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"Es wird durchgeblüht!" Karl Foerster

 

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 Warum die Christrose ihren Namen behalten darf                                                                                                    2017-12-17

Blau blühende hohe Herbstsalbeis                                                                                                                                  2017-11-12

Blume mit dem Namen der Schönsten der Nymphen                                                                                              2017-10-08  

Alpenveilchen für "schwierige" Ecken                                                                                                                            2017-09-17

Vom Kinderspiel zur Modepflanze                                                                                                                                   2017-08-20

Nach Wunsch: Zunge weiß,lang oder behaart                                                                                                            2017-07-25

Aufruf zur Nelkenrevolution im Garten                                                                                                                          2017-06-29

Gelb ist nicht gleich Gelb ist nicht gleich Gelb                                                                                                            2017-05-24

Elfenblume: Oberons Liebespflanze -  ja oder nein?                                                                                                2017-04-15

Wenn der grüne Rasen wieder blüht...                                                                                                                           2017-03-19

Gelb statt Grau im Spätwinter                                                                                                                                           2017-02-12

Brisantes Thema: Kunst, Kitsch und Deko im  Garten                                                                                             2017-01-14

 

 


 

Warum die Christrose ihren Namen behalten darf

 Gruppe von ChristrosenGruppe von ChristrosenStrahlendes Weiß über den BlätternStrahlendes Weiß über den BlätternIm Winter ist strahlendes Weiß, so meine ich, die schönste aller Blütenfarben, weil es selbst bei trübem Wetter aufhellend und aufheiternd wirkt. Das macht den besonderen Mythos der Christrose aus, zumal ihre Blüten senkrecht stehen und damit gut zu sehen sind.  Christrose ist der am häufigsten gebrauchte deutsche Name für Blüten über dem LaubBlüten über dem LaubHelleborus niger. Grund für diese  Bezeichnung ist, dass die Pflanze zu Weihnachten blüht. Nein, das stimmt leider nicht, das ist Etikettenschwindel. In den europäischen Hochgebirgen, wo Helleborus niger wild wächst, blüht sie im März und April zusammen mit Schneeglöckchen & Co. Es wäre ja auch ziemlich dumm von ihr, zu Weihnachten zu blühen, denn da liegt im Hochgebirgswald Schnee und es gibt auch keine Insekten, die sie bestäuben würden.

 Dennoch  kann man zurzeit in jedem Pflanzenmarkt und in jedem Discounter Christrosen kaufen. Da sie nur einmal blühen sollen und dann weggeworfen werden, ist es ja auch gleichgültig, ob es sich um vorgetriebene Ware handelt oder um Pflanzen, die ausgepflanzt im nächsten Jahr wieder an Weihnachten blühen würden. Die Pflanzen im Gartenmarkt lassen das leider normalerweise nicht erkennen. Es gibt sie nämlich, die Sorten, die anders als ihre „wilden“ Artgenossen, schon an Weihnachten von Natur aus blühen und den Namen Christrose zu Recht tragen. Die Pflanzenzüchter haben die Blühzeit dem Namen angepasst. Altbewährt, aber etwas kleinblütiger, ist die Sorte H. niger ‚Praecox‘. Heute steht sie nicht mehr allein, sondern es gibt eine Reihe neuer Sorten, die das auch können, z.B.H. niger ‚HGC Joshua‘, ‚HGC Jonas‘, Typ Vierlanden‘. Welche Sorten bei mir stehen, weiß ich nicht mehr, denn der Kauf der meisten ist lange her.

Leicht nickende BlütenLeicht nickende BlütenDie Halbgefüllte im SchneeDie Halbgefüllte im SchneeHalbgefülltHalbgefülltJetzt habe ich eine namenlose halbgefüllte Sorte gekauft. Weil ihre Blüten nicht senkrecht stehen  sondern etwas nicken, ist da sicher  H. orientalis eingekreuzt. Obwohl sie seit Oktober bis jetzt blüht, glaube ich daher, das sie im nächsten Jahr erst im März  zur Blüte  kommen wird. Aber schön ist sie dennoch.

Will man also sicher sein, im Garten zu Weihnachten blühende Christrosen zu haben, muss man eine Namenssorte kaufen, vor der bekannt ist, dass sie früher blüht als die Wildart und die gibt es meist nur bei einer Staudengärtnerei. Diese schönen  Sorten blühen  schon im November/Dezember und sind meist unter 10 € zu erwerben,  obwohl die klassische gärtnerische Vermehrung bei H. niger nur wenige Exemplare erbringt. Das lohnt sich allemal, weil die Pflanzen sehr robust und langlebig sind, wenn der Pflanzplatz stimmt. Er sollte halbschattig, kalkhaltig, durchaus lehmig und  am besten mit Steinen durchsetzt sein zum besseren Wasserabzug.

Schnecken hatten ihr WeihnachtsmenüSchnecken hatten ihr WeihnachtsmenüFalsch gekauft: Die Blütenstiele sind zu kurzFalsch gekauft: Die Blütenstiele sind zu kurzIch habe leider einige schöne Pflanzen verloren, weil sich die Hortensie Annabelle darübergelegt hat und im Sommer den Blättern das Licht genommen hat. Die Schwarzfleckenkrankheit (Carlavirus) tritt nach meiner Erfahrung besonders dann auf, wenn die Pflanze feucht steht und keinen Wasserabzug hat.  Schnecken sind auch im Dezember aktiv und mögen die Blütenblätter sehr.  Manche empfehlen die alten Blätter im Herbst abzuschneiden, dann treiben die Blüten blattlos aus der Erde. Ich finde das etwas unnatürlich, außer die Blätter sind schon angegammelt und halte es für besser, beim Kauf darauf zu achten, dass die Blüten hoch über den Blättern stehen, damit sie schön „leuchten“.

Keine Sorge: Der Schnee macht nichtsKeine Sorge: Der Schnee macht nichtsDass die Pflanze ihren zweiten deutschen Namen „Schneerose“ zu Recht trägt, hat der diesjährige Dezember mit seinen kurzen Schneetagen wieder gezeigt. Die Blüten verschwinden völlig im Schnee, weil man beider Weiß kaum zu unterscheiden vermag, um dann, wenn der Schnee abgetaut ist, wieder in alter Frische zu strahlen. Ob also Christrose oder Schneerose -  der Name stimmt.

Bezugsquellen: Staudengärtnerei Susanne Peters  https://shop.alpine-peters.de; Stauden Stade  www.stauden-stade.de

Ausstellungstipp: "Magische Natur", Museum Kunstpalast, Düsseldorf  bis 07.01.2018  http://www.smkp.de/ausstellungen/aktuell/magische-natur/

(Leider ohne die magischen Helleborus niger)


 

Blau blühende hohe Herbstsalbeis 

Vom Salbei gibt es etwa 800 Arten und dazu noch viele Sorten. Manche ihrer staudigen Vertreter sind winterhart, wie unser Gewürzsalbei (Salvia officinalis), zumindest wenn er nicht zu feucht steht, viele, die vor allem aus Südamerika stammen, können nur im Gewächshaus überwintern und einige  sind zwischendrin, half hardy, wie die Briten sagen. Weil für mich die Farbe Blau zum Salbei gehört, schon weil der heimische Wiesensalbei (Salvia pratensis) blau blüht, habe ich einige hohe im Herbst blühende Salbeis im Garten. 

Himmelblaue Blüte des Moorsalbeis. Ein Schöhnietsfehler ist, dass, wie bei vielen anderen Salbeis, die Blüten nicht von unten nach oben aufgehen, sondern "lückig".Himmelblaue Blüte des Moorsalbeis. Ein Schöhnietsfehler ist, dass, wie bei vielen anderen Salbeis, die Blüten nicht von unten nach oben aufgehen, sondern "lückig". Moorsalbei (Saliva uliginosa) im TopfMoorsalbei (Saliva uliginosa) im TopfNeu im Garten sind zwei aus der Gruppe der nicht sicher winterharten  (half hardy) Salbeis. Beiden ist gemeinsam, dass sie vom Sommer an Dauerblüher sind.

Den Moorsalbei (Salvia uliginosa) habe ich zunächst vorsichthalber in den Topf gepflanzt und überwintere ihn im Wintergarten. Nächstes Jahr, wenn er noch stärker bestockt ist, kommt er aber in den Garten. Er hat kleine Blüten mit einer wunderschönen himmelblauen Farbe. Die Blüten haben einen scharf-aromatischen Geschmack, die man gut zum Verzieren von Speisen, insbesondere Salaten nutzen kann  und auch die Blätter kann man in kleinen Mengen dem Salat beigeben. Wie der Name schon sagt, braucht der  Moorsalbei viel Wasser, zumal er 1,50 m hoch werden kann.  Weil er im Topf auch immer wieder von Sturm umgeworfen wurde, habe ich ihn im August auf 40 cm herunter geschnitten. Dass kostete zwar eine Zeitlang Blüten, aber jetzt im November steht er schon seit langem wieder in seiner ganzen Pracht da.

