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Rolands Garten-Blog 2020

Blausternchen: Zwerg mit Hang zu großer Geltung                                                                                                                                      2020-03-16

Irrungen und Wirrungen eines Hobbygärtners                                                                                                                                                2020-02-24

Staudenblattwerk im schneelosen Winter                                                                                                                                                        2020-01-12


 


 

 

Blausterchen von oben betrachtet, die Blütenblätter sind ausgebreitet, daneben noch die restliche Traube mit den KonspenBlausterchen von oben betrachtet, die Blütenblätter sind ausgebreitet, daneben noch die restliche Traube mit den KonspenBlausternchen: Zwerg mit Hang zu großer Geltung

Es ist ziemlich lange her, dass ich an einem Frühlingstag im Berggarten in Hannover- Herrenhausen, der gerade um diese Jahreszeit sehr sehenswert ist,  von weitem eine große blau schimmernde Wiesenfläche unter einen rieisigen Baum sah,  die mich völlig faszinierte. Bei weiterer Annäherung erkannte ich, dass die Wiese  so schön blau leuchtete, weil darin eine Unzahl von Zweiblättigren Blausternchen (Scilla bifolia) blühte. Ich schäme mich überhaupt nicht,  dass ich später versucht habe, diesen Frühlingsblütenteppich zu kopieren. Als mein Nussbaum eine akzeptable Größe erreicht hatte, habe ich  Scilla bifolia Zwiebelchen in die Wiese in seinem Wurzelbereich gelegt. In Erwartung der Nur 1 qm groß und sehr lückig ist mein Blausternchenteppich Nur 1 qm groß und sehr lückig ist mein Blausternchenteppich Vermehrungsfreude des Blausternchens  und des Fleißes der Ameisen, die die Samen munter verteilen sollten, ging ich davon aus, bald stolz  auf einen großen blauen Blütenteppich sein zu können. Das war eine Fehlspekulation. Bis heute nach etwa sieben oder acht Jahren habe ich es gerade auf eine Fläche von knapp einem Quadratmeter geschafft mit vielen Asustrahlungen auch ins Beet, wo die kleinen Pflanzen aber gar nicht stören.

Weil ich nicht mehrere Generationen mit meinem Blog zu diesem Thema warten kann, habe ich mich entschlossen, trotzdem darüber zu berichten. Das Zweiblättirge Blausternchen ist  eine  zumindest in Süddeutschland heimische, eigentlich mediterrane Pflanze, die relativ selten ist. Ich selbst habe sie  nur ein paar Mal in der Natur in Österreich gesehen. In den Scilla sibirica mit hängenden Blüten an mehreren BlütenstielenScilla sibirica mit hängenden Blüten an mehreren BlütenstielenAuwäldern der nördlichen Oberrheinebene soll es aber laut Wikipedia auch natürliche Blausternteppiche geben. Dabei ist das Blausternchen ein wahrer Zwerg unter den Zwiebelpflanzen. Die unscheinbaren beiden Blätter des Blausterchens werden etwa 8 cm lang und die 1,2 cm großen Blüten erscheinen an nur einem einzigen Stiel in Dolden mit bis zu 12 Knospen. Das Besondere ist, dass diese Knospen sich beim Aufblühen  fast in einer Ebene ausrichten und die lichtblauen Blütenblätter sich bei der nach oben zeigenden Blüte waagrecht ausrichten. So kann eine in der Sonne flirrende fast zusammenhängende blaue Fläche entstehen, wobei die Blüten, was bei unseren Verhältnissen  besonders wichtig ist, sich auch bei wolkigem Himmerl nicht schließen. Kein Wunder, dass so bei massenhaftem Auftreten der Pflanze  ein einheitlicher Farbteppich ensteht.

