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"Es wird durchgeblüht!" Karl Foerster

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Genau besehen: Winterliche Blatttexturen                                                                    2016-12-18

Rückkehr der ältesten Zierpflanze der Welt                                                                   2016-11-19

Bizarres Sternengeflimmer  im Herbstlicht                                                                    2016-10-22

Stille Blühhelden im Staudengarten                                                                                2016-09-24

Gärten am Niederrhein                                                                                                          2016-08-25

Glockenblütenpyramiden                                                                                                    2016-07-25

Primeln - Schönheiten made in Asia                                                                                2016-06-20

Züchter Zufall zwingt zum Vaterschaftstest                                                                  2016-05-24

Anemone Anemonella → Anemonopsis                                                      2016-05-15                                             

Frühlingsblüten aus dem Wald für den Garten                                                            2016-04-24

Schneeglöckchen versus Märzenbecher                                                                        2016-03-18

Ein Frühlingsteppich aus Alpenveilchen                                                                        2016-01-30

Verwirrende Helleborus Vielfalt                                                                                         2016-02-08

 

 

 

 

 

Genau besehen: Winterliche Blatttexturen

Eigentlich hatte ich für den Dezemberblog anderes vor, aber die leichten Frostnächte in den ersten Dezembertagen weckten meine Begeisterung für etwas,  worauf ich bisher noch gar so richtig geachtet hatte. Ich entdeckte, dass die feinen Eiskristalle an den Blättern diesen nicht nur einen besonderen Reiz vermitteln, sondern auch die sog. Textur der Pflanzen betonen und dem Betrachter nahebringen.

Kleinlaubige und eher unscheinbare wintergrüne Pflanzen, z.B. Rosmarin, Lavendel, Steinbrech und sogar Thymian hatten plötzlich ihren großen Auftritt, zumal keine bunte Blüten von ihnen ablenkten. Die Eiskristalle saßen am Rande der kleinen Blättchen und hoben so die Blatt- und Zweigform zusätzlich hervor. Am schönsten sah es aus, wenn die Sonne schon ein wenig darauf geschienen hatte und die Eiskristalle leicht angetaut waren.Lotwurz (Onosma stellulata)Lotwurz (Onosma stellulata)ThymianThymian

Aber auch bereits abgestorbenes Laub hatte noch einmal seinen Schattensteinbrech (Porzellanblümchen)Schattensteinbrech (Porzellanblümchen)großen Auftritt, wie das Bild vom vom feingefiederten Bärwurzblatt zusammen mit dem großen Blatt, das wahrscheinlich von der RosmarinRosmarinScheinhortensie stammt, zeigt.

Als Textur, so habe ich gelernt, bezeichnet man die unterschiedlichen Blattformen, von zierlich und feingliedrig bis groß und ungegliedert, von weich und sich Wind bewegend bis hart und unbeweglich, von flaumig behaart bis glatt usw. und auch die Gestalt der Pflanzen insgesamt spielt dabei eine große Rolle. Manche Gartenautoren machen daraus eine Wissenschaft, die eher zur Verunsicherung beiträgBärwurz und ScheinhortensieBärwurz und Scheinhortensiet, und tun so als wäre es eine besondere Kunst Gärten mit Textur und Struktur zu versehen. Ich glaube, dass man nur die Augen offen halten muss, denn diese Unterschiede sind für jeden sinnfällig.

Mein letztes Foto (links) wurde nicht bei Frost gemacht und vielleicht werde ich von manchen deswegen auch ein wenig belächelt, weil sie daran nun wirklich nichts finden können und man besser mal mit dem Kärcher hätte für Ordnung sorgen sollen. Aber hat das Bild nicht ein wunderbare Leuchtkraft und seine eigene Spannung durch den Unterschied zwischen dem halbkugeligen  und dem flachen Moos, vermittelt durch den Steinbrech? Im Sommer wäre mir das gar nicht aufgefallen.

Der Gang durch den Garten lohnt sich eben immer.

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 Rückkehr der ältesten Zierstaude der Welt

Sie beschließt bei uns das Staudenjahr, die Chrysantheme, die älteste Zierstaude der Welt. Chrysanthemen fanden sich in China bereits vor 2.000 Jahren in den Gärten. Bei uns werden heute prächtigste angetriebene Chrysanthemenbäumchen, -kugeln, -pyramiden oder was man sich sonst noch an mehr oder weniger geschmackvollen Formen ausdenken kann, bereits ab August  in den GartenmärChrysantheme 'Poesie' vor der verblühenden Aster frikartii 'Jungfrau'Chrysantheme 'Poesie' vor der verblühenden Aster frikartii 'Jungfrau'kten angeboten. Das will ich gar nicht kritisieren. Aber sicher ist, dass diese Pflanzen niemals über den Winter kommen können.

Ich persönlich finde es allerdings viel schöner, beobachten zu können, wie aus kleinen Rosetten im Frühjahr durchaus kräftige, bis 80 cm hohe, dichte, standfeste, dem Herbstwind trotzende, über und über mit Korbblüten besetzte Büsche in allen Farben, außer blau, entstehen. Lange kündigen die Knospen die Blüte schon im Oktober an. Im November ist dann die Hauptblütezeit der Chrysanthemen, wenn sich die meisten Astern schon verabschiedet haben. Leider ist die Gartenchrysantheme aber als etwas altmodisch aus unseren Gärten weitgehend verschwunden. Deswegen plädiere ich für eine Rückkehr dieser im Prinzip pflegeleichten Pflanze (und nicht der vorgetriebenen Wegwerfpflanzen).

 Im fernen Osten ist die  Chrsantheme hoch angesehen.   In China gilt sie wegen des späten Blühtermins als Symbol für langes Leben und  immerwährende Schönheit. Und in Japan ziert sie als Emblem die Flagge des Kaiserhauses. Chrysanthemenblätter und -knospen werden zu Salat bereitet oder als Tee genossen.  Wer es ausprobieren möchte - z.B. bei Rühlemanns (http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/) gibt es drei verschieden Salat- udn zwei Teesorten.

Foto vom 19.11.2016, leicht ramponiert von Frost und Dauerregen, aber immer noch  schön anzusehen mit dem Allerweltskraut Jacobaea mariitima (Silberblatt)Foto vom 19.11.2016, leicht ramponiert von Frost und Dauerregen, aber immer noch schön anzusehen mit dem Allerweltskraut Jacobaea mariitima (Silberblatt)Von meiner ersten Chrysantheme weiß ich nicht mehr, wann ich sie bekam und welchen Namen sie hat. Sie ist weiß und fast gefüllt und ich pflanzte sie in den Wintergarten und machte Stecklinge für das nordseitige Pflanzbeet über dem Hauseingang. Diese Stecklinge waren ganz leicht zu ziehen, wuchsen auch immer zu prächtigen Pflanzen heran, überstanden aber nie den Winter. Jetzt weiß ich, dass ich die Stecklinge vor Ende Mai ziehen muss, damit ihr Wurzelwerk kräftig genug wird und man sollte sie so bald wie möglich dann auch auspflanzen. Kauft man Chrysanthemen beim Staudengärtner, ist daher das Frühjahr die beste Pflanzzeit.

Außer dieser Chrysantheme habe ich zurzeit die halbgefüllte, weiße ‘Poesie‘ und die klein-Chrysantheme 'Anastasia' Ton in Ton mit der letzten Blüte der Beetrose Bonica 82, die deutlich überragt wirdChrysantheme 'Anastasia' Ton in Ton mit der letzten Blüte der Beetrose Bonica 82, die deutlich überragt wird aber vielblütige ebenfalls halbgefüllte, lila-pinke ‘Anastasia‘. Beachten sollte man nach meiner Erfahrung bei Chrysanthemen vor allem, dass sie einen möglichst freien Stand haben sollte. Während des Sommers, wenn sie sich noch entwickeln müssen, sollten  sie nicht von anderen Großstauden bedrängt werden. So hat sich ‘Anastasia‘ zwischen den locker gepflanzten Beetrosen zu einem so großen Buch entwickelt, dass ich für nächstes Jahr da wohl eingreifen muss, während sie an anderer Stelle, neben Großstauden nur einige wenige Stängel hat. Auch Sonne wird empfohlen  - obwohl,  sh. Chrysantheme auf der Nordseite oben. Auch muss man die Chrysanthemen alle paar Jahre durch Stecklinge vermehren oder umpflanzen bzw. teilen, sonst verliert man sie.  Den ersten kleinen Novemberfrost des Jahres 2016 haben sie gut überstanden, allein durch den anschließenden Dauerregen  lassen sie etwas die Köpfe hängen, was sie aber immer noch gut aussehen lässt.