 

Salvia 'Amistad' - Auf dem Foto sindnicht alle Blütenstände zus en,weil ich mich nicht getraut habe,diese vor dem Fotografieren zusammenzubinden.Salvia 'Amistad' - Auf dem Foto sindnicht alle Blütenstände zus en,weil ich mich nicht getraut habe,diese vor dem Fotografieren zusammenzubinden.Eine relativ neue Salbeisorte, bei der ich bisher nicht herauskommen konnte, aus welchen Arten sie herausgezüchtet wurde, ist Salvia  'Amistad‘.  Ich sah ihn vor einiger Zeit zum ersten Mal im Schau – und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim (für mich zurzeit in Deutschland zu jeder Jahreszeit der spannendste Garten) und war sofort begeistert.  Er wird auch etwa  1,50 m hoch und hat große blaulilafarbene Blüten. Ich habe ihn an relativ trockener Stelle auf der Südseite des Hauses gepflanzt und werde jetzt bald der Empfehlung folgen, eine Blattschüttung aufzubringen, um ihm über den Winter zu helfen. Auch 'Amistad' blüht jetzt, Mitte November, noch, weil es in diesem Jahr bisher keine Fröste gegeben hat. Noch hat er nicht so viele Blattstiele wie im Hermannshof  produziert. Sollte er den Winter überdauern, wrid er sicher im nächsten Jahr  noch fülliger dastehen.

 

 Ein dritter nicht sicher winterharter Salbei im Bunde, Salvia guaranitica 'Black and Blue‘, ist wahrscheinlich noch spektakulärer als 'Amistad‘, weil die Kelchblätter fast Salvia guaranitica 'Black and Blue' im JuniSalvia guaranitica 'Black and Blue' im Junischwarz sind und die Blüten dunkelblau . Ich habe ihn von einem holländischen Händler auf der Raritätenbörse in der Essener Gruga im April erworben. Er blühte schon beim Kauf und wuchs im Topf sehr schnell weiter. Dann aber brachen bei jedem Windstoß die Stängel ab und seit dem Spätsommer  ist nur noch ganz Mickriges zu sehen – keine Blüte mehr.  Ich will versuchen, ihn über den Winter zu bringen. Vielleicht hing das merkwürdige Verhalten ja mit damit zusammen, dass er von der Gärtnerei stark vorgetrieben worden war.

 

 

 

Siebenbürger Salbei (Salvia transsylvanica)Siebenbürger Salbei (Salvia transsylvanica)Der Siebenbürger Salbei (Salvia transsylvanica) ist kein Spätherbstblüher. Aber gefällt mir  mit  gleichmäßig blauen 1,00 m hohen Blütenständen von Juni bis September und ist wohl auch frosthart.  Zurzeit auffällig sind die viel blasseren oberen Blätter.  Er hat sich schon ein wenig augesät und auch die Sämlinge zeigen diese Blässe. Ob sie arttypisch ist, oder ab es an äußeren Umständen, z.B. den Bodenverhältnssen liegt, weiß ich nicht und wird sich vielleicht noch herausstellen.

 Von einem weiteren, aus den USA stammenden hohen herbstblühenden Salbei, der im Deutschen auch den Namen "Herbstsalbei" führt,  (Salvia azurea var. grandiflora) – sogar ziemlich frosthart? – kann  ich leider nicht berichten. Er soll 1,00 m hoch werden und im September und Oktober blühen. Leider haben ihm meine Freunde aus der Unterwelt, die Wühlmäuse, schon kurz nach der Pflanzung den Garaus gemacht. Bei der Bestellung dieses Salbeis habe ich mich wohl durch die Lobeshymnen auf seine Schönheit zu sehr verleiten lassen, keine näheren Informationen über seine sonstigen Eigenschaften einzuholen. Denn jetzt, wo ich genauer nachgelesen habe, finde ich Attribute, wie „Ausläufer bildend“ und „teppichartige Wuchsform“ (https://graefin-von-zeppelin.de/salvia-azurea-var.grandiflora). Da werde ich sehr skeptisch, ob der Herbstsalbei in meinem Garten stehen sollte.  Deswegen sehe ich es jetzt so: Die Unterwelt wollte mich vor einem Fehler bewahren. Soll ich "Danke, liebe Wühlmäuse" sagen?

Bezugsquellen: Staudenfan - Gärtnerei botanswicher Besonderheiten www.staudenfan.de;  Stauden Stade https://www.stauden-stade.de

 


 

Blume mit dem Namen der Schönsten der Nymphen

Li-ri-o-pe - ein schöner Name, finde ich. Er leitet sich ja auch von dem Namen einer Wassernymphe der griechischen Mythologie ab, wie ich – neugierig geworden – nachgelesen habe. Der vollständige botanische Name der mit den Maiglöckchen verwandten Pflanze ist Liriope muscari. Der die Art kennzeichnende Zusatz "muscari" verweist darauf, dass der Blütenstand an die Traubenhyazinthen des Frühjahrs erinnert, die botanisch Muscari heißen. Als deutsche Namen werden für die in Bambushainen Chinas wild wachsende Staude Glöckchentraube oder Traubenlilie verwandt, aber ich bleibe bei Liriope.Lirope muscari (Vordergrund) mit Aster, Herbstanemone, verblühter Babtisia und Säuleneibe Lirope muscari (Vordergrund) mit Aster, Herbstanemone, verblühter Babtisia und Säuleneibe

Ovid beschreibt im 3. Buch seiner Metamorphosen Liriope als „bläulich schimmernde Nymphe“ (Liriope caerulea), die „schönste der Nymphen“. Sie wird vom Flussgott Kephisos vergewaltigt, indem er sie mit seinen Stromschlingen umklammert.

               „Einst mit dem gewundenen Strome
               Engte Kephisos sie ein, und als sie die Wellen umschlossen,
               Übt' er Gewalt. Vom befruchteten Schoß der Schönsten der Nymphen

              Wand sich ein Kind ans Licht, schon damals würdig der Liebe
               Und Narkissos genannt.“

 Quelle: http://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet03339.php

 Über das Schicksal der gedemütigten, allein erziehenden Mutter Liriope wird in den Quellen sonst nichts berichtet, wohl weil die Mythologie und Ovid sich vor allem ihrem Sohn Narcissus zuwenden.

Blau wie die Nymphe, das sind bei Liriope muscari, die Blütenrispen (naja, eigentliche dunkelviolett). Die Blütenstängel sind etwa  30 cm hoch und treiben zu mehreren im Herbst aus einem Schopf von 2 cm schmalen wintergrünen, riemenförmigen Blättern. Anders als die wuchernden Maiglöckchenverwandten wachsen sie brav horstig. Ihr Platz ist im Halbschatten und sie wünschen einen eher feuchten Boden, der optimal etwas sauer reagieren sollte, aber bei mir funktioniert es auch im kalkhaltigen  Bereich.  Währen des Sommers sind sie eher unauffällig, da muss man aufpassen, dass sie nicht von höheren Pflanzen überdeckt werden, sonst blühen sie nicht, ebenso nicht im Vollschatten. Ich habe sie hauptsächlich in meinem nordseitigen Vorgarten stehen und man sollte schon mehrere setzen, damit sie zur Wirkung kommen.

Von Liriope  muscari gibt es mehrere Sorten. In meinem Garten  stehen z.B. auch weißblühende Pflanzen mit hellerem Laub, die sich allerdings als schwachwüchsiger herausgestellt haben. Auch eine Variegata Sorte gibt es im Handel, bei der die Blätter gelbgrün gestreift sind.

Insgesamt ist Liriope eine ziemlich problemlose, langlebige  Pflanze, die es auch Jahre am selben Platz aushält. Weil sie dazu noch zu den seltenen Herbstblühern zählt, kann man sie gut empfehlen.

Übrigens gibt es auch eine Qualle mit dem Namen Liriope, Liriope tetraphylla, die beim Menschen  mit ihren Tentakeln Hautreizungen verursachen kann. Ich frage mich, warum man die Qualle nicht besser nach dem üblen Flussgott Kephisos mit seinen Schlingen benannt hat.

Bezugsquellen: https://www.stauden-stade.de/#; http://shop.florando.de/  bieten jeweils fünf Sorten an.

 


 

 

Alpenveilchen für "schwierige" Ecken

Kleine Form des Zimmeraplenveilchens aus der Gärtnerei, die noch Ähnlichkeit mit der Ursprungsart Cyclamen persicum hat. Kleine Form des Zimmeraplenveilchens aus der Gärtnerei, die noch Ähnlichkeit mit der Ursprungsart Cyclamen persicum hat. Das  „Zimmeralpenveilchen“, das aus dem Persischen Alpenveilchen (Cyclamen persicum) herausgezüchtet worden ist, kennt wohl jeder kennt, weil es jetzt wieder in Massen in den Gärtnereien angeboten wird.  Dabei kommt die Pflanze mediterraner Bergregionen in unseren im Herbst und Winter angewärmten Zimmern nur schlecht zurecht und  möchte zurzeit lieber draußen sein; nur den Frostwinter verträgt es nicht und geht ein. Deswegen ist es in unseren Wohnungen eine eher kurzlebige und heikle Pflanze. Ich hatte einmal das Glück, eine Vielzahl von C. persicum bei einer Wanderung im Troodos Gebirge auf Zypern zu sehen - noch heute schwelge ich in der Erinnerung.

Dass ich eine Fan der Freilandalpenveilchen bin, die ausgepflanzt den Winter bei uns überstehen, konnte man schon bei meinem Blog vom Januar 2016, wo es um das Frühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum) ging, merken.

Es gibt auch drei im Sommer und Herbst blühende „Freilandarten“ (und einige weitere die grenzwertig winterhart sind).  Gerade jetzt sind noch die letzten Blüten des Purpurnen (c. purpurascens), des Efeublättrigen  (C. hederifolium) und des Kilikischen Alpenveilchens (c. cilicium), zu sehen. 