Blütenteppich mit sibirischen Blausternchen in der Essener GrugaBlütenteppich mit sibirischen Blausternchen in der Essener GrugaIn Gärten häufiger zu finden als Scilla bifolia ist der Sibirische Blaustern (Scilla sibirica). Er ist etwas größer und hat mehrere Blütenstiele, die aber jeweils nur wenige Blüten tragen. Er blüht etwas später als Sc. bifolia in einem dunkleren Blau und seine Blütenblätter breitet er nicht waagrecht aus, sondern sie hängen meist nach unten. Auch  Sc. sibirica kann  schöne Blütenteppiche im Rasen bilden, aber ich finde die von Sc. bifolia unübertroffen.  In der Essener Gruga gibt es eine solche Fläche  mit Sc. sibirica;  in der Nähe des Zaubernusshains kann man sie zurzeit nicht übersehen.

Neben diesen beiden Scilla- Arten gibt es ähnliche Scilla Arten und Sorten, beide z.B. auch in weiß, auch in meinem Garten.  Leider habe ich Probleme, manche genau zu bestimmen. Vielleicht kann mir jemand anhand des Fotos helfen.

Ich bitte um Hilfe! Keine Scilla, da die Blütenblätter an Blütenboden verwachsen sind. Erinnert mich an Puschkinien, die aber weiß mit blauem Mittelstreifen blühen.Ich bitte um Hilfe! Keine Scilla, da die Blütenblätter an Blütenboden verwachsen sind. Erinnert mich an Puschkinien, die aber weiß mit blauem Mittelstreifen blühen.Übrigens vergeht das Laub der Scilla bifolia sehr schnell, schneller als z.B. das der Krokusse. Denn als Bewohner lichter Laubwälder nimmt ihr bald die Konkurrenz am Boden und an den Bäumen das Licht weg. Deswegen muss das Blausternchen seine Zwiebeln ganz schnell für die näcshte Saison  aufladen, Samen bilden und kann  dann die Blätter vergilben lassen.   Auch leidenschaftlichen Rasenliebhabern kann man daher zu dieser Pflanze raten, denn sie brauchen ihre Mählust nicht allzu lange zu zügeln. Überzeugt?  Dann machen Sie es besser als ich und sparen Sie nicht an Zwiebelchen. 100 Stück sind für unter 20 Euro zu haben. Und anders als bei den meisten Stauden muss man sich nur einmal bücken, beim Pflanzen der Zwiebeln.  Naja, vielleicht auch noch einmal beim Fotografieren. Denn schön sind auch die Einzelblüten.  

Bezugsquellen: Nahezu überall, wo es Blumenzwiebeln gibt.

Literatur: Elisabeth Schmid, Gartenwürdige Scilla Arten, Garten Praxis 9/1991 S. 26-29; https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/blaustern

Nachtrag: Vo einem Leser wurde ich darauf hingewiesen, dass es natürliche himmelblaue Blütenteppiche mit Scilla bifolia auch südlich von Bonn im Ennert (Siebengebirge) gibt. Das Besondere: Die Pflanze erreicht dort ihre nördliche Verbreitungsgrenze:  https://www.natur-erleben-nrw.de/natura-2000/regionen-und-gebiete-in-nrw/details/siebengebirge-teilgebiet-ennert/. Also nix wie hin.

 
 


 

 Irrungen und Wirrungen eines Hobbygärtners

 