Chrysantheme 'Poesie' - EinzelblütenChrysantheme 'Poesie' - EinzelblütenÜbrigens spaßeshalber habe ich mir einige kleine gelbe, rosa und burgunderrote Topfchrysanthemen jetzt im November im Gartenmarkt für 1,99 € bzw. 0,25 € (!) gekauft und in den Wintergarten gepflanzt. Sollten sie den Winter dort überstehen, kommen sie in den Garten. Mal sehen, was draus wird. Aber bei der Schöne zitronengelbe, ungefüllte Wegwerfsorte für 0,25 € aus dem Gartenmarkt im Wintergarten ausgepflanzt Schöne zitronengelbe, ungefüllte Wegwerfsorte für 0,25 € aus dem Gartenmarkt im Wintergarten ausgepflanzt Frühjahrsbestellung in der Staudengärtnerei wird sicher auch die eine oder andere Chrysantheme dabei sein, auf jeden Fall die hochgelobte Sorte ‘Nebelrose‘.  Übriges auch beim Staudengärtner kosten sie weniger als 3 €, also ein preiswertes Novembervergnügen, zumal Chrysanthemen gute Vasenpflanzen sind. Wo kann man sie beziehen? - Z.B. bei Stade http://www.stauden-stade.de oder Gaißmayer http://www.pflanzenversand-gaissmayer.de  oder Sarastro https://shop.sarastro-stauden.com/de/categories/getCategory/1/C  mit guter Beschreibung der einzelnen Sorten.

 

Lohnenswert zu lesen sin die Webartikel von Elke von Radziewsky, Chrysanthemen, Zierpflanze mit Geschichte http://www.awmagazin.de/garten/pflanzenportraets/artikel/chrysanthemen-zierpflanze-mit-geschichte mit Hinweis auf die Gärtnerei Schöllkopf in Reutlingen mit 70 Chrysanthemensorten (Leider kein Versand) und von Chrsitian Seiffert, Winterastern, Chrysanthemen,  http://www.gaissmayer.de/index/seiten/duftpflanzen/chrysanthemen.htm

 

 

 

 

 

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Bizarres Sternengeflimmer im Herbstlicht                                                  2016-10-22

Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Maigrün'Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Maigrün'Alles hätte ich beim Anblick dieser Pflanze vermutet, nur nicht dass es sich um einen Steinbrech handeln könnte. Saxifraga cortusifolia, der Herbststeinbrech. Wenn sich viele der Blüten dieser kleinen Schattenstaude aus Japan wie in einer Wolke über dem Laub zeigen, dann kann man Schneegestöber denken und die Einzelblüten erinnern an Sterne Bizarr und elegant: Kopfblüte von Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Adailoe'Bizarr und elegant: Kopfblüte von Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Adailoe'und bei vielen Sorten haben diese Blüten, wenn man etwas genauer hinschaut, die bizarrsten Formen. Da flimmert es beim Anblick im Herbstlicht schon mal vor den Augen.

Auch die Blätter sind bemerkenswert, auch wenn sie sich nicht mehr als 10 cm über den Boden erheben. Sie haben sieben Lappen, sind glänzend, etwas ledrig und haben meist grüne, aber je nach Sorte mit besonders schönen rotgestielten Blättern, am 22.10.2016 noch in KnospeSorte mit besonders schönen rotgestielten Blättern, am 22.10.2016 noch in KnospeSorte auch braunrote, oder rote Farben. Sie ähneln in der Form den Blättern des Heilglöckchens, einer primelartigen alpinen Pflanze, von der ich leider kein Foto habe, weil es mir noch nie gelungen ist, sie länger als einen Sommer zu halten. Ihr lateinische Name: Cortusa matthioli.  Deswegen heißt der Steinbrech der „Cortusablättrige“= cortusifolia.

Bei so viel Schönheit muss ein wenig divenhafte Empfindlichkeit akzeptieren. Jedes Jahr bange ich dreimal. Erst im Frühjahr, ob sich wohl neue Blätter aus der scheinbar unberührten Erde, wo eigentlich die Pflanzstelle sein müsste (oder war es doch nebenan) entwickeln werden, dann im September/Oktober, ob die Pflanze Blüten treibt und anschließend, dass doch bitte kein Bodenfrost der Blüte oder gar dem erst im Aufblühen begriffenen Blütenstand ein Ende macht. Denn Frost mag die offensichtlich zarte Schönheit nicht.

Auch der Pflanzplatz muss gut gewählt sein; am besten im Halbschatten, humos, leicht sauer und durchlässig sollte die Erde sein und so muss ich leider immer mit Rhododendronerde nachbessern. Auch muss man darauf achten, dass die kleinen 10 cm hohen Pflänzchen, deren Horste bei mir bisher Durchmesser von 15-25 cm Größe geschafft haben, nicht von anderen Pflanzen bedrängt werden.Durch einen falschen Pflanzplatz habe ich schon mehrere von ihnen verloren. In den Katalogen nennt man so etwas eine Liebhaberpflanze.

Jedenfalls haben sich schon viele Liebhaber um ihre Zucht bemüht. Zuerst die Japaner, deswegen tragen die meisten käuflichen Sorten auch japanische Namen. In Deutschland hat sich besonders die Gärtnerei "Alpine Staudenraritäten Jürgen Peters" bei Zucht und Verbreitung der Pflanze einen Namen gemacht http://www.alpine-peters.de/. Dort allein gibt es ca. 150 Sorten zu kaufen, nicht nur mit weißen Blüten und grünen Blättern, sondern auch mit rötlichen Blättern und rosa oder roten Blüten. Schön ist, das die Pflanzen für jeden erschwinglich sind, anders als etwa die japanischen Leberblümchen, eine andere Liebhaberpflanze aus Japan, von denen jedenfalls ich die Finger lasse.

Bei der Auswahl der Sorten sollte man auf einen frühen Blühtermin achten, denn Novemberblüten dürften bei uns nicht so große Chancen gegen erste Bodenfröste haben. Deswegen sind wohl Pflanzen der Sortengruppe ‚fortunei‘ vorzuziehen. In der Literatur wird als Frosthärte der Pflanzen selbst die Zone 7 angegeben, das heißt frostbeständig bis ca.  – 12 Grad C. Durch Frost habe ich im prinzipiell wintermilden Ruhrgebiet aber noch keine Pflanze verloren und der Klimawandel kann im Einzelfall ja auch mal was Positives bewirken.

Noch sind in meinem Garten nicht alle Pflanzen aufgeblüht. Sollte sich noch etwas in diesem Herbst tun, reiche ich das Foto als PS an diesem Blog nach.

Hier ist das Post Scriptum vom 06.11.2016: Die am 22.10.2016 noch nicht aufgeblühte Sorte blüht. Nach meinen Bestellaufzeichungen sollte es die Sorte 'Momosekusui' sein. Saxifraga cortusifolia 'Momosekusui'Saxifraga cortusifolia 'Momosekusui'Das Blatt hat einen feinen braunen, leicht bedornten RandDas Blatt hat einen feinen braunen, leicht bedornten Rand

 

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Stille Blühhelden im Staudengarten

Wahrscheinlich gibt es sie in vielen Gärten: die stillen Blühhelden. So nenne ich solche Stauden, die einfach da sind, ihren Platz füllen, um die man sich nie kümmern muss, außer sie vielleicht einmal ein wenig zu stützen, die sehr lange blühen, bei denen Verblühtes den Effekt der laufenden Blüte nicht beeinträchtigt und die nicht von Schädlingen belästigt werden. Übrigens, auch in  Vase halten sie sich sehr lange. Für mich sind sie unverzichtbar, weil sie immer Freude am Garten garantieren.

Dennoch gibt es für sie keine speziellen Fans. Während es z.B. in der Gesellschaft der Staudenfreunde für alle möglichen Pflanzenfamilien, -gattungen oder -arten sog. Fachgruppen gibt, z.B. für Hosta, Iris oder Lilien und darüber ein lebhafter Austausch gepflegt wird, Ist es um diese Stauden still. Auch sind sie häufig züchterisch nur wenig bearbeitet.

Ich will daher einmal einige aus meinem Garten vorstellen, wobei die meisten zur großen Familie der Korbblütler zählen.

Aufnahem 15.07.2016Aufnahem 15.07.2016Diese Staude blüht von Juli bis Oktober –  vier Monate das sollAufnahme 21.09.2016Aufnahme 21.09.2016 ihr mal eine Pflanze nachmachen. Sie ist sehr standfest, ca. 1,60 m hoch und sät sich praktisch nicht aus. In meinem Garten stehen zwei Exemplare und sie bilden eine wenig die Stützpfeiler des Sommer- und Herbstgartens. Ich schätze, dass ich diese Pflanze schon ca. 20 Jahre habe. Sie hat nie den Platz gewechselt und dennoch an Blühfreude nicht nachgelassen. Die Einzelblüte ist nur ca. 6 cm groß, aber an jedem Stiel erscheinen 6-10 Einzelblüten, so dass der gesamte Horst sehr füllig aussieht. Wie heißt sie nun genau? Was ist der Sortenname? Ich weiß es nicht. Lange dachte ich, es handle sich um eine Staudensonnenblume (Helianthus). Aber jetzt bin ich nicht mehr sicher, ob es sich nicht um Sonnenauge (Heliopsis) handelt, vielleicht die Sorte Heliopsis helianthoides var.scabra 'Venus'. Oder doch Helianthus, Sorte  decapetalus 'Capenoch Star', die aber erst ab August blühen soll.  Eigentlich ist dies wohl auch nicht so wichtig. Es gibt von beiden Staudenarten, die sich sehr ähneln, eine Reihe schöner Sorten, z.B. bei Stauden Stade oder bei der Gärtnerei Gaissmeier. Wahrscheinlich sind andere Sorten sogar schöner. Aber mir reicht diese stille Vertreterin der hohen Korbblütler.