Alle drei passen weniger in einen normalen Staudengartenteil, weil ihre Knollen, die als runde Scheiben ausgestaltet sind, bis Anfang August (mit einer Ausnahme) ohne Blätter und Blüten in der Erde schlummern, so dass sie leicht von anderen Pflanzen überwuchert werden würden.  Und weil sie so klein sind, muss man genau überlegen, welche Pflanze in ihrer Nachbarschaft wachsen soll. Dabei gibt es Pflanzplätze, wo sonst nichts richtig wachsen will, die für Alpenveilchen aber ideal sind. In Wisley Garden, dem Schaugarten der Royal Horticultural Society nahe London, sah ich sie auf den Baumscheiben riesiger Kiefern, deren flaches Wurzelwerk sonst kaum weiteres Wachstum zulässt. Bei mir ist das unter dem Dachüberstand nahe am Haus, wo wenig Regen hinkommt und  auch nicht viel Sonne, weil die Stelle  durch die Pergolaberankung leicht beschattet ist. Gerne werden ja diese Streifen am Hausrand mit weißem Zierkies ausgelegt. Für mich sind Alpenveilchen die eindeutig schönere Alternative. Wer will, kann es ja mal mit einer Kombination versuchen.

 

In voller Blüte: Efeublättriges Alpenveilchen C. hederifoliumIn voller Blüte: Efeublättriges Alpenveilchen C. hederifoliumC. hederifolium mit weißen BlütenC. hederifolium mit weißen Blüten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die wichtigste und bekannteste der drei Arten ist Cyclamen hederifolium.  Von diesem Alpenveilchen gibt es viele Züchtungen, nicht nur in den Blütenfarben rosa und weiß. Vielmehr spielen die efeuartigen Blätter in  vielen Zeichnungen und Mustern, so dass auch daraufhin gezüchtet und C. hederiifolium wächst auch in schmalsten LückenC. hederiifolium wächst auch in schmalsten Lücken"Krönchen" "Krönchen" In der Mitte helle ZeichnungIn der Mitte helle ZeichnungKeine abgegrenzte helle Zeichnung in der MitteKeine abgegrenzte helle Zeichnung in der Mitteausgelesen wurde. Dreht man die Blüte um (betrachtet sie also von unten ), dann sieht sie aus wie ein kleines Krönchen. Wenn C. hederifolium in Ruhe gelassen wird, dann sät es sich ohne Schwierigkeiten aus  - und, so glaube ich jedenfalls, jede aus Samen entstandene Pflanze hat ihre eigene Blattzeichnung, ist also qasi der Apenveilchenfingerabdruck.  Die schönen Blätter entfalten sich erst nach der Blüte voll und  so behalten die Pflanzen auch nach der Blüte und im Winter  ihren Reiz, bevor sie im Frühjahr verwelken.

 

Purpublütiges Alpenveilchen (C. purpurascens)Purpublütiges Alpenveilchen (C. purpurascens)C. purpurascens hat die kleiinsten Blüten und die kleinsten Blätter blätter C. purpurascens hat die kleiinsten Blüten und die kleinsten Blätter blätter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Cyclamen purpurascens, syn. europaeum, kommt wild auch in unseren Alpen vor und ist das einzige auch in Deutschland heimische Alpeenveilchen, weil es vereinzelt im Bechtesgaderer Land  zu  finden sein soll. Es hat  die kleinste Blüte und die kleinsten Blätter der drei Arten. Diesen "Nachteil" gleicht es durch einen feinen, eleganten, veilchenähnlichen Duft aus. Leider ist es schwierig, es in Nasenhöhe auszupflanzen. Die Blätter des Purpuralpenveilchens sind herzförmig , manchmal auch rund und am Stiel tief einkerbt. Im Unterschied zu den anderen Arten sind die  Blätter ganzjährig vorhanden. C. purpurascens habe ich zwar schon sehr lange im Garten, es tut sich dennoch mit der Vermehrung etwas schwer, vielleicht weil es als einziges einen Standort hat, wo auch andere Pflanzen, zum Teil höhere, in der Nachbarschaft stehen. 

 

Kilikisches Alpenveilchen (C. cilicium)Kilikisches Alpenveilchen (C. cilicium)Blätter von C. cilicium und purpurne BlattunterseiteBlätter von C. cilicium und purpurne Blattunterseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cyclamen cilicium, ist benannt nach der antiken, heute im Südosten der Türkei liegenden Landschaft Kilikien.  Mit seinen pastellrosa Blüten, die spitz auslaufen, am Blütenblattansatz einen roten  Fleck haben und  und im Verhältnis zu und seinen Blättern relativ groß sind, gefällt es mir von allen drei Arten am besten. Auch die spitz-ovalen dunkel grau-grünen Blätter sind schön regelmäßig  marmoriert. Dreht man ein solches Blatt um, zeigt es eine dunkelrote Unterseite. Allerdings gilt C. cilicium  als am wenigsten frosthart. Deswegen steht es bei mir nicht nur unter dem Dachüberstand, sondern zusätzlich im  Eck zum Wintergarten. Da ich es erst im zweiten Jahr habe und der letzte Winter sehr mild war, muss ich abwarten, ob es sich auf Dauer hält.

 

"Hochgewachsene" Knolle v. C. hederifolium"Hochgewachsene" Knolle v. C. hederifoliumWie Würmchen treiben die  Blüten v. C. hederifoilium ausWie Würmchen treiben die Blüten v. C. hederifoilium aus

 Die verblüthten Blütenstängel rollen sich einDie verblüthten Blütenstängel rollen sich ein

 

 

 

 

 

Alle genannten Cylamen mögen einen mit Kalksplitt durchsetzten humosen Boden; es sind ja in ihrer Heimat Waldbewohner bergiger Gegenden. C. heridifolium neigt zum „Hochwachsen“ der Knolle (die bis zu 10 cm Durchmesser entwickeln  kann), d.h. plötzlich liegt die Knolle auf dem Boden obenauf.  Dann sollte man etwas Erdgemisch aufbringen, aber nicht kurz vor der Vegetationsperiode, denn dann blühen die Efeublättrigen Alpenveilchen nach meiner Erfahrung in diesem Jahr nicht, sondern treiben nur Blätter. Nach der Blüte rollen sich zur Fruchtbildung die Blütenstengel zusammen, was mir sonst bei Pflanzen nicht bekannt ist.

Literatur: Jelitto/ Schacht/Simon, Die Freilandschmuckstauden, Cyclamen; https://www.gaissmayer.de/duft/begegnungen-cyclamen/

Bezugsquellen: Peter Nijssen, NL,  https://www.peternyssen.com/ ; Bernd Schober, https://www.der-blumenzwiebelversand.de/

 

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Vom Kinderspiel zur Modepflanze

Wer kennt es nicht? Man legt mit dem Blütenstiel eine Schlinge hinter die Blüte, zieht am Stiel und schon fliegt der Blütenstand ein paar Meter davon.  AmJetzt abziehenJetzt abziehen besten geht das mit dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), der gerne auf  Feuchtwiesen wächst. Leider habe ich ihn noch nicht im Garten, obwohl meine kleine Wiese ziemlich feucht Ist und er zu den eher selteneren  Sommerblühern in der feuchten Wiese zählt. Wie es mit dem „Abschießen“ der Blütenköpfe geht, habe e ich deswegen einmal mit einem gärtnerisch eigentlich weniger  interessanten Wiesenknopf, dessen genaue Art bzw. Sorte mir nicht klar ist, nachgestellt.

 

Auch der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) oder Pimpinelle fehlt mir noch im Garten. Dabei ist er ein wichtiger Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße, gehört in die Abteilung Kräuter und liebt anders als die anderen Wiesenknöpfe trockenen Boden.

 

Hoch über den anderen Pflanzen schwebt der Hohe WiesenknopfHoch über den anderen Pflanzen schwebt der Hohe WiesenknopfAuch die Blätter sind passend zum beschwingten Blütenstand   Auch die Blätter sind passend zum beschwingten Blütenstand

 

 

 

 

 

 

                                   

 

Fast zu Modepflanzen der Gartengestalter sind hingegen andere Arten und Sorten der Wiesenknöpfe geworden, die noch vor ein paar Jahren kaum zu kaufen waren. Auch heute noch wird man Probleme haben, sie im Gartenmarkt zu finden. Da ist zum einen Sanguisorba  tenuifolia var.alba 'Albiflora', der Schmalblättrige oder Hohe Wiesenknopf. Er blüht bereits im Juli und besticht durch seine eleganten, weißen Blütenstände, die grazil im Wind wehen. Auch die schmalen Blätter passen zu diesem  feingliedrigen Habitus. In der Vergangenheit musste ich die Pflanze immer stark stützen. Jetzt ist  der Pflanzplatz etwas sonniger geworden, weil in der Nachbarschaft ein Baum entfernt wurde und die Blütenpinsel stehen nun hoch über den anderen Pflanzen.

Japan Wiesenknopf mit BronzefenchelJapan Wiesenknopf mit BronzefenchelJapan Wiesenknopf mit Rose 'Schneewittchen'Japan Wiesenknopf mit Rose 'Schneewittchen'

 

 

 

 

 

 

 

                                

 

Der Star unter meinen Sanguisorben (die Bezeichnung Wiesenknopf wäre viel zu bescheiden) aber ist Sanguisorba hakusanensis 'Pink Brushes‘,  der Japan Wiesenknopf, wie er von manchen auf deutsch genannt wrid. Die Sortenbezeichnung nimmt Bezug auf eine Bürste; es gibt eine Sorte von S. tenuifolia, die ‚Pink Elephant‘ heißt und ich finde, dieser Name würde mindestens so gut auf meine Pflanze passen, denn  unter den rosaroten Blüten kann man sich ebenso gut einen Elefantenrüssel vorstellen. Oder- vor allem in schon etwa verblühtem Zustand  - kann man an einen Fuchs- oder besser noch  an einen Pferdeschwanz denken, weil der Fuchsschwanz als Pflanzenname schon  vergeben ist..  