Frisch im Topf gekauftes türkisiches Schneeglöckchen (Galanthus elwesii subsp. elwesii) mit durchgehender grüner ZeichnungFrisch im Topf gekauftes türkisiches Schneeglöckchen (Galanthus elwesii subsp. elwesii) mit durchgehender grüner ZeichnungDie Zucht neue Sorten ist Profisache. Jedenfalls habe ich es noch nie versucht, durch gezielte Kreuzung verschiedener Pflanzen eine neue Sorte zu züchten. Manche Sorten ergeben sich aber auch durch Auslese von auf natürlichem Weg entstandenen Kreuzungen oder Mutationen. Im letzten Jahr fand ich unter den Schneeglöckchen der Art Galanthus elwesii (Türkisches  S.) in meinem Garten eines, das von den direkt benachbarten abwich. Während die anderen nur eine grüne Zeichnung am unteren Rand der inneren Blütenblätter aufwiesen, war bei diesem die Zeichnung bis  oben zum Fruchtknoten hin durchgezogen, was ein wenig an einem kleinen Menschen erinnerte. Ich habe im letzten Jahr darüber berichtet. Das Foto vom letzten Jahr mit beiden unterschiedlichen Formen habe ich noch einmal auf der Startseite der Website wiedergegeben.  Vielleicht  weil ich damals kurz vorher die Schneeglöckchentage in Knechtsteden besucht hatte, wo eine unglaubliche Fülle an Schneeglöckchensorten ausgestellt werden, dachte ich sofort, ich könnte eine neue Sorte gefunden haben und habe ihr - wenn auch nicht ganz ernsthaft - einen Namen gegeben.  Zwar war mir klar, dass sie sicher keine Sortenkarriere machen könnte, denn dafür war die Abweichung vom scheinbar Normalen zu gering. Aber immerhin.

G. elewsii subsp. monosticus mit schmalem Mal nur untenG. elewsii subsp. monosticus mit schmalem Mal nur unten Vor wenigen Tagen  sah ich im Gartenmarkt eine Auslage mit vielen getopften G. elwesii. Schon das Schneeglöckchen  im ersten Topf, den ich in die Hand nahm, zeigte mir: Das ist doch in der Zeichnung ähnlich zu dem kleinen Menschen wie  bei meiner neuen "Sorte". Das konnte kein Zufall sein. Ich muss gestehen, etwas mehr Recherche  hätte mich vor meinem Irtum, etwas  Neues gefunden zu haben,  bewahrt. In meinem Buchbestand befindet sich das kleine Buch "Schneeglöckchen - Zauber in Weiß " von Günther Waldorf. Darin wird beschrieben, dass es zwei Unterarten  von   Galanthus elwesii gebe, eine mit Zeichnung nur am unteren Ende der inneren Blütenblätter, G. elwesii var. monosticus, die andere mit zwei Zeichungen unten und oben oder auch durchgehend.  Letztere Unterart G. elwesii var. elwesii stellt also meine "Sorte" dar und verwirrend ist nur, dass beide Unterarten offenkundig in den Blumenzwiebelpackungen, die verkauft werden, vermischt sind. Möglicherweise ist der Übergang zwischen den beiden Unterarten aber auch fließend. denn im meinem Bestand habe ich nicht weit von einander  Pflanzen gefunden, die nur einen dünnen, schmalen Haken als Zeichnung aufweisen, bei anderen schwillt er zu einem schönen dicken Herzen an und es zeigen sich außerdem zwei schwache grüne Flecken oben oder die Zeichnung ist durchgehend, aber nicht bis zum Fruchtknoten, oder er endet erst dort.  Erst jetzt hat sich mir also (vielleicht?) die ganze Vielfalt dieser Schneeglöckchenart erschlossen.

Nach diesem frustrierenden Erkenntnisgewinn, dass die Sortenfindung ein Fehlschlag war,  habe ich  lieber zwei "echte" Sorten im Versand "in the green", also als grüne Pflanze, gekauft: Galanthus plicatus 'Wendys Gold' mit gelber Zeichnung am Fruchtknoten und auf den inneren Blütenblättern, und Galanthus 'Mrs. Thompson' mit zurzeit vier dicken äußeren Blütenblättern, die sich bei älteren Pflanzen noch auf sechs vermehren sollen, und halber Füllung innen. Mut hat mir gemacht, dass sich die Sorte G. plicatus 'Trympostor' vom letzten Jahr gut bestockt hat und jetzt schon zwei Blütenstiele zeigt.  (Foto in der Kleinen Schneeglöckchenparade im Menüpunkt Fotogalerie)