Tanacetum , 2. Blüte nach RückschnittTanacetum , 2. Blüte nach RückschnittDas Tanacetum (Wucherblume,Mutterkraut) habe ich auch vor etwa 20 Jahren aus einem anderen Garten erhalten. Anders als die Sonnenblume ist es nicht sehr langlebig sät sich aber mäßig aus, so dass es immer wieder an anderen Stellen des Gartens auftaucht. Die Blätter haben einen herben, aromatischen Geruch, so dass man Sämlinge – erwünschte und nicht erwünschte – leicht erkennt. Die nicht erwünschten lassen sich problemlos entfernen. Die 40 – 50 cm hohe Staude blüht auch noch im Halbschatten. Blütezeit ist der Frühsommer und nach einem Rückschnitt dann noch einmal im Herbst. Die Pflanze mit den überreich erscheinenden 1,5 cm  kleinen weißen „Knöpfchen“-Blüten fügen sich überall im Garten ein. Auch hier weiß ich nicht, welche genaue Sorte es ist, vermutlich gehört sie zur Sortengruppe von Tanacetunm parthenium.

Kalimeris incisa, jetzt nur nch einzelblüten von "meinem" SämlingKalimeris incisa, jetzt nur nch einzelblüten von "meinem" SämlingBei jeder jährlichen Staudenbestellung suche ich eine oder zwei Stauden nur nach Katalogform aus, d.h. ich kenne sie noch nicht.. Nicht immer wird dies ein Erfolg, aber mit Kalimeris incisa (Schönaster) habe ich einen Volltreffer gelandet. Ich habe eine weiße und eine hellblaue Sorte und einen blauen Sämling mit größeren Blüten, der aber dafür nicht so reichblühend zu sein scheint. Die  50 -60 cm hohe mit vielen Blütenstengeln ausgestattete Staude hat ca.3 -4 cm große Einzelblüten, die weitverzweigt auf den Stengeln sitzen. Blütezeit ist von Juni bis September. Bei frühzeitigem Rückschnitt der ersten Blüte kommt oft eine zweite.

Bei den Astern habe ich mich lange auf die Herbstastern beschränkt. Aber es lohnt sich, Aster Aster frikartii 'Jungfrau'Aster frikartii 'Jungfrau'frikartii die sog. Sommeraster, zu pflanzen, von der es einander sehr ähnliche Sorten gibt, die lustigerweise z.B. 'Mönch' und 'Jungfrau' heißen. Mir hat es die 'Jungfrau' angetan. Ich kam an Sie, um den Begriff aufzunehmen, wie die Jungfau zum Kind. Weil ich mal einen andere Asternesorte wollte, bestellte ich sie nach Kataloginfos.  Auch sie hat eine lagen Blütezeit von August bis Oktober. Wichtig ist, dass sie einen sonnigen Standplatz erhält,um üppige Horste zu bilden. Sonst kümmert sie und geht bald ein, was mir leider mehrfach passiert ist.  Das matte Blau ihrer 5 cm großen Blüten kann sich sehen lassen.  

Bistorta amplexicaulis 'Fat Domino'Bistorta amplexicaulis 'Fat Domino'Aus der Reihe tanzt der letzte stille Held, denn er ist kein Korbblütler, sondern ist ein Staudenknöterich und vertritt die Farbe rot: Bistorta amplexicaulis ‘Fat Domino‘ ist sein korrekter Name. Und „stiller“ Held ist auch nicht ganz treffend, denn er und seine Sortengeschwister haben in den letzten Jahrzehnten eine sagenhafte Gartenkarriere gemacht (sh. auch den letzten Blog). Ich habe auch eine weiße Sorte, die sich zwar  im Vollschatten wacker hält, aber der richtige Platz ist es keineswegs. Die Staude wird etwa 1,30 m hoch, wuchert nicht, aber vergrößert regelmäßig ihren Umfang. Fat Domino ist sehr standfest und  hat besonders dicke Blütenstände, die von Juli bis Oktober blühen. Ohne Blüten und in jungem Zustand kann man Bistorta a. leicht mit dem gefährlich an Wegrändern wuchernden Japanknöterich (Fallopia japonica) verwechseln, was ein sehr pflanzenkundiges Familienmitglied dazu veranlasst hat, die Pflanze herauszureißen. Es war gut gemeint. Also wurde eben neu gepflanzt.

PS: Die genaue Sortenfrage habe ich auch im Inernetforum der Gesellschaft der Staudenfreunde (GDS)  http://www.gds-staudenfreunde.de/ zur Debatte gestellt. Während sich für die weiße Blume bisher kein überzeugender Hinweis ergeben hat,  scheint jetzt klar zu sein, die gelbe Staude ist keine Sonnenblume, sondern ein Sonnenauge, entweder  Heliopsis helianthoides var.scabra 'Venus', wie ich schon vermutet hatte, oder  Heliopsis helianthoides 'Summer Night'.

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Gärten am Niederrhein

Ausnahmsweise befasst sich dieser Blog nicht mit dem eigenen Garten, sondern mit Gärten am Niederrhein. Torsten Matschiess, der den Garten Alst geschaffen hat, führte Mitte August nicht nur durch den eigenen Garten, sondern auch durch den Garten Gröne und das Riether Staudenparadies, eine fünfstündige Tour durch drei außergewöhnliche Gärten in Nettetal und Brüggen.

Garten Gröne mit Gräsern und FarnenGarten Gröne mit Gräsern und FarnenDen Garten Gröne „kannte“ ich schondurch das Buch von Hermann Gröne „Ein faszinierender Stauden- und Gräsergarten“.  Jetzt im August präsentierte sich der Garten nicht so blütenreich wie in dem Buch. Dafür ließ sich die Gartenstruktur sehr gut erkennen.   Jetzt dominieren die Gräser und Hochstauden, deren Stärke oft Blattstruktur und Habitus sind .Beindruckend ist die sorgfältige Auswahl der Sorten. Dieser Garten zeigt, dass es nichr nur auf die richtige Wahl der Pflanzenart ankommt, sondern dass es sich lohnt, die am besten passende SClamtis udn CrocosmiaClamtis udn Crocosmiaorte zu suchen. Leider fehlt mir dazu oft nicht nur die Zeit , sondern auch Kenntnis und Geduld. Stauden dürfen auch miteinander im Dialog stehen, so z.B. die kleinblütige Wildclematis mit Crocosmia.

Anders ist das Riether Staudenparadies. Ihm merkt man denen konzentrierten Gestaltungswillen der Gartenbesitzerin bei Planung und Pflege des Gartens an. Entstanden ist ein Garten der Vielfalt, der dennoch Ruhe ausstrahlt. Im Vorgarten zunächst Gräser – aber sie nehmen im weiteren Verlauf nicht überhand und sind dann ls Solitäre gesetzt oder, wie das Federgras, um Bewegung in den Garten zu bringen. Im hinteren Teil, den man trotz des relativ schmalen Grundstücks erst spät bemerkt, befinden sich auch kleinere Obstbäume. Hervorzuheben unter den Gehölzen ist eine selten gepflanzte Mispel (mespilus germanicus), deren Belaubung gleich am Boden beginnt und deren lockere Kugelform (anders als die modischen Kugelbäume) beindruckt.