Eine rosasrote RundbürsteEine rosasrote RundbürsteIm abgeblühten Zustand: Fuchs- oder Pferdeschwanz? Im abgeblühten Zustand: Fuchs- oder Pferdeschwanz?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pflanze hat schöne gefiederte Blätter mit ovalen Einzelblättchen und wird bei mir höher als in der Literatur angegeben, nicht 70 cm, sondern 1m bis 1,20 m hoch und ist noch standfester  als der Schmalblättrige Wiesenknopf. Sowohl S. tenuifolia als auch S. hakusanensis stammen aus Japan und weiteren Ländern des Fernen Ostens. Sie mögen guten Boden, der feucht ist und stehen lieber sonnig. Die Konbination mit dem  Bronzefenchel und der weißen Rose 'Schnewittchen' auf den Fotos oben zeigt, dass 'Pink Brushes‘ auch sehr gut mit anderen hohen Stauden oder Rosen kombiniert werden kann, gerade, wenn sie wie der Fenchel auch den Charme von Leichtigkeit und Transparenz vermitteln.

Bezugsquelle:

Sarastro Stauden http://www.sarastro-stauden.com mit ca. 40 Arten und Sorten; Allgäu Stauden http://www.allgaeustauden.de/ mit guten Erläuterungen

Literatur:

Christian Kress, Gartenwürdige Wiesenknöpfe, Gartenpraxis 2009/11; Torsten Matschiess, Sanguisorba für wiesenartige Pflanzungen, Gartenprxis 2017/3; derselbe, Avant Gardening,  Verlag Eugeln Ulmer, 2017

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Nach Wunsch: Zunge weiß, lang oder behaart

 

Roter Fingerhut (Digitalis pupurea)Roter Fingerhut (Digitalis pupurea)Den Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) kennt jeder vom Waldspaziergang und er findet sich auch in vielenGelber fingerhut (Digitalis lutea) mit JakobsleiterGelber fingerhut (Digitalis lutea) mit Jakobsleiter Gärten.  Als typische zweijährige Pflanze erscheint im ersten Jahr nach der Aussaat nur eine Blattrosette und im zweiten Jahr steigt dann der Blütenstand kerzenförmig empor. In den Gartencentern gibt es viele Zuchtformen von unterschiedlichen Farbtönen von ihm zu kaufen: Auch  bei mir im Garten ist er seit Jahren vorhanden und wandert nach Lust und Laune auf die verschiedensten Plätze. Da die Blattrosette sich ziemlich breit macht, muss man allerdings aufpassen, dass unter ihr nicht andere zartere Pflanzen auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Ich reiße daher die meisten Fingerhutpflanzen vor der Samenreife aus und lasse nur einige wenige stehen, denn sonst geht zu viel anderes zugrunde.

  Rostfarbener F. (D. ferruginea)Rostfarbener F. (D. ferruginea)Türkischer F. (D. trojana)Türkischer F. (D. trojana)Es gibt verwandte Fingerhüte, die sich viel gesitteter benehmen. Da ist zum einem der gelbe Fingerhut-(Digitalis lutea), auch eine heimische Pflanze, dessen kleine gelbe Blüten dicht an dicht stehen. Er ist viel bescheidener und nimmt anderen Pflanzen kaum den Platz weg. Auch seine blaßgelbe Blütentraube wirkt zurückhaltend. Den anderen gelbblühenden Großen Fingerhut (Digitalis grandiflora) habe ich mir bisher noch nicht angeschafft, aber er wird sicher ähnlicihe Probleme schaffen wie der Rote.

 Meine Lieblinge unter den Fingerhüten sind aber Pflanzen mit einer ganz ungewöhnlichen Bütenfarbe, die im Grundton ockergelb ist, aber eine sehr interessante Maserung  der Innenseite der Blüte aufweist. Sie sind ideal für ruhige und  leicht schattige Ecken im Garten und haben wunderbar schlanke, geichmäßig geformte Blütenkerzen.

 Die einzelnen Arten  sind nicht leicht zu unterscheiden und man hat das Gefühl, dass die Benennung auch bei den Staudengärtnereien etwas durcheinander geht. Wenn ich also jetzt falsch liegen sollte, bitte ich diejenige2017 Naturabsaat Balkan mit langer Zunge und einzelne Haaren2017 Naturabsaat Balkan mit langer Zunge und einzelne Haarenn Leser, die es besser wissen,  um Hilfe.2016 Naturabsaat Balkan mitlanger Zunge und einzelnen Haaren2016 Naturabsaat Balkan mitlanger Zunge und einzelnen Haaren

 Rostfarbener F. Einzelbüte mit wolligen Haaren (D. ferruginea)Rostfarbener F. Einzelbüte mit wolligen Haaren (D. ferruginea)Zu Unrecht hielt ich  erst einen  schönen, in einem  gleichmäßigen Blütenstand wachsenden Fingerhut , weil er auf der Zunge eindeutig Büschel von „Haaren“ trägt, für den Wolligen Fingerhut (Digitilalis lanata).   Aber der Wollige Fingerhut heißt so, weil er diese Haare auf den Hochblättern vor den eigentlichen Blüte hat. Der Fingerhut mit dem Büschel von Haaren auf der Zunge ist der Rostfarbene Fingehut (Digitalis ferruginea).

 Ein weiteres Foto aus dem letzten Jahr ist eindeutig, weil frisch in der Staudengärtnerei bestellt (wenn diese ihm den richtigen Namen zugeschrieben hat), Digitalis trojana (Türkischer Fingerhut). Man erkennt auch auf dem überbelichteten Foto die lange weiße Zunge.  Leider ist er mir über den Winter verlorengegangen. Eine dritte Pflanze, die aus einer Naturabsaat aus dem Balkan stammt, steht  zwischen beiden. Die Zunge ist lang, aber leicht gezeichnet und hat nur wenige einzelne Haare. Es könnte Digitalis laevigata (Glatter Fingerhut) sein, aber ich weiß es nicht. (Nachtrag: 26.07.2016: Jetzt habe ich die Bestätigung, dass die Naturabsaat aus dem Ucka Gebirge nahe Rijeka in Kroatien stammt und Digirtlis laevigata ist. Auch ich blindes Huhn finde mal ein Korn.)

  Wie auch immer, mir gefallen alle Fingerhüte dieses Farbtons und in diesem Jahr werde ich mit der Absaat besser aufpassen, damit ich einige Aussaaten zur Verfügung habe. 

 Den besten Überblick über die verschiedenen Digitalisarten im Internet bietet eine niederländische Website  http://www.janvanduinen.nl/trojana.php

 Bezugsquellen: https://www.stauden-stade.de/stauden-stade.cfm; Sarastro Stauden http://www.sarastro-stauden.com/; Staudengärtnerei Gerhild Diamant http://www.stauden-diamant.de/index/lang/de/artikel/1/; Samen: Jelitto Staudensamen https://www.jelitto.com/index.php?lang=1&

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Aufruf zur Nelkenrevolution im Garten

Abbildung der gefüllten roten Gartennelke im Hortus EystettensisAbbildung der gefüllten roten Gartennelke im Hortus EystettensisDie weiße Nelke gehörte ins Knopfloch des Gentleman, die rote ist Symbol der Arbeiterbewegung seit dem internationalen Sozialistenkongress von 1889 in Paris,als  der 1. Mai  als Kampftag in allen Ländern festgelegt wurde. In der Französischen Revolution war die rote Nelke hingegen das Symbol des Adels, der sie beim Gang zum Schafott als Zeichen der Würde trug. Nelkenkriege hat es anders als Rosenkriege nicht gegeben, dafür eine friedliche Nelkenrevolution 1974 mit der Befreiung Portugals von der Diktatur Salazars, bei der die rebellierenden Soldaten rote Nelken in die Gewehrläufe steckten.

Die Nelke ist eine der ältesten Gartenpflanzen Mitteuropas. Leonhart Fuchs, der als einer der Begründer der Botanik gilt, erwähnte die Nelke in seinem 1543 in Tübingen in deutscher Sprache veröffentlichten "New Kreüterbuch". Fuchs begann mit der Arbeit an seinem Buch schon vorher im fränkischen Ansbach als Leibarzt des Markgrafen von Brandenburg. Im 2001 schön angelegten „Fuchsgarten“ an der Ansbacher Orangerie sind die Gartennelke und die Federnelke aufgepflanzt. Im „Hortus Eystettensis“ des Nürnberger  Apothekers Basilius Besler im Auftrag des Eichstätter Fürstbischofs Johann von Gemmingen ist in der Mitte eines der 367 Kupferstiche  die Gartennelke abgebildet. Auch hier lohnt sich ein Besuch des dem ursprünglichen Garten auf der Willibaldsburg nachempfundenen Bastionsgartens in Eichstätt.