Im Garten gefundenes Schneeglöckchen Galanthus nivalis (leider schon etwas ramponiert) mit gelber Zeichnung an den inneren Blütenblättern und gelbem Fruchtknoten (wirklich, das Foto täuscht) Im Garten gefundenes Schneeglöckchen Galanthus nivalis (leider schon etwas ramponiert) mit gelber Zeichnung an den inneren Blütenblättern und gelbem Fruchtknoten (wirklich, das Foto täuscht) Trotz der Enttäuschung fällt es mir schwer, mich im Garten nicht nach Besonderheiten umzusehen. Fürs Erkennen der Abweichungen  von der Regel braucht es gute Augen, die ich nicht habe. Erfreulicherweise sieht es in der Familie  damit im wahrsten Sinne des Wortes  besser aus. Tatsächlich gab es jetzt wieder einen Fund -  mitten in einem Meer von Schneeglöckchen ein an Fruchtknoten und Mal gelbes Galanthus nivalis, ähnlich der von mir gekauften Sorte 'Wendys Gold', welche aber zur Art G. plicatus zählt.  Natürlich wurde der Fund ausgelesen und gesondert eingepflanzt. Eine Sortenbenennung habe ich  nach dieser Erfahrung aber nicht vor. Vielleicht ist das Schneeglöckchchen nur gelb im Abblühen und welche Farbe wird die Zeichnung im nächsten Jahr haben?  Und welche ähnlichen oder gleichen Sorten gibt es schon. Also  abwarten. Leider ist es also sehr, sehr unwahrscheinlich, dass ich durch eine Sortenbenennung in die Annalen der Gartengeschichte eingehe.

Der Name der englischen Gartenlady Ellen Willmott (1858 -1934)  bzw. der ihres Gartens Warley Place ist hingegen mit ca. 50  Pflanzenarten oder -sorten verbunden ist, z. B. auch der Schneeglöckchensorte 'Miss Willmott' https://swiss-drops.ch/en/gallery.html. Die  berühmteste aller nach ihr benannten Sorten ist jedoch 'Miss Willmotts Ghost', eine Sorte der  Elfenbeindistel (Eryngium giganteum).  Und zwar wegen der Geschichte, dass die  Namensgeberin  bei Besuchen fremder Gärten unbemerkt hier und da einige Samenkörner dieser Staude aus ihrer Rocktasche fallen zu lassen pflegte und vielleicht macht sie es als Geist immer noch.  Wenn die Sämlinge später aufgingen  (sie keinem nämlich sehr gut), sollten die  Gartenbesitzer an den Besuch von Miss Willmott erinnert werden.

Elfenbeindistel (Eryngium giganteum 'Miss Willmotts Ghost' mit Phlox paniculatum 'Blue Paradise'Elfenbeindistel (Eryngium giganteum 'Miss Willmotts Ghost' mit Phlox paniculatum 'Blue Paradise'Das habe ichin meinem Blog "Wo der Geist der englischen Gartenlady umgeht"  auch wiedergegeben.  http://rolandsstaudengarten.de/garten-blog-2018/#Distel. Aber, auch das war ein Irrtum von mir.  Dank eines Hinweises von Thorsten Willmann vom Arboretum Härle  in Bonn (das man unbedingt besuchen muss http://www.arboretum-haerle.de/ ) bekam ich Zugang zu einer Kurzbiografie von Ellen Willmott  in "The Plantsman", March 2018,p. 58. Der Autor Charles-Quest-Ritson versichert, dass die Geschichte  falsch sei. Denn die sehr "reiche,  energische, großzügige, leidenschaftliche und kundige" Gartenlady war mit allen damaligen Koryphäen bestens vernetzt und hatte derartiges nicht nötig. Dass ich auch in diesem Punkt irrtümlich etwas Falsches geschrieben habe, finde ich allerdings eher schade, denn die Story beweist ja die Gartenleidenschaft von Ellen Willmott. Und wahrscheinlich würde sie es im Nachhinein auch gut finden, wenn die Geshichte wahr wäre. Man müsste mal ihren Geist befragen.