Der Garten Alst von Torsten Matschiess lässt erkennen, dass der Gartenbesitzer sich nicht in ein Schema pressen lässt, sondern ständig die Eine seltene Gladiole mit Verbene bonariensisEine seltene Gladiole mit Verbene bonariensisGrenzen klasssischer Gartengestaltung überschreiten will. Gräser, Staudenknöteriche undDer DreiklangDer Dreiklang Wiesenknopf (Sanguisorba) – dieser Dreiklang bestimmt den Garten. Torsten Matschiess macht keine halben Sachen. Allein 54 Sorten der Staudenknöteriche finden sich in dem 3.000 qm großen Garten. Da er jetzt alles weiß und kann , was die Knöteriche angeht,  kümmert er sich jetzt verstärkt um seine Sammlung der Sanguisorbas. Nicht zufällig sind diese beiden Blütenstauden zusammen mit den Gräsern die Pflanzen, die in den letzten Jahren besonders gerne von den Planern eingesetzt werden. Torsten Matschiess war immer einen Schritt voraus. Übrigens, dieser Garten ist auch im August keineswegs langweilig, weil natürlich andere Stauden, wie Astern, roter Wasserdost, Sonnenhut und Fenchel den Dreiklang auflockern. Außerdem sammelt Matschiess seltene Gehölze, die der Pflanzung räumliche Wirkung verschaffen.Torsten Matschiess inmitten Dost und SonenhutTorsten Matschiess inmitten Dost und Sonenhut

Es gibt eine sehr schöne Website zu allen drei Gärten:  http://www.niederrhein-gaerten.de

Filigrane Beetsituation bei OudolfFiligrane Beetsituation bei Oudolf Inspiration haben sich alle diese drei Gärtner u.a. aus den Niederlanden geholt, nämlich bei Piet Oudolf in Hummelo, nicht weit von der deutschen Grenze bei Bocholt. Oudolf hat eine neue Handschrift der Gartengestaltung erfunden, die insbesondere für öffentliches Grün neue Maßstäbe gesetzt hat.  Sein Ziel: Weg von der prächtigen Einzelblüte oder gar einjährigen Sommerblumen, hin zu in der Blüte und Farbe oft zurückhaltenden Pflanzen, die jedoch auch durch ihren Fruchtstand, Habitus und ihrer Blattstruktur überzeugen. Kein Wunder, dass er auch stark auf Gräser setzt. Auch pflanzt er oft größere Gruppen derselben Pflanze, was im kleinen Hausgarten oft nicht so sinnvoll sein dürfte. Der Besuch seines In der Nähe des Hauses wird es kleinteiligerIn der Nähe des Hauses wird es kleinteiligerGartens zeigte aber, dass er weiß, welche Pflanzenkombinationen passen. Im Bereich des Wohnhauses, der kleinräumiger ist, passte sich auch Oudolf an und pflanzt kleinteiliger.

Hinzu kommt, dass Oudolf viele neue Sorten für seine Zwecke gezüchtet hat, die sich zum Teil in den vorher besuchten Gärten wiedergefunden haben. Oudolf Pflanzungen in Deutschland gibt es im Schlosspark Bad Driburg und im Maximilianpark Hamm, auch im Berne-Park der Emschergenossenschaft in Bottrop; leider wirkt diese Pflanzung nicht überzeugend. Dennoch lohnt sich ein Ausflug dorthin, schon wegen des guten Restaurants.

Datura?Datura?In Richtung Piet Oudolf lohnt sich ein Besuch von Schloss Moyland in Bedburg-Hau, wo derzeit die Paphiopedilum?Paphiopedilum?Ausstellung „Lasst Blumen sprechen“ bis 23.Oktober läuft. Gleich zu Beginn hat der Kurator allerdings die Beschriftung des ersten und 4. Bildes vertauscht. Mangelnde Botanikkenntnis? Schön sind gerade die niedrigen Hortensieninseln im Park und die zeitgenössischen Skulpturen sind ebenfalls sehr Chillida Skulptur vor dem SchlossteichChillida Skulptur vor dem Schlossteichsehenswert. Wie vor den Kanzleramt in Berlin steht im Schloss z.B. ein Chillida.

 

 

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Glockenblütenpyramiden

Campanula lactiflora , Sorte 'Lodden Anne' Campanula lactiflora , Sorte 'Lodden Anne' Eine ziemlich unbekannte Schönheit des Sommergartens ist die Pyramidenglockenblume (Campanula pyramdalis). Sie und die Hohe Doldenglockenblume (Campanula lactiflora) sind diejenigen Glockenblumen, die am höchsten wachsen (jedenfalls soweit mir bekannt, denn das „Reich“ der Glockenblumen ist für den Laien fast unüberschaubar groß).

Im Balkan wächst die Pyramidenglockenblume wild zwischen Felsen. An Stellen, wo man sich nicht vorstellen kann, Die beiden "Wächter"Die beiden "Wächter"dass im Fels ein Krümelchen Erde Halt geben könnte, ragt sie hoch empor. Desto erstaunlicher, dass sie im Garten keineswegs auf spezielle Felsspalten-Steingärten angewiesen ist, sondern überall zurechtkommt. Im Gegenteil: Im Steingarten kann sie im Verhältnis zu den anderen Pflanzen leicht zu groß werden.Blüte der PyramidenglockenblumeBlüte der Pyramidenglockenblume

Ihren Namen trägt die Pflanze zu Recht, denn ihre Blütenstiele stehen straff aufrecht und die mittleren wachsen am höchsten. Bei einer Pyramide stellt man sich meist allerdings eine breiten Fuß vor. Deswegenpasst vielleicht noch besser das Bild eines gotischen Kirchturms, dessen Spitze von vielen kleineren Türmchen umkränzt  wird.  Ich habe u.a. zwei Prachtexemplare, die gut gedüngt ca. 1,80 m groß geworden sind, zusammen mit Duftwicken in zwei große Töpfe bepflanzt. So säumen sie als mannshohe „Wächter“ den kleinen Treppenaufgang zur Rundterrasse. Jetzt sind sie gerade am schönsten, wenn sie aufblühen. Ihre hellblauen, sternförmigen 3, 5 cm großen Glockenblüten erscheinen sehr zahlreich über mehrere Monate. Die Blüten sind beliebt bei Insekten. Bis zu 15 Hummeln, Wildbienen und Schwebfliegen habe ich gleichzeitg an einer Pflanze gesehen. Aber auch im Macht sich auch im Schatten gutMacht sich auch im Schatten gutSchatten blühen sie, wenn auch später und mit weniger Blüten. Schädlinge habe ich noch nicht bemerkt, nur die unteren Blätter rollen sich häufiger etwas ein.

C. pyramdialis sät sich aus, wird aber nicht lästig, da die Sämlinge sich leicht entfernen lassen. Große Pflanzen allerdings haben aber einen sehr großen fleischigen Wurzelstock, der etwas Mühe macht, wenn man ihn aus der Erde nehmen will.

Von der Pyramidenglockenblume gibt es auch Sorten zu kaufen, z.B. eine weiße Form  „Alba“ und eine lavendelblaue „Lavender blue“. Die meisten Staudengärtnereien haben sie nicht im Sortiment, aber im Internet gibt es genügend Versandadressen.

Die ideale Gartenpflanze also? Nicht ganz, aber fast. Die Pyramidenglockenblume verhält sich ein wenig wie eine zweijährige Pflanze, d.h. man muss nach der Blüte den Blütenstand schnell abschneiden, sonst geht die Pflanze oft ein. Sehr langlebig scheint sie mir ohnehin nicht zu sein, aber es finden sich immer wieder Sämlinge, so dass man eigentlich nie nachkaufen muss, wenn  man sie einmal im Garten hat.  Ähnlich wie die auch  jetzt blühenden Ballonblumen „putzt“ sie sich nicht, d.h. die abgeblühten Blütenblätter fallen nicht ab, sondern bleiben hängen, was nicht so schön aussieht. Allerdings sind die Blütenreste viel keiner als bei der Ballonblume.

 

 

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Primeln –Schönheiten made in AsiaPrimula roseaPrimula rosea

 Asien ist der Kontinent der Primeln. Das asiatische Primeljahr beginnt für mich mit der Rosenprimel (primula rosea) aus dem nördlichen Indien und Pakistan, die ihre leuchtenden magentaroten Blüten oft vor den Blättern im März/April zeigt, wenn noch wenig Grün den Boden bedeckt. Sie verlangt feuchten Boden weswegen sie auch Sumpfprimel heißt. Die Rosenprimel gibt es billig und massenhaft ebenso wie die etwas später blühende Kugelprimel (primula denticulata ) in jedem Gartenceter zu kaufen. Leider hält es die Kugelprimel in meinem Garte nicht lange aus, wohl wePrimula sieboldii weißPrimula sieboldii weißil sie einen kalkarmen Boden verlangt.

 

 Ihr Blattwerk kommt im Frühjahr und geht im Spätsommer wieder: Primula sieboldii, die nach dem deutschen Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold benannt ist, der sich in der ersten Hälfte des 19. JH. in Japan aufgehalten hat und dort umfangreiche Studien zu Fauna und Flora erstellt hat. Es ist eine Waldpflanze, die sich nach und nach ausbreitet. Als ich sie zum ersten Mal im Berliner botanischen Garten sah, bedeckte sie eine mehrere Quadratmeter große Fläche im Wald mit ihren Blüten. In meinem Garten habe ich die, wie ich meine -  schönere weiße Form - im Vorgarten und die außen und innen in unterschiedlichen Tönen changierende rosa Form hinter dem Haus.