Mit rot und weiß ist das Farbspektrum der Nelke beschreiben. Ja, aber was für ein Farbspektrum. Allein die Vier Varianten der BartnelkeVier Varianten der BartnelkeBartnelke (Dianthus barbatus) hält so viele Farbschattierungen vor, die zu mischen einem Künstler sicher viel Mühe machen würde. Das geht neben Weiß von einem hellen Rosa bis zu einem tiefsamtenen Rot. Hinzu kommen noch zweifarbige mit einem kontrastierenden Zentrum, gesprenkelte, gestreifte und gefleckte Blüten, solche mit einem biedermeierlichen Rand oder gar mehreren und natürlich gefüllte Blüten. 

Verschiedene Züchtugen  der Gartennelke im TopfVerschiedene Züchtugen der Gartennelke im TopfDennoch scheint die Nelke als Gartenpflanze etwas aus der Mode gekommen zu sein. Das gilt jedenfalls für den Prototyp, die Gartennelke (Dianthus caryophyllus), die kaum in den Gärten, allenfalls in Blumenkästen gepflanzt wird. Offenkundig sind von  ihr so viele Varianten und Sorten vorhanden und so viele genetische Einflüsse  verschiedenster Nelkenarten gegeben,  dass sie bei Jelitto/ Schacht/Simon (sh. Menüpunkt "Nützliche Adressen") anders als in der Dumont Pflanzeenzyklopädie nicht als Art erwähnt wird. Für alle, die zumindest einen Anflug von Bauerngarten lieben – das gilt z.B. für mich – ist die Bartnelke ein unbedingtes Muss. Da sie zweijährig ist, muss man gelegentlich für eine Nachsaat am besten in einem  Blumenkasten im Mai sorgen. Sind die Pflanzen groß genug, das ist bei mir jetzt der Fall, werden sie „päckchenweise“, nicht einzeln,  auf leere Stellen, möglichst im Vordergrund gesetzt. Lässt man die verblühten Bartnelken stehen, samen sie sich gut aus, so dass sich eine gesonderte Nachsaat oft auch erübrigt. Bartnelken blühen relativ lange, sind gute Vasenpflanzen und wachsen in Sonne und Halbschatten völlig unkompliziert.

Alpennelke (Dianthus alpinus)Alpennelke (Dianthus alpinus)Pfingstnelke (Diantus grationapolitanus)Pfingstnelke (Diantus grationapolitanus)Alle anderen Arten der Nelken in meinem Garten stehen auf und in der Trockenmauer oder im Steingarten, d.h. sie wünschen Trockenheit und mögen Kalk. Die großen Blüten der kleinen Alpennelke (Dianthus alpinus) zeigen ein extremes Babyrosa, das dem Betrachter sofort auffällt. Die rosafarbenen Federnelke (D. plumarius) ist Federnelke (Dianthus plumarius) ZuchtformFedernelke (Dianthus plumarius) ZuchtformLinks Heidenelke (D. deltoides, recht Ungarische Nelke D. hungaricus =D. plumarius x monspessulanus)Links Heidenelke (D. deltoides, recht Ungarische Nelke D. hungaricus =D. plumarius x monspessulanus)an den gezackten Blütenrändern erkennbar und breitet sich durch Versamung im Steingarten aus. Eine wichtige  Gartenart ist die Pfingstnelke (D. grationapolitanus), von der es viele Sorten gibt. Schließlich finden sich auf und in der Trockenmaer Heidenelke (D. deltoides  und Ungarisiche Nelke (D. hungaricus) sowie die reich blühende Armeninische Nelke  (D. armenicus).

Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)Aus dem Steingarten ins Beet Armenische Nelke (Dianthus armenicus)Armenische Nelke (Dianthus armenicus)ausgesät hat sich  die Karthäusernelke (D. carthusianorum) mit kleinen tiefrosa gezähnten Blüten, die zu zweit oder dritt auf 40 cm hohen Stängeln in Büscheln stehen.

Bei dieser Nelkenvielfalt - un d in meinem Garten findet sich nur ein sehr, sehr kleiner Teil der vielen Nelkenarten: Wie wäre  es mit einer friedlichen Nelkenrevolution in unseren Gärten. Das Klima wird ja immer trockener – für die Nelken wohl kein so großes Problem. 

Bei der Bestimmung der Steingartenarten war ich wegen Verlusts der Etiketten auf Hilfe angewiesen. Danke, Florian.

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Gelb ist nicht gleich Gelb ist nicht gleich Gelb

Es soll viele Gartenbesitzer geben, denen gelbe Blüten nicht in den Garten kommen.  Das ist ihr gutes Geschmacksrecht. An sie wende ich mich heute nicht. Die Natur und damit auch die Bestäuberinsekten zumindest sehen das anders. Sie sind auch nicht auf ein spezifisches  Gelb abonniert, vielmehr wird  die Variationsbreite dieser Farbe von den Blüten  und sogar von den Blättern voll ausgenutzt .

Jetzt im Frühjahr und natürlich im Spätsommer ist die Hauptzeit für  gelbe Blüten.  Man denke nur an die Rapsfelder, die ganze Landschaften gelb einfärben. Die wichtigsten Variationen sind,  grob eingeteilt, weißgelb, hellgelb, dottergelb und grüngelb.  Und die gelbe Farbe kommt in den unterschiedichsten Pflanzenfamilen vor. Nur einen kleinen Teil davon und sogar nur einen Teil der gelben Frühjahrspflanzen meins Gartens kann ich hier kurz vorstellen.Sumpfdotterblume vor SumpfwolfsmilchSumpfdotterblume vor Sumpfwolfsmilch

Heimische TrollblumeHeimische TrollblumeMit am kräftigsten sind das Gelb der heimischen Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) mit ihrerChinesische TrollblumeChinesische Trollblume glänzendenen Blütenblättern und das  Gelb der  heimisichen Trollblumen (Tollius europaeus). Die Sumfpdotterblumen, die das Dottergelb sogar im Namen führen, stehen bei mir z.B. vor den großen grüngelben  Blütenstängeln der Sumpfwolfsmilch (Euphorbia palustris). Den Farbunterschied kann man auf dem Foto gut erkennen. Im Unterschied zur heimische n Trollblume ist die chinesische Trollblume (Trollius chinensis) blassgelb bis weißgelb und hat ihre Blütenbälle halb geöffnet.  Blassgelb  ist auch die spätblühende  Narzisse, von der es Sorten in allen Gelb-, Orange- und Weißtönen gibt.Kambrisicher ScheinmohnKambrisicher Scheinmohn Kräftiger sind dagegen der kambrische Scheinmohn (Meconopsis cambrica), der sich an den unmöglichsten Stellen selbst aussät und wegen seiner Pfahlrwurzel  auch mal lästig werden kann. Spaßeshalber habe ich einmal eine Gurkenblüte fotografiert. Di e viel größere,  sonst ähnliche  Zucchiniblüte ist erst in Knospen bei mir vorhanden  (und ist gefüllt und in der Pfanne  gebraten ein Leckerbissen).GurkenblüteGurkenblüte

Diese Baumpäonie, deren Sortennamen ich leider nicht mehr  feststellen kann, hat einen wunderbaren Duft und gefällt mir sehr mit ihren blassgelben halbgefüllten Blüten. Schade, dass sie , wie wohl die meisten Baumpäonien, absolut keine Vasenpflanze ist. Kaum im Haus, fangen ihre B lütenblätter an zu rieseln. Gelbe  halbgefüllte BaumpäonieGelbe halbgefüllte Baumpäonie

Dass man Gelb gut mit Blau kombinieren kann, sehe sicher nicht nur ich so. Über der Trollblume stehen hoch die Stängel der blauen  Akelei (Aquliegia vulgaris) - auch diese eine heimische Pflanze.  Aber auch das Gelb der Taglilie (Hemerocallis) passt wunderbar zum Blau der  Sibirischen Iris (Iris sibirica) und den lilablauen Blütenbällen des Riesenlauchs (Allium 'Pinball Wizard'). Ob auch der weiße Lauch dazu passt, dessen bin ich mir weniger sicher.  Sehr schön sieht auch die wilde Taglilie (Hemerocallis minor) über den  Kerzen des Knöterichs   (Bistorta officinalis) in der feuchten kleinen Wiese neben dem Graben aus.

 

Heuchera micrantha 'Lime Ricky' - für diese Züchtungen ist die übliche deutsche Bezeichnung Purpurglöckchen nicht mehr passendHeuchera micrantha 'Lime Ricky' - für diese Züchtungen ist die übliche deutsche Bezeichnung Purpurglöckchen nicht mehr passendUm dunke Flächen, die im Schatten liegen, aufzuhellen, kann man Pflanzen mit gelben Blättern nutzen. Heuchera mit weißlich-gelb panasicherter FunkieHeuchera mit weißlich-gelb panasicherter FunkieSo z.B. stehen die  gelben Heuchera micrantha 'Lime Ricky', die ich persönlich ohenhin lieber mag als die dunkelroten und dunkelbraunen Sorten, oder weißlich-gelb panaschierte Funkie (Hosta cultorum 'Fire and Ice') bei mir im nordseitigen Vorgarten.  Für eher trockene Flächen bietet sich ein gelblaubiger Majoran (Origanum vulgare 'Aureum Gold') an, mit dem man gleichzetig ein gutes Gewürz im Garten hat.

Beim Tag der offenen Tür  im Arboretum Härle in Bonn  am 21.05.2017 sah ich Gelber MajoranGelber Majoraneine ganz andere Anwendung von gelblblättrigen und gelb panaschierten Pflanzen: Neben den gelben Blüten von Meconopsis cambricum säumten sie zu beiden Seiten die Hauptwegachse im sog. Neuen Garten.  Eine interessante Idee, aber ob man das schön findet, darüber dürften die Meinungen auseinandergehen. Unabhängig davon: ein Besuch des Arboretums lohnt sich.