Literatur zu neuen Schneeglöckchensorten:

Hagen Engelmann, Wenn Weiß-Grün und Weiß-Gelb nicht mehr reichen, Gartenpraxis 12-2019,   S. 13 ff; sh. auch seine Website http://www.garten-in-den-wiesen.de/startseite.html


Bezugsquellen von Schneeglöckchensorten: 

https://www.staudenfan.de/  https://www.michaelcamphausen.de/

 

 



 

 

Staudenblattwerk im schneelosen WinterEfeublättriges Alpenveilchen: Die unterschiedliche Zonierung der Blätter an zwei verschiedenen Pflanzen ist gut zu erkennen: links ist die Zonierung innen hell und rechts innen dunkel.Efeublättriges Alpenveilchen: Die unterschiedliche Zonierung der Blätter an zwei verschiedenen Pflanzen ist gut zu erkennen: links ist die Zonierung innen hell und rechts innen dunkel.

2020-01-12

Gärten im Winter: Der Standard von Kalenderblättern und Büchern sind immer  Bildsituationen, bei denen Schnee oder Rauhreif die Gartenpartie "verzaubern".  Das Weiß  des Schnees und die im Licht funkelnden Eiskristalle verbinden die verschiedenen Pflanzen, Sträucher udn Bäume zu einem  malerischen Bildganzen. Kein Zweifel, das  sind unglaublich schöne Gartenbilder   von durch Frost und Schnee wunderbar verwandelter Pflanzen.

Leider gibt es diese Traumbilder unseres winterlichen Gartens (vgl. dazu im Archiv aus Blog Auffälllig im Winter: Italiensicher AronstabAuffälllig im Winter: Italiensicher Aronstab2016:   http://rolandsstaudengarten.de/data/documents/Genau-besehen_Winterliche-Blatttexturen.pdf nicht zuletzt wegen des Klimawandels  nur noch an wenigen Tagen des Winters Ist der Garten an den übrigen Tagen im Winter also langweilig? Denn die Stauden sind von der Erdoberfläche verschwunden und zeigen sich erst wieder im Frühjahr mit neuem Grün. In vielen Gärte versucht man das durch immergrüne Gehölze auszusgleichen. Ich selbst gehe damit, insbesondere mit großblättrigen Gehölzen eher sparsam um, weil durch die Dominanz der immer gleich aussehenden Gehölze  der Unterschied der Jahreszeiten verwischt wird.

Deswegen haben ich mich einmal gezielt im Garten umgesehen und tatsächlich, es gibt sie, Stauden  im Winter mit schönem, sehenswerten Blattwerk. Dazu einige Beispiele aus Massenware, aber aufhellend im dunklen Winter: Weißfilziges GreiskrautMassenware, aber aufhellend im dunklen Winter: Weißfilziges Greiskrautmeinem Garten.

Nicht ausreichend hochgelobt werden können von mir die Alpenveilchen, deren verschiedene Arten gerade jetzt im Winter durch das schöne Blattwerk auffallen. Allen voran steht das völlig frostharte Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium), das im August und September geblüht hat, dann erst haben sich die Blätter völlig entfaltet, um im Frühjahr wieder zu vergehen. Jede einzelne Pflanze des Alpenveilchens zeigt eine andere bizarre farbliche Zonierung der Blätter (vgl. aus Blog 2017 im Archiv: rolandsstaudengarten.de/data/documents/Alpenveilchen-fuer.pdf ). Jetzt im Winter kann man das genau studieren und die hellgrünen  und dunkelgrünen farblichen Abstufungen der Blätter vergleichen.

Filgirane Aderung der ElfenblumeFilgirane Aderung der ElfenblumeErst in diesem Winter richtig aufgefallen ist mir der Schatten liebende italienische Aronstab (Arum italicum maculatum), der laut Literatur ein wenig braucht, um sich voll zu entwickeln ( https://shop.sarastro-stauden.com/products/getProduct/36/italicum-ssp-marmoratum).  Seine Blattzeichung ist mindesten so ausdrucksvoll wie die der Alpenveilchen. Da es von ihm eine Reihe von unterschiedlich gezeichneten Sorten gibt, werde ich vielleicht noch eine andere Sorte dazu pflanzen. 