 

Relativ selten anzufinden, ist die dennoch pflegeleichte, im Mai blühende japanische Primel (primula japonica). ScheinbarPrim. jap. 'Millers Crimson'Prim. jap. 'Millers Crimson' aus dem Nichts entwickelt sie rasch ihre Blattrosetten und dann die doldenähnlichen BlütenständePrimula jap. albaPrimula jap. alba, die sich zu mehreren Etagen auswachsen. In jedem Jahr suche ich erst den Boden ab und glaube fast nicht mehr dran, dass sie wieder erscheinen. Aber keine Sorge, wo ein Plätzchen frei ist, da haben sie sich ausgesät (ohne lästig zu werden) oder kommen wieder. Die japanische Primel gib t es in mehreren Farbsorten. ‚Millers Crimson‘ z.B. ist tiefrot, prim.jap. alba ist alabasterweiß. Hat man beide, muss man aufpassen, dass sie sich nicht kreuzen, weil dann das schöne Alabasterweiß von „alba“ zu einem eher schmutzigen Rosa wird. Leider ist mir das passiert, obwohl die Sorten wohl 15 m weit auseinanderstanden. Primula japonica kommt mit meinem Boden gut zurecht und steht im Halbschatten in eher feuchter Erde.

 

Eine Hybride aus mehreren chinesischen Primelarten mit vielen bunten Farben ist primula x bullesiana. Für sie hat man den deutschen Namen Terrakotta-Etagenprimel erfunden, weil sie viele sehr warme Farbtöne in Ziegelrot und Ocker hervorbringt. Sie wächst bei mir Graben, der allerdings nur Wasser führt, wenn es - wie zurzeit oft - sehr stark regnet oder ich mit der Brunnenpumpe Wasser einleite. Auch sie sät sich gerne aus, wobei zu beobachten ist, dass sie sich aus den schattigen Bereichen zurückgezogen hat bzw. daraus verdrängt wurde, z.B. durch Baldrian mit seinen schönen Dolden, der den Graben ebenfalls sehr mag.

 

Die als letzte blühTibet -Primel, noch nicht ausgewachsenTibet -Primel, noch nicht ausgewachsenende asiatische Primel ist bei mir Primula florindae (Tibet-Primel). Sie blüht im klassischen Schlüsselblumengelb, soll duften (was ich erst jetzt gelesen haben, aber bisher noch nicht erschnuppern konnte). Sie sollte Riesenprimel heißen, denn ihre BlütPrimula florindae (Tibetprimel), BlütenstandPrimula florindae (Tibetprimel), Blütenstandenstängel werden bis 1,20 m hoch. Hauptblütezeit ist Juli, im Moment haben die Stängel erst 40 cm geschafft und die meisten Knospen im inneren Bereich der „Dolde“ sind noch nicht aufgeblüht bzw. gar noch nicht angelegt.

 

Das Tolle an all diesen asiatischen Schönheiten ist, dass man sich kaum um sie kümmern muss. Sie erhalten sich selbst, wuchern nicht und wenn sie sich einmal an einer Stelle aussäen, wo sie partout nicht hin sollen, lassen sie sich bei ihrem geringen Wurzelwerk ganz leicht herausnehmen. Nur die Samenstände sollte man nicht wegschneiden, denn sehr langlebig sind Einzelpflanzen meistens nicht.

Literatur: Fritz Köhlein, Primeln, 1984  Ulmer Verlag

 Bezugsquellen:

 http://www.stauden-stade.de/

 Armin Kilian, kilian@my-lohfelden.de

 http://shop.alpine-peters.de/

  



          

                                         

Züchter Zufall zwingt zum Vaterschaftstest                            2016-05-24

Das Züchten von neuen Sorten ist mir zu komplex und außerdem weiß man, dass es immer vieler Sämlinge bedarf, um eine schöne neue Sorte zu finden. Schön, dass in meinem Garten stattdessen Züchter Zufall ausgezeichnet gearbeitet hat.Die Mutter: p. tenuifoliaDie Mutter: p. tenuifolia

Blüte p. tenuifoliaBlüte p. tenuifoliaIn dem kleinen Steingarten, dort wo er flach ist, also eher Steppe, habe ich seit Jahren eine einfach blühende Paeonia tenuifolia (Netzblatt- oder Schmalblättrige Pfingstrose). Die etwas länger blühende gefüllte Form ist leider nach ein paar Jahren verschwunden. Rund um diese Pfingstrose entwickelte sich ein Sämling mit deutlich weniger fein gefiederten Blättern und er wird auch fast doppelt so hoch wie die p. tenuifolia. Jetzt ist dieser Sämling schon ein paar Jahre alt und blüht gerade wirklich prächtig.

Die Frage ist nur, wer ist der Vater des Sämlings? Denn eine Sebstbefruchtung kann man wegen des durchaus größeren Habitus, der gröberen Fiederung der Blätter und der größeren und dunkler roten Blüten ausschließen. Auch treiben die Blütentriebe kleine Zweitknospen, was ich bei p. tenuifolia noch nie gesehen habe.

Was sagt nun der Vaterschaftstest? In der Literatur habe ichgefunden, dass es eine Kreuzung der p. tenuifolia mit der p. lactiflora (der Ausgangpfingstrose für die meisten Züchtungen) unter dem Sortennamen Paeonia ‘Smoothii’ gibt (http://gardenbreizh.org/photos/cyp670/photo-524453.html) gibt. Diese Art habe ich zwar im Garten, aber sie blüht bei mir viel später als die Schmalblättrige Pfingstrose. Die Pfingstrosengärtnerei Steffen Schulze zeigt im Internet das Bild eine Kreuzung von p- tenuifolia x p. mlokosewitschii (http://pfingstrosengaertnerei.de/neuigkeiten/). Aber letztere hatte ich nur ganz kurz im Garten und sie stand auch 20 m entfernt von der Mutterpflanze.

Es bleibt im Ausschlussverfahren demnach nur p. veitchii als Vater. Diese natürliche Art blüht nur drei Meter entfernt regelmäßig in etwa Paeonia veitchii: Der VaterPaeonia veitchii: Der Vatergleichzeitg mit p. tenuifolia. Ihre Blätter sind weniger stark geschlitzt, die des Sämlings liegen zwischen p. tenuifolia unDer prächtige Sämling: p. tenuifolia x p. veitchiiDer prächtige Sämling: p. tenuifolia x p. veitchiid p. veichtiii. P. veitchii und auch der Sämling entwickeln Seitenknospen, was ich bei p. tenuifolia noch nie gesehen haben. Irritiert hat mich, dass diese Pfingstrose rosa blüht, die neue Sorte aber sogar etwas dunkler rot ist als die „Mutter“. Aber auch P. ‚Smoothii‘ ist dunkelrot, während  p. lactiflora , der Vater von 'Smoothii', ebenfalls rosa blüht. Ich muss also wohl einmal die Mendelschen Gesetze noch ein wenig näher studieren.

Sollte es tatsächlich eine neue Sorte sein, würde ich mich freuen, wenn sich ein Päonienzüchter dafür interessiert. „Garden worthy“ ist die Pflanze allemal.Die Blüte des SämlingsDie Blüte des Sämlings

Hintergrund:

Beheimatet ist Paeonia tenuifolia im Kaukasus, Kleinasien und Südosteuropa, wo sie auf Trockenwiesen wächst. Sie braucht durchlässigen Boden und liebt einen sonnigen Standort . Deswegen sind frühere Versuche von mir,  sie in normalen Gartenboden zu pflanzen, gescheitert.

Paeonia veitchii hat etwa 10 cm große einfache, nickende Blüten, die oft zu mehreren an einem Stängel erscheinen. Die ursprünglich aus China stammende Art ist wüchsig und gedeiht auf lehmigen Böden besonders gut.

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 Anemone → Anemonella → Anemonopsis                                             2016-05-15                                                                       

Es gibt Bilder, die man nicht vergisst. Als ich zum ersten Mal in der Türkei in einem Olivenhain blau und rot blühende Kronenanemonen (Anemone coronaria) sah, konnte ich kaum glauben, dass dies Realität war. Und ähnlich begeistert war ich vor Jahren im Japanischen Garten von Bayer in Leverkusen, wo unter einem blühendAnemone blandaAnemone blandaen Kirschbaum unzählige blaue Anemonen (diesmal Anemona blanda) gepflanzt waren.

Heute ist Anemone blanda eine Allerweltspflanze, die in jedem Gartenmarkt massenhaft verkauft wird. Das tut ihrer Schönheit aber keinen Abbruch. Zu Recht ist ihr deutscher Name „Schönes Windröschen“. Mein Hauptpflanzort ist genau dort, wo auch die Frühlingsalpenveilchen (Sh. Blog vom 30.01.2106 „Ein Frühlingsteppich aus Alpenveilchen“) stehen. Nach und nach überragen die kleinen Pflänzchen die noch kleineren Cyclamen coum Pflanzen und dann ist der Blütenteppich nicht mehr weiß sondern blau. Es gibt von A. blanda auch weiße und rosa Sorten, aber ich habe nun mal eine Schwäche für die Farbe Blau.