 Tipp: Arboretum Härle,  Büchelstr. 40, 53227 Bonn-Oberkassel, www.arboretum-haerle.de. Offene Gartenpforte  2017 wieder am 18. Juni und  17. September, 11.00 bis 19.00 Uhr. Führungen 11.00, 14.00 und 17.00 Uhr.

 

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Elfenblume: Oberons Liebespflanze -  ja oder nein?

Welche Blume ist Oberons Liebespflanze? Oberon, der König der Elfen, träufelt  in Shakespeares Verwirrspielkomödie „Ein Sommernachtstraum“ den Saft einer Pflanze namens „Love in Idle“ („Liebe in Faulheit“) auf die Augenlider seiner schlafenden Elfenkönigin Titania. Der Saft bewirkt, dass die Aufwachende sich in das erste Wesen verliebt, das sie erblickt. Oberons Trick geht bekanntlich schief, weil Epimedium x  rubrumEpimedium x rubrumTitania  nicht ihn, sondern den eselsköpfigen Zettel nach dem Aufwachen zuerst sieht.

Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten'Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten'Was aber hat es mit der merkwürdigen Pflanze auf sich. Es liegt nahe, dass es sich um die Elfenblume handeln könnte. Nein, leider weit gefehlt, „Love in Idle“ ist die englische Bezeichnung  für das wilde Stiefmütterchen und von dem sind solche Zauberwirkungen nicht bekannt.

Bleiben wir also lieber bei der Elfenblume (Epimedium). Der Klassiker ist Epimedium x perralchicum 'Frohnleiten', eine Sorte, die schon viele Jahre in meinem Garten steht und sich genauso wie Epimedium x rubrum nach und nach auf einen Viertelquadratmeter ausgebreitet hat. Beide sind ganz nett und nützlich, vor allem wenn man einen Platz im Habschatten, bei mir am Zaun, vor Wildkräutern und Brombeeren sichern will.

Epimedium x 'Amber Queen' mit Hummel nach RegenEpimedium x 'Amber Queen' mit Hummel nach RegenDas Elfenblumeninteresse hat mich aber erst gepackt, als Epimedium 2014 Blume des Jahres wurde und ich mich näher mit  anderen, neueren Sorten befasst habe, deren Ursprungsarten aus Asien stammen. Deren Blüten sind meist etwas anders aufgebaut und bestechen oft durch vier sternförmige äußere Blütenblätter, die vorne wie zu einer spitzen Kralle zusammenlaufen und der Blüte einen bizarren Charakter verleihen. An einer langen Rispe  reihen sich die Einzelblüten an einem dünnen drahtigen Blütenstängel und hängen an ebenso dünnen Blütenstielen, so dass sich ein eleganter, leichter und zarter Gesamteindruck ergibt.  

Von den „Neuen“ hatte ich als erstes Epimedium  'Amber Queen‘, das ich ziemlichEpimedium x youngianum 'Niveum'Epimedium x youngianum 'Niveum' nahe an den Stamm eines Apfelbaums pflanzte und das dort sehr gut gedeiht. Die Blütenfarbe ist ein dunkles Gelb, das am unteren Rand orange überlaufen ist.   Bei Amberqueen schweben die drahtigen Blütenstände sehr schön über dem Laub.  Auf der Raritätenbörse in der Essener  Gruga (in diesem Jahr wieder am 29./30.04.) habe ich von einem Händler, einen, wie er sagte, unbenannten Sämling erstanden mit oben vier weißen  Krallen, während die innere Seite  aubergine gefärbt ist. Vielleicht fällt Ihnen ja ein Name ein. 

Epimedium x  'Enchantresse'Epimedium x 'Enchantresse'In diesem Jahr neu sind Epimedium x 'Enchantress’ mit durchgefärbten rosa Blüten und Epimedium grandiflorum 'Nanum', die weiß blühen soll, noch in Knospe steht, aber schon ihren rötlich gerandeten Blattaustrieb zeigt. Beide sollen laut der lesenswerten Website der Gärtnerei Staudenfan, wo ich sie bestellt habe, im Winter einziehen. Das gilt jedenfalls für Epimedium x youngianum 'Niveum', das bei mir jetzt gerade seine kleinen, aberEpimedium grandiflorum 'Nanum', noch nicht aufeblüht mit rötlichem BlätterrandEpimedium grandiflorum 'Nanum', noch nicht aufeblüht mit rötlichem Blätterrand sehr schönen Blütenköpfe aufgerichtet hat.

 Meine Favoriten-Elfenblume in meinem Garten ist aber das ganz in weiß blühende wintergrüne Epimedium x 'Arctic Wings'. Es hat die größten Blüten, die es sehr zahlreich entwickelt. Die äußeren Blütenblätter sind breiter als bei den anderen Sorten und wirken dadurch fast wie Schirmchen. Mit dem Kauf  bin ich einer Empfehlung dieser Sorte durch den Staudengärtner Kirschenlohr bei einem Vortrag bei der Dortmunder Sektion der Gesellschaft der Staudenfreunde gefolgt.

Epimedium unbenannter SämlingEpimedium unbenannter SämlingZur Pflege der Elfenblumen gibt es nicht viel zu sagen.   Sie alle wachsen im Halbschatten,Epimedium Einzelblüte des unbenannten SämlingsEpimedium Einzelblüte des unbenannten Sämlings manche auch gerne im tieferen Schatten und vertragen wohl auch Wurzeldruck. Die wintergrünen Arten sollten im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden, damit der schöne Laubaustrieb und natürlich die Blüten besser zur Geltung kommen.  Bei manchen empfiehlt sich eine Abstützung der Blütentriebe. Ansonsten – in Ruhe lassen.

Merkwürdig bleibt, dass Shakespeare uns das wilde Stiefmütterchen als Zaubersaftblume andient. Oder wollte er uns auch damit nur verwirren und in die Irre führen? Wissenschaftler haben aus Epimedium Arten den Stoff Icariin extrahiert. Ihm wurden in Tierversuchen neuropathische und stimulierende Wirkungen nachgewiesen. Könnte es also doch Elfenblumensaft gewesen sein, der Titania wegen eines Eselskopfes kopflos machte?Epimedium x  'Arctic Wings': Tanzen die Elfenblüten?Epimedium x 'Arctic Wings': Tanzen die Elfenblüten?

Egal, einfach Mendelssohn-Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ auflegen, das Schwirren der Streicher hören und schon sieht man die Blüten der Elfenblumen im Wind tanzen.

 

Bezugsquellen z.B.:

Staudengärtnerei Annemarie Eskuche, http://stauden-eskuche.de/ 45 Epimedium Sorten mit guten Erläuterungen und Fotos zu jeder Sorte

Staudengärtnerei Staudenfan,  http://www.staudenfan.de/

Staudengärterei Andreas Kirschenlohr www.stauden-kirschenlohr.de mit mehr als 70 Epimedium Sorten, beschrieben und bebildert

 Hinweis auf Garten-Vorträge:

Gesellschaft der Staudenfreunde (GDS) http://www.gds-staudenfreunde.de/public/index/rubrik/Regionalgruppen

Zur Regionalgruppe Dortmund sh. auch: http://www.gartenansichten.de/cms/

Nachtrag: Auf der Raritätenbörse in der Essener Gruga waren Epimedien an vielen Ständen zu haben; es scheint eine Modestaude zu werden. Dort habe ich Lars Ulsamer kennengelernt, der  150 verschiedene Arten und Sorten vorhält. Seine Website http://www.epimedium.info ist sehr informativ und enthält Hinweise zu Botanik und Pflege sowie eine bebilderte Beschreibung der vorgehaltenen Pflanzen.

 

 

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Wenn der grüne Rasen wieder blüht…

Bei geschlossenen Knospen sind die Krokusse kaum zusehenBei geschlossenen Knospen sind die Krokusse kaum zusehenFast kein Garten ohne Rasen. Der März ist die Zeit, ihn zum Blühen zu bringen. Ende Der Rasen blühtDer Rasen blühtFebruar zeigen sich schmale Blätter, die nicht Gras sein können, daraus wachsen blasse unscheinbare Blütenblätter und wenn dann einmal die Sonne scheint (was im Ruhrgebiet um diese Jahreszeit eher selten ist), dann ergießt sich ein Meer von in vielen Schattierungen lilafarbigen Krokussen auf den grüne Rasen. Bei entsprechenden Temperaturen entdecken die Wildbienen und Hummeln in großer Zahl die Nektarquellen. Das Summen der Bienen legt sich über den brummenden Hummelton. Wem dann nicht das Herz aufgeht in der Gewissheit, dass der Winter vorbei ist,  dem ist nicht zu helfen.

Heute, am 19.03.2107, ist das Krokusmeer schon wieder abgeebbt. Stattdessen fluten gelbe Narzissen Rasen, Beet  und Wiese. Ihr Gelb dominiert den ganzen Garten – schade für all diejenigen die gelbe Blüten partout nicht ausstehen können.