Manche sehr passionierte Gärtner*innen mögen bei dem nächsten Beispiel die Nase rümpfen. Dennoch kann ich eine Massenware aus der Herbstkollektion der Gartencenter nur empfehlen: das Silberblatt oder Weißfilziges Greiskraut (Senecio cineraria). Gerade an trüben Tagen tritt das Leuchten seiner silbrig-grauen Blätter  vor dunkler Erde oder Falllaub Blaugrünes NelkenpolsterBlaugrünes Nelkenpolsterhervor. Es ist winterhart,  hält sich mehrere Jahre und muss nur zurückgeschnitten werden, wenn sich die wenig ansehnlichen gelben Blüten zeigen. Es steht bei mir im Wurzelbereich eiens flachwurzendeln Baumes, wo es im Sommer zienmlich trocken ist.

Nicht bemerkt hatte ich bisher, dass bei verschiedenen wintergrünen Elfenblumenarten sich die eher etwas langweiligen Blätter jetzt  leicht orange oder rot  verfärben bzw. sich eine  Verfärbung der Blattadern zeigt.  Hier im Bild der Klassiker  Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten'.  Das macht sich gut und ist ein weiterer Grund diese unkomplizierten Schattenstauden zu pflanzen. Denn die einzige Mühe, die man mit ihnen hat, ist das Zurückschneiden dieser Blätter im März, damit das schöne helle neue Grün und die Blüten gut sichtbar austreiben können (vgl.  im Archiv  Blog 2017/04 zu Elfenblumen).

Im Steingarten und an der Trockenmauer sind jetzt die silbrigen oder bläulichen Polster Steinbrechrosetten mit wegelmäßiger BlattanordnungSteinbrechrosetten mit wegelmäßiger Blattanordnungverschiedener Nelkenarten am auffälligsten, deren sternförmige Triebspitzen im Polster wie vernetzt wirken.  Ebenso sticht das Filzige Hornkraut mit weiß-grauen Blättern hervor, während die starren Steinbreche, im Foto Jovibarba heuffelii, in der Regelmäßigkeit der Geometrie ihre ästhetischen Vorzüge haben. 

Manche zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr flache Rosetten aus, die in ihrer Regelmäßigkeit zurzeit hervorstechen. Dazu zählen bei mir vor allem verschiedene Fingerhutarten, wobei die Rosetten des bekannten heimischen Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) allerdings ein wenig unordentlich aussehen. Ähnliches gilt sicher für die verschiedenen Arten der Königskerzen.

Die Liste lässt sich um viele insbesondere kleinblättrige Arten, oft aus dem Mittelmeerraum So kennt man den Fingehut nicht: Winterrosette eines südlichen Fingerhuts (die genaue Art kann ich erst zum Blühtermin bestimmen, da das Etikett weg ist)So kennt man den Fingehut nicht: Winterrosette eines südlichen Fingerhuts (die genaue Art kann ich erst zum Blühtermin bestimmen, da das Etikett weg ist)stammend oder aus dem alpinen Raum, erweitern: Lavendel, Salbei,  Schleifenblume, verschiedene Glockenblumen, Storchschnabelarten, Wulfenia, Heuchera-Sorten und natürlich alle NIeswurzarten, insbesondere die mächtige sog. Stinkende (was sie nicht der kaum tut) Nieswruz (Helleborus foetidus), deren Blütenglöckchen jetzt schon leicht geöffnet sind.

Es muss also nicht langweilig sein im schneelosen winterlichen Staudengarten, wenn man sich aufs Detail konzentriert. Da das Blattwerk bei den meisten Stauden sich in dieser Zeit aber nur wenig über den Boden erhebt, darf man jetzt von den Stauden allein in der Regel keine durchkomponierten Gartenbilder erwarten, denn dafür fehlt die dritte Dimension.

 

 


 

 

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