Direkt auf der anderen Seite der auf Eberesche veredelten Felsenbirne Anemone apenninaAnemone apenninakommt jedes Jahr etwa eine Woche später  ein Tuff eines nahen Verwandten von A. blanda, das Apenninwindröschen (A. apennina). Es ist ein wenig größer, blüht weiß (auch davon gibt es andersfarbige Sorten) und sät sich allerdings kaum aus.

Leider verabschiedet hat sich vor einigen Jahren das Große Windröschen (A. sylvestris), obwohl ich einen schönen Bestand hatte, der von weitem weiß leuchtete. Ich habe keine Ahnung, was ich dieser Pflanze angetan habe, dass sie mich verlassen hat. Dabei habe ich ihre Schönheit immer gewürdigt. Vielleicht lasse ich es wieder einmal auf einen Versuch ankommen.

Zurück zu A. coronaria. Natürlich möchte man ein solches Bild im Kopf im Garten Realität werden lassen. Lange Zeit ist mir das überhaupt nicht gelungen. Entweder lag es am Winter oder daran, dass ich die Knollen im Gartenmarkt gekauft habe und sie nicht mehr richtig austriebsfähig waren. Dieses Mal stammen sie von einem renommierten Anemone coronariaAnemone coronariaBlumenzwiebelversender und der Winter war mild. Statt im Olivenhain stehen sie zwischen den Beerensträuchern. Das ist kein Ersatz, gefällt mir aber. Und die Kombination rot und blau erinnert an das Lied aus dem 13. Jahrhundert „Nun will der Lenz uns grüßen…. Aus allen Ecken sprießen, die Blumen rot und blau.“ Das entspricht nicht der gegenwärtigen  Gartenmode, die vom „New German Style“ bzw. „New Dutch Style“ geprägt ist und nur noch blasse Farben zulässt. Das ist mir aber egal. (Literatur: Walter Erhardt, Kronen-Anemonen, Gartenpraxis 01-2013,)

Anemonopsis macrophyllaAnemonopsis macrophyllaAnemonella thalictroides (Rauteanemone) stammt aus den USA und ist ziemlich winzig, wobei die Blüten an Anemonen (mit denen sie nah verwandt ist), die Blätter an die Wiesenraute (Thalictrum) erinnern. Nach der Literatur soll sie auf leicht saurem, humosemAnemonella thalictroidesAnemonella thalictroides Boden und eher schattig wachsen. Also habe ich versucht, ihr den bestmöglichen Platz zu geben. Obwohl sie dort nicht gestört wurde, hat sie sich ganz schnell wieder verabschiedet. Bereits ein oder zwei Jahre vorher hatte ich sie direkt am Stamm eines alten Apfelbaums in unseren Lehm gepflanzt und dann mehrere Jahre aus den Augen verloren. Seit letztem Jahr ist sie dort am Apfelbaum mit einem schönen Polster wieder aufgetaucht. Nicht alles funktioniert eben nach dem Lehrbuch (Näheres zu Anemonella auf der Website der Staudengärtnerei Peters  http://shop.alpine-peters.de/anemonella/thalictroides/thalictroides.html)

Eine meiner Lieblingsstauden ist allerdings Anemonopsis macrophylla, die Japan Scheinanemone. Sie wächst bei mir zwischen Hortensien bzw. Rhododendren, d.h. es ist eher schattig und ich habe dem Boden mit Rhododendron Erde nachgeholfen. Keine einzige Pflanze ist mir seither verloren gegangen, allerdings hat sie sich bisher auch nicht ausgesät. Anemonopsis ist eine der elegantesten Stauden, die ich kenne. Auf hohen drahtigen Stielen schweben die sehr schönen Blüten mit einem äußeren Blütenkranz und einer inneren Krone. Selbst stärkster Wind kann die dünnen Stiele nicht knicken. Wenn ich eine Staude empfehlen sollte, dann diese. Noch blüht sie nicht, während alle Anemonen und Anemonopsis schon verschwunden sind.

 (Literatur: Klaus Kaiser, Anemonen, Ulmer, Stuttgart 1995),

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Frühlingsblüten aus dem Wald für den Garten

Man muss nicht immer Blumen aus anderen Regionen oder Erdteilen in den Garten pflanzen. Gerade im Frühling gibt es das Wunder der heimischen Geophyten zu bestaunen, also der Waldbewohner, die das Licht der blattlosen Zeit des Laubwaldes nutzen, um in dieser sehr kurzen Zeit zu wachsen, zu blühen und zu fruchten. Sobald sich dann die Blätter der Bäume entwickelt haben, verschwinden sie förmlich wieder bis zum nächsten Frühjahr  vom Erdboden.

Bekanntester Vertreter ist das weiß blühende Buschwindröschen (Anemone nemorosa). In meinem Garten hat sich rund um einen Fliederbusch dessen nächster Verwandter, das gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) breit gemacht. Vergesellschaftet habe ich es mit dem hohlen Lerchensporn (Corydalis cava). Genau diese Pflanzenkombination findet sich heute noch relativ häufig in den Laubwäldern Ostwestfalens. Vom hohlen Lerchensporn gibt es  - wie bei vielen anderen Pflanzen – neben der Hauptfarbvariante, die trüb-violett ist, auch eine Variante in klarem Weiß. Ursprünglich hatte ich nur die weiße Form. Durch Selbstaussaat setzt sich aber jetzt die violette immer stärker durch. Das Tolle an dieser Pflanzung ist, dass sie ideal für den faulen Gärtner ist. Stimmen Standort und Bodenverhältnisse, muss man gar nichts tun, sondern die Pflanzen einfach wachsen lassen. Bei mir stehen die beiden Pflanzenpartner auf kalkhaltigem Boden sogar relativ sonnig. Beide gelten als Laubmullbewohner – aber so viel Laubmull wie im Wald entwickelt sich bei mir im Garten eigentlich nicht. Allenfalls mag es manche stören, wenn die Blätter der Anemonen flächig allmählich vergilben. Aber dann hat sich längst anderes zum Blickfang entwickelt.

Besonders mag ich die Frühlingsplatterbse (Lathyrus vernus), die etwas später blüht. Sie ist eigentlich kein Geophyt, da sie keine Speicherorgane Lathyrus vernus (Frühlingsplatterbse)Lathyrus vernus (Frühlingsplatterbse)hat und auch nicht im Laufe des Sommers oberirdisch abstirbt. Ihre Schmetterlingsblüten weisen die sehr seltene Farbkombination violett-rosa mit blau auf. Einmal eingewachsen ist sie fast nicht mehr aus Versehen ausrottbar, sollen ihre Wurzeln doch bis zu einen Meter tief ins Erdreich hineinstoßen. Dabei wird sie mit ihrer Größe von ca. 40 cm nie lästig und bleibt immer bescheiden und pflegeleicht. Es gibt von der Frühlingsplatterbse auch einige gezüchtete Sorten. Meiner Meinung nach können  sie der natürlichen Art aber im Hinblick auf Schönheit nicht das Wasser reichen. (Literatur: Katrin Lugenbauer, Lathyrus vernus, Gartenpraxis 04-2015, S. 9).

 

Jetzt noch ein Waldbewohner, der in den letzten Jahren geradezu zum Küchenstar geworden ist, nachdem er lange Zeit in Massen, aber dennoch unbemerkt, im Wald vor sich hin geblüht hat: der Bärlauch (Allium ursinus). Dessen weiße Blütenstände sind wirklich schön und man kann nicht nur die Blätter mit dem zarten Knoblauchgeschmack essen, sondern auch die Blüten; und die Knospen sollen sich wie Kapern einlegen lassen. Da die generative Vermehrungsfähigkeit des Bärlauchs aber riesig ist und die Sämlinge überall im Garten zu finden sind, versuche ich spätestens die verblühten Fruchtstände zu entfernen. Denn wer will schon überall im Garten Wolken von Knoblauchsduft haben Freilich gibt es immer wieder irgendwelche verborgene Blütenstände, so dass  mein Bemühungen begrenzt erfolgreich sind. Irgendwann – der Bärlauch ist ja ein Geophyt – vergilben aber die Blätter und der Duftspuk ist vorbei.

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                                                                                                                                                                                            2016-03-18

 Schneeglöckchen versus Märzenbecher

Die Zeit der Schneeglöckchen (Galanthus) und der Märzenbecher (Leucojum vernum) geht jetzt zu Ende. Beide sind wunderschöne Vorfrühlingsblüher, aber während Schneeglöckchen inzwischen auch in Deutschland eine wahre Galanthomanie auslösen, fristen die Märzenbecher eher ein Aschenputteldasein.  Das liegt wahrscheinlich daran, dass es von Schneeglöckchen nicht nur das bekannte  heimische Galalthus nivalis gibt, sondern circa 18  natürliche Arten, die überwiegend auch in unserem Klima zurecht kommen.  Das hat es den Züchtern leicht gemacht, zahlreiche  Sorten zu züchten. Hinzu kommt, daMit gelbem Fruchtknoten, Hortvs, HildenMit gelbem Fruchtknoten, Hortvs, Hildenss Schneeglöchchen wohl zu Mutationen  neigen. Daher giGalanthus nivalis Flore Pleno" aus dem BaumarktGalanthus nivalis Flore Pleno" aus dem Baumarktbt es gefüllte Schneeglöchchen billig sogar im Gartenmarkt zu kaufen. Die Zahl der Züchtungen ist kaum mehr zu überblicken und manche unterscheiden sich nur für den wirklich geübten Betrachter. Für besondere Exemplare werden Preise gezahlt, die in die Tausende von Euro gehen. In Deutchland treffen sich die Schneeglöchchenlieberhaber immer Ende Februar bei den Oirlicher Schneeglöchchentagen in Nettetal. Allein wegen der Atmosphäre lohnt  es sich, da einmal hinzugehen.