Leider gibt es nicht allzu viel Gärten, bei denen der Rasen als Vorfrühlingsblütenwiese genutzt wird, obwohl es uns die öffentlichen Parks inzwischen häufig vormachen, z.B. das berühmte blaue Band in den Düsseldorfer Rheinwiesen. Und es ist kein Kunststück, sich einen blühenden Rasen zuzulegen.  Krokuszwiebeln kann man im Herbst einfach in den Rasen stecken. Wenn ich  es sorgfältiger machen will, steche ich ein Stück Rasensoden - ein bis zwei Spaten breit - aus, unterfahre es mit dem Spaten, hebe es ab und lege es mit der Rasenseite auf den Rasen. In die freigelegte Erde werden nun die Zwiebeln gesteckt und dann wieder mit dem Rasensoden bedeckt. Keine Sorge, an den Schnittkanten wächst der Rasen schnell wieder zusammen. Und wie entsteht daraus ein ganzes Blütenmeer? Ein paar Jahre dauert es schon, aber dann haben die Frühlingszwiebelpflanzen einen größeren  Teil des Rasens durch Brutzwiebeln und keimende Samen  erobert.

OsterglockenOsterglockenBesonders gut vermehren sich bei mir Sorten des Elfenkrokus (Crocus tommasinianus). Mit dem Goldkrokus (Crocus flavus) hatte ich bisher weniger Glück, bei Balkankrokus (Crocus  chrysanthus) probiere ich gerade mehrere Sorten aus. Prinzipiell funktionieren alle sog. Wildkrokusse, während die großblütigen Krokusse wohl eher ins im Beet gehören.

Bei den Narzissen gibt es selten ein Problem. Bei mir in der Wiese (dieser Teil wird nur zweimal im Jahr gemäht) stehen hauptsächlich die in der Eifel heimischen Gelben Narzissen, auch Osterglocken genannt (Narcissus pseudonarcissus), die sich verstreut vermehren. Eine Ecke habe ich für  einen der kleinsten heimischen GoldkrokusGoldkrokusZwiebelblüher Crocus chrysanthus 'Cream Beauty'Crocus chrysanthus 'Cream Beauty'reserviert, das zweiblättrige Blausternchen (Scilla bifolia), das wesentlich kleinere Blüten hat als das bekannte sibirische Blausternchen (Scilla sibirica). Wer gerade jetzt in Hannover ist,  sollte sich  im Herrenhäuser Berggarten nicht nur die einmalige Azaleenblüte nicht entgehen lassen, sondern auch nicht die blaue Scillawiese. Dieses Vorbild kann ich nicht erreichen, aber ein kleines Stückchen Rasen haben die Blausternchen schon erobert.

Im letzten Herbst habe ich zum ersten Mal auch rote Wildtulpen (Tulipa batalinii) mit einer „Unterpflanzung“ von rosa Schneestolz (Chionodoxa) gesetzt.  Ich glaube eher nicht dass es funktioniert, denn Tulpen brauchen im Sommer trockenen Boden. Mal sehen.Zweiblättriges Blausternchen, eine der kleinsten ZwiebelpflanzenZweiblättriges Blausternchen, eine der kleinsten Zwiebelpflanzen

Nicht verschweigen will ich, dass es für Liebhaber eines gepflegten englischen Rasens oder wenn der Rasen als Spielfläche für Kinder dient, ein Problem gibt. Dort, wo die Zwiebelpflanzen stehen, darf man erst mähen wenn das Laub vergilbt, also etwa im Mai. In der Zwischenzeit ist das Gras des Rasens gewachsen und für ordentliche Leute sieht das vielleicht auch nicht schön aus.

Experiment mit "Wildtulpen" und SchneestolzExperiment mit "Wildtulpen" und SchneestolzHier hilft das echt englische Vorbild. Wer einmal im April/Mai englische Parks und Gärten besucht hat, wird gesehen haben, wie dort die blauen Hasenglöckchen (Bluebells – Hyacinthoides non-scripta) in der Nähe der Sträucher blühen und ihre Stellen vom Rasenmäher verschont bleiben.   Man kann also nur eine Ecke des Rasens, z.B. in der Nähe von Gehölzen mit Zwiebeln besetzen. Vermehren sie sich über den zugewiesenen Platz hinaus, wird einfach gemäht.

Ob das auch mit dem  beliebtesten Männerspielzeug im Garten funktioniert, dem Mähroboter, weiß ich nicht. Denn der Roboter müsste ja wissen, dass zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Flächen gemäht werden müssen. Aber auch dafür werden die Smart Garden Abteilungen von Gardena und Co. sicher eine IoT- Lösung finden, wenn dies nicht  bereits geschehen sein sollte, was zu recherchieren ich keine Lust mehr hatte.

Die hier genannten Zwiebelpflanzen sind leicht zu beschaffen und oft sogar im Gartencenter erhältlich. Wer mehr Auswahl haben will und sicher sein will, dass die Zwiebeln noch in Ordnung sind, sollte beim Bluemzwiebelversand bestellen, z.B.  bei  Treppens www.treppens.de oder in den Niederlanden, wo die Auswahl meist noch größer ist, z.B. Nijssen Bulbs https://nijssentuin.nl.  

 Literatur: Schmid, Elisabeth, Zwiebelpflanzen, Kosmos Verlag 2015

Nachtrag: Folgender Hinweis ist mir nach Erstellung des Blogs zugegangen:  "Die Krokuswiese im heimischen Rombergpark (in Dortmund) blüht im zweiten Jahr. Kennen Sie das Blaue Band im Rombergpark in der kleinen Talwiese? Am Wochende 11./12. März war es in voller Blüte. Es gibt schöne Fotos davon, z.B. im Lokalkompass Dortmund-Süd (online-Zeitung) in der Rubrik Natur. ....... . Und die Leitung sowie die Freunde des Rombergparks sind mit Recht auf "ihre" Krokuswiese stolz." Danke!

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Gelb statt Grau im Spätwinter

Foto 12.02.2017Foto 12.02.2017Nomen est Omen!  Er trägt seinen Namen zu Recht, der Winterling, auch in der lateinischen Bezeichnung „Eranthis hyemalis“. Denn „hyemalis“ heißt so viel wie „winterlich“. Und dennoch ist er auch der  Bote des Vorfrühlings. Der Winterling erscheint etwa gleichzeitig mit den Schneeglöckchen im Garten. Oft sieht man bereits die grünen Spitzen der Schneeglöckchen oder gar erstes Weiß der Blüten durchblitzen, da ist noch nichts vom Winterling zu erblicken. Dann aber geht es rasend schnell. Einige schöne,  etwas wärmere Tage Ende Januar, Anfang Februar und schon ist die eben noch braune Erde mit gelben Knospen bedeckt und wenn jetzt noch die Sonne scheint, dann öffnen sich die gelben Schalenblüten. Die Schneeglöckchen aber sind dann noch nicht aufgeblüht, sie brauchen oft mehrere Wochen bis sie  ihre Blütenflügel spreizen und die grüne Zeichnung der inneren Blütenblätter zu sehen ist. Diese Geschwindigkeit schafft der Winterling, gerade weil er so klein ist. Nur wenige Zentimeter sind es vom Boden bis zur Blüte.

Foto 12.02.2017Foto 12.02.2017Das Winterlingswunder ist bei mir im Garten in wenigen Tagen vor dem letzten Wochenende (04./05. Februar 2017) geschehen. Weil am Sonntag, dem 05.02.2017 die Sonne schien, öffneten sich die meisten Blüten und bedeckten den Boden mit ihrem fröhlich machenden Gelb. Ich bin leider ein zu schlechter  Fotograf, um mit den Fotos die Triumphstimmung des herannahenden Vorfrühlings zeigen zu können,  die von der gelb leuchtenden Fläche in der Sonne ausgeht.  Aber ich empfand sofort, dass ich  jetzt dem Winterspeck den Streit verkünden muss.  

Gestern Morgen hatte es noch einmal ein wenig geschneit. Das macht dem Winterling natürlich nichts aus. Allerdings weigerte er sich die Blüten zu öffnen, was ja auch vernünftig ist, weil ohnehin keine Hummeln, die Hauptbestäuber,  fliegen. Nachgelesen habe ich, dass man dieses bei Pflanzen nicht seltene ökomische Verhalten Thermonastie nennt. Heute dagegen haben sich die Blüten wieder in der Sonne geöffnet. Foto 11.02.2017Foto 11.02.2017

Foto 05.02.2017Foto 05.02.2017Weil er so klein ist, liebt der Winterling die Gesellschaft seinesgleichen. Da die winzigen Knöllchen, die man im Herbst legt, nicht viel kosten, sollte man damit also nicht zu Abgestorbener Fenchel mit HaubeAbgestorbener Fenchel mit Haubesparsam umgehen, damit sich schnell eine größere Winterlingsfläche bildet. Sonne braucht er nur im Winter. Sein natürlicher Standort ist im Bereich von Laubbäumen, aber auch sonnigere Plätze verträgt er. Soweit ich sehe, kommt er mit jedem Gartenboden zurecht. Nach der Blüte wächst der Winterling auf ca. 10 cm heran und das zunächst nur kleine rundum gefiederte Hochblatt unter der Blüte wird etwa 6 cm breit. Im Mai vergilbt das Blatt dann und macht den Stauden, die inzwischen gewachsen sind, Platz.

Inmitten der Rosentriebe  - Foto 05.02.2017Inmitten der Rosentriebe - Foto 05.02.2017

Der Winterling versamt sich stark, weswegen man, wenn er nicht nach und nach den ganzen Garten besiedeln soll,  bei der Platzwahl auf einen abgegrenzten Bereich achten sollte. Bei mir steht er in einem Rosenbeet, eingegrenzt von Teich, Weg und Haus und hat diese Grenzen bisher nicht überschritten.  Andererseits stört er andere Pflanzen, die ja durchweg größer sind und über ihn hinaus wachsen, überhaupt nicht. In manchen Parks kommt der aus Südosteuropa stammende Winterling verwildert massenhaft vor; berühmt soll das Rautal bei Jena mit mehr als 3 ha. Fläche sein.

