeteilten Blattfiedern. Auch er bildet einen schönen Trichter. Der Ilexfarn verträgt sehr viel Schatten, denn zusätzlich zum Haus- und Baumschatten steht ein Exemplar noch unter dem breit ausladenden  Seidelbast.Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride. Blick vom Gehweg: Hinter der Buchsbaumeinfassung die straffen Wedel des Schwertfarns. Daneben zur Aufhellung eine hellgrüne Heuchera Hybride.

Ganz so tiefen Schatten mag der ebenfalls damals neu gekaufte Schwertfarn ( Polystichum munitum) nicht, sonst bildet er nur halbe Wedeltrichter aus oder wächst etwas mickrig. Seine ledrigen, glänzenden, mittelgrünen, bis  50 cm langen Wedel sind einfach gefiedert, haben eine straffen Wuchs und hängen nur leicht über. Beim Schwertfarn und den anderen einen Wedeltrichter bildenden Farnen nehme ich das Herbstlaub aus dem Trichter"nest" heraus, nicht weil es sein muss, sondern weil diese Pflanzen ja gerade im Winter ihren Gartenhöhepunkt feiern.  Ansonsten mögen sie natürlich das Humus bildende Laub, denn es handelt sich ja um Waldbewohner.

Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Neu ausgetriebener Wedel des Perlenfarns. Man sieht noch an den Spitzen die rotbraune Austriebsfärbung. Aufnahme 14.08.2020Von einem Gartenfreund erhielt ich einen weiteren Farn, der jetzt meinen Vorgarten belebt, den Ketten- ,  oder schöner, Perlenfarn (Woodwardia unigemmata 'Crispa'). Erst wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen; aber jetzt bin ich ganz stolz auf ihn. Seine zweifach gefiederten, flach liegenden Wedel mit langen Stielen werden bis zu 1,50 m lang. Bei der Sorte 'Crispa' sind die Fiederspitzen gewellt (sh. Foto auf der Start-Seite). Wirklich wunderschön ist der leuchtend rotbraune Austrieb. Da die Wedel nach und nach über einen längeren Zetiraum erscheinen, kann man sich an deren Aufrollen immer wieder erfreuen. Aber auch im Winter gibt der Farn ein gutes Bild ab.
 
Woodwardia unigemmata kann sich nicht nur über Sporen, sondern auch über Brutbulbillen vermehren. Es soll sich jeweils eine Bulbille pro Wedel unterhalb der Achsenspitze der oberen Fieder bilden. Bei meiner Der noch junge Perlenfarn im WinterDer noch junge Perlenfarn im WinterPflanze habe ich noch keine solchen Brutknospen gefunden. Vermutlich ist die Pflanze noch zu jung, um sie auszubilden, denn die Wedel erreichen erst eine Länge von maximal 50 cm.   Sollten sich Brutknospen einstellen, werde ich einmal einen Vermehrungsversuch wagen. Die Fähigkeit, Brutbulbillen zu bilden, dürfte der Grund für das Epitheton "unigemmata" der botanischen Bezeichnung sein, was ja so viel heißt wie "mit einer Perle ausgestattet". Und deswegen, nicht nur weil es schöner klingt, sollte sich im Deutschen der Name Perlenfarn statt Kettenfarn durchsetzen.
 

Die wintergrünen Farne haben also einen festen Platz in meinem Garten erobert und ich finde, dass sie sich gut machen.  Mein Problem ist  jetzt, aufzupassen,  dass mich nicht die Sammelleidenchaft  erfasst,  zu der ich neige. Drei weitere wintergrüne Farnarten habe ich schon im Blick.  Aber dann muss Schluss sein.

Bezugssquellen: Stauden Junge https://www.bluetenblatt.de/ Staudengärtnerei Kirschenlohr https://www.stauden-kirschenlohr.de/

 

 


 

 

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