Ich selbst würde gerne vor allem mehr natürliche Arten haben. Bisher habe ich neben  G.. nivalis (auch gefüllt), G. woronowii, G. gracilis und G. elwesii. Natürlich würde mich auch eines mit einem gelben Fruchtknoten, wie ich es bei Hortvs in Hilden gesehen habe, oder gelber Markierung reizen, aber die sind mir eigentlich schon zu teuer.

Im Grunde mag ich die Märzenbecher mit den schönen grünen Tupfen am Ende der Kronblätter und den aufgebauschten Blüten, was ihnen einen barocken Eindruck v erschafft, viel lieber. Märzenbecher kommen nicht nur in den Alpen, sondern auch in den süddeutschen Mittelgebirgen natürlich vor.  Meine Liebe zu ihnen gründet wohl auch in meiner Jugend, die ich in Franken verbracht habe.  Ich streifte damals  gerne narzissenblütig?narzissenblütig?in einem kleinen Wäldchen in der Nähe Märzenbecher (Leucojum vernum)Märzenbecher (Leucojum vernum)unserer Wohnung herum.  An einem Vorfrühlingstag, ich war damals wohl 10 oder 11 Jahre alt,  fand ich dort  eine kleine weiße Blume, die ich nicht kannte. Weit und breit stand nur diese einzelne Blüte.  Ich pflückte sie ab und zeigte sie am nächsten Tag  meinem Biologielehrer. Der druckste herum und kannte die Pflanze auch nicht. Das Aussehen der kleinen Schönheit habe ich aber nicht vergessen und  später herausgefunden, dass  es ein Märzenbecher war. In den Folgejahren habe ich immer wieder in dem Wald danach gesucht, aber nie mehr eine Blüte gefunden. Auch das hat mich belastet, weil ich quasi den letzten Märzenbecher gepflückt hattte.

Märzenbecherzüchtungen gibt es also praktisch nicht und auch keine Kreuzungen mit dem etwas später blühenden  Leucojum aestivum, (mit der hässlichen deutschen Bezeichnung Sommerknotenblume), dessen Blüten ähnlich aussehen, nur dass sie kleiner sind und zu mehreren an höheren Stängeln stehen.  In meinem Garten habe ich jetzt eine kleine Gruppe Märzenbecher beobachtet, deren Blüten nicht glockig hängen, sondern waagrecht stehen und weiter geöffnet sind, so dass sie ein wenig an eine weiße Narzisse erinnern. Im nächsten Jahr wird man sehen, ob dies eine Krankheit ist, standortbedingt oder doch eine Mutation.

Die Suche nach Besonderheiten hatte  jedenfalls bei meinen Schneeglöckchen Erfolg. Mein Sohn, der auf Besuch kam, sah es sofort im Vorgarten, Unbenanntes SchneeglöckchenUnbenanntes SchneeglöckchenalsGalanthus 'Florian'Galanthus 'Florian' er aus dem Auto stieg: Die inneren Petalen haben nicht nur die übliche grüne Winkelmarkierung an der Spitze; vielmehr ist die Winkelspitze verbunden mit einer kräftigen Markierung  am Grund der Petalen.  Damit ist die neue Sorte Galanthus nivalis 'Florian' gefunden. Und ein zweiten Schneeglöckchen sieht ähnlich aus, es fehlt jedoch die Verbindung zwischen beiden Markierungen. Berühmtheit werden wir allerdings damit nicht erlangen, denn es gibt offensichtlich schon eine Reihe ähnlicher Schneeglöckchen und außerdem sind die heute begehrten Sorten viel, viel ausgefallener.

"Normale"  Zeichnung"Normale" ZeichnungWer mehr über die Sortenvielfalt von Schneeglöckchen wissen möchte, sollte das besonders liebevoll gemachte kleine Buch von Günter Waldorf, Schneeglöckchen - Zauber in Weiß, mit Fotos von über 300 Sorten lesen (Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 987-3-421-03831-9) oder von Maria Mail-Brandt, Schneeglöckchen-ABC, Galanthus,  Wildarten und über 800 Sorten 144 S. m. 42 Farbf. (BOD Norderstedt 2015).

 

Website zu Schneeglöckchen www.galanthomanie.de; Online Gärtnereien www.michaelcamphausen.de; www.coolplants.com; Die Gärtnerei Staudenfan www.staudenfan.de bietet nicht nur einen Märzenbecher an, dessen Punkte auf den Blütenspitzen eher gelb als grün sind, sondern auch eine ganze Reihe hübscher Schneeglöckchensorten.

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                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       2016-01-30    

Ein Frühlingsteppich aus Alpenveilchen

Wegen des milden Winters 2105/21016 blühen sie schon: die Frühlingalpenveilchen (Cyclamen coum). In meinem Garten gibt es einige sehr schöne rote Exemplare (das Foto gibt die Farbe nicht gut wieder).

Im Vorgarten haben weiße Cycleamen coum inzwischen einen wunderschönen Blütenteppich gebildet.  Es hat nur etwa vier Jahre gedauert bis aus den ersten Pflanzen dieser geschlossene Bereich entstanden ist.  Ameisen haben die Samen verbreitet und die Sämlinge fühlen sich an einer eigentlich pflanzenunfreundlichen  Stelle sehr wohl.

                                                                                                                                                                                                                                                                           

      

Der Cyclamen-Teppich befindet sich nämlich direkt im dichten Wurzelwerk eines Ebereschenstammes, der die Propfgrundlage für eine Felsenbirne abgibt. Die Eberesche ist ein extremer Flachwurzler und nimmt normalerweise allen anderen Pflanzen Wasser und Dünger weg.  Aber den Cyclamen scheint insbesondere die dadurch verursachte Sommertrockenheit  gut zu behagen.

 Normalerweise habe ich bunte Beete sehr gern. Aber der Teppich sollte schon eine einheitliche Farbe haben. Das gelingt nicht ganz, weil manche Sämlinge rosafarben sind, wohl weil rot die dominante Farbe der Cyclamen ist. Wenn ich die rosafarbigen  Sämlinge entnehmen will, ist dies nicht einfach, weil auch die Alpenveilchen untereinander in ihren Wurzeln stark verwoben sind. Aber bisher war jede Lücke im nächsten Jahr wieder geschlossen - den Ameisen sei Dank.

Pflegemaßnahmen erfordern die kleinen Schönheiten nicht. Sie wollen möglichst in Ruhe gelassen werden. Bitte nicht hacken. Also etwas für den faulen Gärtner! Doch, eine Kleinigkeit: Alle Cyclemen neigen dazu "hochzuwachsen", d.h. eines Tages sind die bulettenförmigen Knollen nicht mehr mit Erde bedeckt. Dort wo - wie in der Natur - verrottendes Laub im Winter  auf sie fällt, passiert das nicht. Aber unsere Gartenbedingungen sind oft anders. Dann müssen die Knollen in der Ruhezeit, wenn das Laub der Alpenveilchen eingezogen ist, wieder ca. 3 cm dick bedeckt werden. Ich mische dafür kalkhaltigen Splitt mit Kompost. Geschieht das nicht, bleibt die Blüte aus und die an sich langlebigen Cyclamen sagen leise Abschied.

Cyclamen coum ist vollkommen winterhart, ebenso wie das bekannte Cyclamen hederifolium und das Cyclamen purpurascens, die im Herbst bzw. Sommer blühen. Dagegen hat  c. pseudoibericum nicht durchgehalten. Da habe ich  wohl den Kataloganpreisungen des recht guten niederländischen Blumenzwiebelversenders P.J.Nijssen etwas zu viel Glauben geschenkt (https://nijssentuin.nl).

Sehr schöne Cyclamen coum Blütenteppiche (und größere als meiner) giblt es im Botanischen Garten Bochum und in der GRUGA in Essen (dort am Rande des Alpinums). Es lohnt sich also jetzt ein Spaziergang, selbst, wenn wie um diese Jahreszeit meistens, nicht die Sonne scheint.  Denn während Krokusse, Winterlinge und Tulpen ihre Blüten nur bei sonne öffnen,  sind Cyclamen bei jedem Wetter zu bewundern.