Für Liebhaber gibt es zahlreiche Sorten des Winterlings: zitronengelbe, orangene, grüne, gefüllte und halbgefüllte. Eine weitere natürlich Art, die häufiger gepflanzt wird, ist das goldgelbe und etwa später blühende Eranthis cilicia. Sehr begehrt und selten ist das noch kleinere weiße E. pinnatifida mit blauen Staubbeuteln. Den normalen Winterling gibt es im Herbst in jedem Gartencenter. Wer es qualitativ besser haben will oder spezielle Arten oder Sorten sucht: www.misterhepatica.de; https://nijssentuin.nl/24-webwinkel-nieuwe-oogst; http://convallaria.nl.

Literatur: Boens, Wim, Das aktuelle Eranthis Sortiment - Gelb in allen Farben, Gartenpraxis 2015,  Heft 2 S. 12-17. Im Internet lesenswert ein Artikel rnd um den Winterling von Michael Stork (http://www.gartenansichten.de/cms/index.php/pflanzenportraits/item/240-winterling) mit vielen interssanten Hinweisen, z.B.  zur Bestäubung druch Hummelköniginnen  und dem überrascheden Blütenaufbau, wonach die Kelchblätter des Winterlings die Blüten bilden und die  Blütenblätter  zu Nektarien umfunktioniert sind.

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Brisantes Thema: Kunst, Kitsch und Deko im Garten

Mir ist klar, dass ich mich jetzt wahrscheinlich in die Nesseln setze, um im Gartenbild zu bleiben. Es gibt ja wohl kaum einen Garten, der ohne Kunst, Kitsch oder Deko auskommt und die Variationsbreite dessen, was wir uns zur Verschönerung unseres Gartens einfallen lassen, ist enorm. Da sich über Geschmack nicht streiten lässt und jeder mit seiner Gartenfacon selig werden können soll, packe ich das Thema so an, dass ich mich mit meinem Garten oute. D.h., wie ich vorab einräumen will, auch mit meiner eigenen Widersprüchlichkeit hierzu.Rosen, Stauden und Statue verstärken gegenseitig ihre Wirkung - Ansicht aus Groombridge, SüdengandRosen, Stauden und Statue verstärken gegenseitig ihre Wirkung - Ansicht aus Groombridge, Südengand

Ideal finde ich es, wenn sich Objekte im Garten (das soll mein neutraler Sammelbegriff für die thematisierte Begriffstrias sein) und Pflanzen in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken und ergänzen. Auch dürfte es vorteilhaft sein, die Objekte so zu platzieren, dass sie die Blickrichtung des Auges auf eine bestimmte Gartensituation lenken. Beides kann aber nur funktionieren, wenn man sparsam mit Gartenmöblierungen umgeht und nicht auf Schritt und TVor der säule; Vexiernelke (Lychnis coronaria), dahinter Brenende Liebe (Lychnis chalcedonica)Vor der säule; Vexiernelke (Lychnis coronaria), dahinter Brenende Liebe (Lychnis chalcedonica)ritt über irgendetwas, und sei es selbst getöpfert, stolpert.  Was ich persönlich nicht mag, ist, wenn die die Objekte - sei es Kunst, Kitsch oder Deko  - den Garten dominieren und Pflanzen  nur noch eine Nebenrolle spielen. Mehr Grundsätzliches fällt mir zu diesem Thema nicht ein. Natürlich könnte man erst mal mit der Definition von Kunst beginnen, aber das will ich lieber lassen, weil es ein eigenes Thema ist.

Jetzt zu meinem Garten. Etwas was ich als Kunst bezeichnen möchte, gibt es da bisher leider nicht. Aber zwei Objekte möchte ich zeigen, wo meiner Meinung nach die Platzierung im Garten gelungen ist.

Zum einen handelt es sich um eine halbhohe Marmorsäule mit einer quadratischen Marmorabdeckung, die ich bei einem marmorverarbeitenden Betrieb in Laas/Südtirol, wo dieser Marmor gebrochen wird, erworben habe. Die Säule ist maschinell gearbeitet, hat aber, was ich interessant finde, feine Querriefen von der Bearbeitung. Die kleine Säule steht ziemlich am Ende des Gartens am hinteren Rand einer mit Bruchsteinen gebauten Kante einer Grube, und lenkt damit den Blick nach hinten. Wegen der Grube kann man zur Säule aber nicht auf direktem Wege gelangen sondern nur über die Wegplatten in der Rabatte am Ende des Gartens. Die Säule fängt also den Blick, aber näher kommt man ihr nur über die bepflanzte Rabatte. Eigentlich sollte die Säule von einer Clematis umspielt werden, was mir aber bisher misslungen ist.

Im Abstand eines Drittels der Gartentiefe von der Terrasse steht eine Buntsandstein-Stele. Sie zeigt auf Im Sommer umrahmt von Phlox und Schönaster (Kalimeris)Im Sommer umrahmt von Phlox und Schönaster (Kalimeris)der Vorderseite ein Sonnenrelief und auf der Rückseite ein Mondrelief des Bildhauers Thierry D. Gangloff aus Leinsweiler/Pfalz. Was mir an den Stein gefällt, ist seine Geschichte. Er hat einmal in einem Pfälzer Weinberg als Gerüstbasis gedient, was man noch an der eisernen dicken Öse, die oben in die Stele einzementiert ist, erkennen kann. In dieser Öse steckte damals die Querstange, an der die Reben befestigt wurden. Die Stele steht vor einer wintergrünen, aber nicht sicher winterharten Clematis armandii, die über einen abgestorbenen Baumstamm wuchert und, wenn sie den Winter gut übersteht, im zeitigen Frühjahr mit duftenden Blüten überrascht.  

Als Deko gibt es im Garten, umrankt von einer Kletterrose an des Nachbars Garagengrenzwand, einen Spiegel. Die Idee zu dem Spiegel ist leider abgekupfert. Dennoch, ich finde, dass der Spiegel den Blick weitet und sich überhaupt dort gut macht. Auch hier wächst eigentlich von unten eine Clematis, aber im letzten Jahr hat sie gekümmert, wohl, weil ich bei der Erneuerung der Stützdrähte für die Rose den Boden zu sehr verdichtet habe.

Im Spiegel u.a. Lauch und Taglilie Im Spiegel u.a. Lauch und Taglilie

Nun zur Abteilung Kitsch, worüber ich nicht schweigen darf. Gartenkitsch muss ein Riesengeschäft sein. Das zeigen die zahllosen Werbeanzeigen in den Gartenzeitschriften und Gärtner Pötschke gibt einen fast zwei Zentimeter dicken Katalog heraus, bei dessen Durchblättern man sich über die Vielfalt der Kitschideen nur wundern kann, um es freundlich auszudrücken und mir keine Abmahnung  einzuhandeln.

Leider konnte ich mich dem Wunsch eines Familienmitglieds nicht entziehen, drei kleine barbiepuppenähnliche geflügelte Elfen aus Kunststoff (aus dem Gärtner Pötschke Katalog) auf einen großen Stein am Wasserbecken zu kleben. Selbstverständlich kann man die Elfen auch bei Nacht im solar erzeugten LED Schein bewundern. In der Vegetationsperiode gehen die Elfen im Blättergewirr unter, aber jetzt im Winter räkeln sie sich für Voyeure gut sichtbar behaglich unter einer Kätzchenhängeweide. Eine solche Weide kann man durchaus auch als Kitsch in Pflanzenform ansehen (von mir gekauft). Wenn ich mir das Bild anschaue, muss ich einräumen, dass die Weide, der Stein und Nixen eigentlich ganz nett zusammenpassen. Wenn jetzt noch die Kätzchen austreiben.....Sollte ich vielleicht eine Elfenblume daneben pflanzen (z.B. Epimedium grandiflorum 'Lilafee')?

Weil wahrscheinlich niemand ohne Kitsch leben kann, habe ich mir auch selbst eine Kitschecke geschaffen. Als ich die Holzlege für das Kaminholz fertig gebaut hatte, erinnerte mich das Balkendreieick unter dem Dach an den Giebel des Reichstagsgebäudes mit der Inschrift auf dem Architraph. Also malte ich die Inschrift nach mit dem grammatikalisch schlechten Zusatz „seine wahre Gartenlust“. Das soll sich auf unseren Hang zum Kitsch beziehen.  An und auf dem Gerüst drapiere ich immer wieder verschiedene Kitschgegenstände, die den Satz auch  nachvollziehbar machen. Leider war z.B. der Gartenzwerg nicht besonders wetterfest, so dass er jetzt ganz bleich unter dem Käuzchen vom Giebel der Holzlege herunterblickt.

Zur Erweiterung des  Objektebestands im Garten tragen auch Geschenke bei, z.B. anlässlich von Gartenfesten. Die Schenker sollen ja sehen, dass man ihr Geschenk wertschätzt. Ein schönes Beispiel ist das erstaunlich frost- und wasserbeständige Perlhuhn aus Steingut, das mir inzwischen richtig an Herz gewachsen ist und das ein waches Auge auf den schattigen Steingarten hat.

Über kritische Zuschriften zu diesem Blog würde ich mich besonders freuen!

 

 

 


 

 

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