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 2016.02.08

Verwirrende Helleborus Vielfalt

Mein Garten ist nahezu ideal für die Gattung Helleborus, deren bekannteste Art  Helleborus niger, die Christ- oder Schneerose, ist. Denn der Boden ist kalkhaltig,  lehmig und  schwer, wir haben viel Regen im Ruhrgebiet und mein Garten bietet auch viel Schatten. Im Vorgarten - reine Nordseite - habe ich nur h. niger, weil es da nur weiße und blaue Blüten geben soll (hat weder mit Schalke noch dem Freistaat Bayern zu tun, sondern mit der Hausfassade) und h. niger ist wirklich schneeweiß. Ich möchte gern, dass die Christrosen schon ab November blühen und beim üblichen weihnachtlichen Schmuddelwetter ein wenig Leuchten in den Vorgarten bringen.  Das ist heute kein Problem mehr. Man ist nicht mehr auf die seltene alte Sorte h.n. praecox angewiesen, sondern es gibt eine ganze Reihe frühblühender Sorten, die in Massen in den Gartencentern zu unterschiedlichsten Preisen zu kaufen sind. Bei diesen bin ich allerdings nicht sicher, ob sie nicht nur vogetrieben sind. Besser ist es wohl, die Pflanzen bei Spezialisten zu bestellen, z.B. bei Staudengärtnerei  Allerlei Seltenes Susanne Peters (www.alpine-peters.de). Da h. niger be richtigem Standort außerordentlich langlebig ist, lohnt sich das. Bei der Sortenwahl sollte man m.E. vor allem darauf achten, dass die Blüten hoch über dem Laub stehen. Nur dann maHelleborus foetidus. Foto aus 2015Helleborus foetidus. Foto aus 2015cht h.niger richtig Eindruck.

Verwirrend ist das noch nicht. Das gilt auch für das Befassen mit h. foetidus, der heimischen Stinkenden Nieswurz, die allerdings diesen Namen nicht vedient hat, die nicht stinkt und in ihrer ganzen Gestalt aus dem üblichen Helleborus Rahmen fällt,  weil sie eine sog. stammbildende Helleborus Art ist.   Sie und ihre Sorten mit den vielen kleinen Blüten sind  leicht zu erkennen. In diesem Jahr 2016 scheint ihr die Feuchtigkeit zu schaffen zu machen, da muss ich wohl den Pflanzplatz durchlässiger machen.

Verwirrend wird es erst, wenn man sich mit den unbekannteren Arten befasst oder mit den Sorten, die aus Kreuzungen verschiedener Arten entstanden sind.  Noch dazu, wie es mir immer geht, wenn Etiketten verloren gehen und ich nicht mehr genau weiß, worum es sich da gerade handelt. Viele haben ihre Heimat im Balkan und Umgebung und die Blüten sind  grün, grünlich oder bläulich schimmernd. Wahrscheinlich finden das viele langweilig , ich jedoch  sehr geheimnisvoll.

Sicher identifizieren kann ich h. croaticus, wovon ich zwei Pflanzen habe, die mir in diesem Jahr Sorge machen, weil eine mickrig dasteht, wohl weil sie zu sehr von Nachbarpflanzenbedrängt wird und die andere wegen der leider nicht einzudämmenden Wühlmausaktivitäten im Boden versunken ist und daherHelleborus croaticusHelleborus croaticus nicht blüht. Sie haben in der Innenseite diesen grünlich-braun-blau schimmerden Farbton, den man eigentlich nicht beschreiben kann.

Dann habe ich h. liguricus, ziemlich unbekannt, wird nicht einmal bei Jelitto/Schacht/Simon, Die Freilandschmuckstauden, erwähnt,  noch nicht blühend.helleborus ?helleborus ?

Weiter habe ich drei grüne bis grüngelbe (einschließlich der gesamten Pflanze grüngelb) H.-Pflanzen, bei denen mir die Bestimmung schwer fällt. Es ist nicht  h. odorus, da diese  wintergrüne Blätter hat. Es sit auch nicht h. multifidus, da die Blätter an den Blütenstielen nur drei ungeteilte + ca. zwei geteilte Blattsegmente haben. Vielleicht h.viridis, passt von den Blättern gar nicht, dann doch h. cyclophyllus oder h. dumentoren? Leider gibt es an der Pflanze  (noch) keine grundständigen Blätter. Wenn diese in diesem Jahr erscheinen, werde ich vielleicht Klarheit haben.

Links, dies dürfte eine Kreuzung zwischen h. niger und  h. argutifolius (=corsicus), sein ,die deswegen h. nigercors Helleborus nigercorsHelleborus nigercorsheißt. Sie ist Hilfe: Helleborus foetidus oder Hybride oder was?Hilfe: Helleborus foetidus oder Hybride oder was?Mitte Frebruar schon etwas verblüht. EinePflanze der eigentlichen Art H. argutifolius hat sich bei mir in einem der letzten kälteren Winter leider verabschiedet. Eine andere Pflanze habe ich namenlos geschenkt bekommen. Sie hat mehrere Blüten an einem Stengel un die blüten bleiben immer röhrenförmig und öffenensich nicht. Das spricht dafür dass es eine Kreuzung mit h.foetidus ist. Für mich scheint es ziemlich klar, deas es sich um eine Kreuzung zwischen h. fotidus und h. niger handelt. Nur: Jelitto/Schacht/Simon sagen eindeutig, dass h. foetidus sich mit keiner anderen Art kreuzt. Aber h. foetidus ist es auch nicht - weder vom Habitus noch von den Blättern. Was jetzt?

 

Höhepunkt für viele Helleborus Fans sind sicher die   h. orientalis Hybriden. Seit etwa 20 Jahren haben sie Einzug auch in die deutschen Gärten genommen. Ihre Blütenfarbe ist weiß, rosa, rot oder dunkelblauschimmernd, ihre Blüten sind meist nickend, manchmal aufrecht, die Blütenform ist schalen- bis glockenförmig und es gibt gepunktete unRote HybrideRote Hybrided gefüllte Blüten.  In meinem Garten haben sich durch Absterben und Selbstaussaat von Orientalispflanzen die schönen dunklen bis blauen verabschiedet und heute sind einige weiß, die meisten haben aber rosa Schattierungen. Da muss ich wohl mal nachkaufen. 

Eine Helleborus Pflanze, die ich etwas abseits gepflanzt habe, hat sich  mit schönen roten Glockenblüten ziemlich gleichartig vermehrt. Deswegen hieilt ich sie erst für  die sog. "h. atrorubens der Gärten", was aber nicht sein kann, da sie wintergrüne Blätter hat. Also doch eine Orientalis Hybride.

Beim Schreiben dieses Blogs habe ich mich entschlossen, noch einige natürliche Arten aus dem Balkan zu kaufen. www.coolplants.com hat einige.

Weitere Hinweise:

Wunderbare  Hellelborus gibt es bei Peter Janke,Hortvs, in Hilden zu sehen. Er hat die Sammlung Gisela Schmiemann übernommen, die wiederum die Sammlung von Helen Ballard erhalten hatte. Also nichts wie hin zu den jährlichen  Hortvs Helleborus Tagen, im Jahr 2016 vom 03.-07. März   (http://www.peter-janke-gartenkonzepte.de/hortvs).

Buchempfehlung: Graham Rice &  Elizabeth Strangman, Helleborus, David  & Charles Publishers, Devon

 

Nachtrag           2016.03.04

Inzwsichen dürftenEs steht fest: h. odorus!Es steht fest: h. odorus! sich beide Helleborus Rätsel gelöst haben.    Die grüne natütliche Art links  ist tatsächlich h. odorus.   Weiteres Studium hat ergeben, dass diese Art nur teilweise wintergrün ist. Entscheidend war jedoch  die Geruchsprobe. Ich habe schweren Herzens einen Blütenstengel abgeschnitten und er riecht  eindeutig nach schwarzer Johannisbeere.  Das ist genau der Duft, der h. odorus zugeschrieben wird.  h. foetidus x h. nigerh. foetidus x h. niger

Das andere Rätsel löste sich bei meinem Besuch der Hortvs Helleborus Tage gestern.  Peter Janke erläuterte, dass h. foetidus sich zwar nicht natürlich mit anderen Arten kreuzt, aber durch Meristem Vermehrung dies nun doch gelungen sei, so dass in den Gartencentern Kreuzungen mit h. niger verkauft würden. Diese seien allerdings sehr kurzlebig. Nun gut, meine Pflanze ist schon zwei Jahre alt.   Im Übrigen sind die Blüten jetzt doch ein wenig aufgegangen.  

Wie erwartet, war der Besuch der Helleobrus Tage bei Hortvs sehr lohnend. Deswegen davon ein Foto als Vorgeschmack hier. Mehr Bilder von den Hortvs Helleborus Auslesen in der Fotogalerie.

H. Hybride in dunklem BlauH. Hybride in dunklem Blau

 

 


      

 

 

 

 

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